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Früh dran: der Storch in Murnau auf der großen Wiese entlang des Schererwegs.

Alter Bekannter oder neuer Besucher?

Früher Saisonstart: Der erste Storch ist da

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Das Nest auf dem Kamin der Emanuel-von-Seidl-Grundschule ist wieder begehrt: Ein Weißstorch war dort bereits zu beobachten. Er geht aber noch nicht als Frühlingsbote durch.

Murnau – Die Weißstorchensaison beginnt heuer in Murnau denkbar früh: Der erste Vogel ist bereits eingetroffen und taucht immer wieder am Nest auf dem Kamin der Emanuel-von-Seidl-Grundschule auf. Der Neuankömmling, der offenbar am Donnerstag Murnau erreicht hat, zog prompt jede Menge Aufmerksamkeit auf sich. In der Geschäftsstelle Garmisch-Partenkirchen des Landesbunds für Vogelschutz (LBV), sagt eine Mitarbeiterin, seien „viele E-Mails eingegangen“ mit Hinweisen: Der Storch ist wieder da!

Die Experten der LBV-Regionalgruppe zeigen sich allerdings überzeugt, dass es sich bei dem Tier nicht um einen Rückkehrer aus Afrika, also einem weit entfernten Winterquartier, handelt; dafür ist der Storch einfach viel zu früh dran und kann noch nicht als echter Frühlingsbote durchgehen. Vielmehr gilt als wahrscheinlich, dass der Vogel in Spanien geblieben ist oder die kalte Jahreszeit gleich im Lande verbracht hat – Raisting, wo die Tiere auch viel gefüttert werden, wäre hier denkbar. „Die meisten Weißstörche kehren erst im März und April zu uns zurück und läuten somit tatsächlich noch den eigentlichen Frühlingsbeginn ein“, weiß die LBV-Weißstorchbeauftragte Oda Wieding.

Offen bleibt auch, ob es sich bei dem Tier, das bereits in Murnau eingetroffen ist, um einen alten Bekannten handelt – also um einen der beiden Partner, die schon 2016 auf dem Dach der Seidl-Schule gebrütet und zwei von drei geschlüpften Jungen durchgebracht hatten. Das Paar dürfte zu „seinem“ Horst zurückkehren, wenn es die Reise ins nahe oder ferne Winterquartier und zurück überlebt. Hat ein Fremder das Nest besetzt, drohen Revierkämpfe, wenn die Rivalen aufeinandertreffen. Grundsätzlich ist dem Weißstorch die Nesttreue wichtiger als die Partnertreue. Ein guter Brutplatz wird oft mehrere Jahre genutzt und verteidigt.

Was auch immer am Horst passiert – Rupert Poettinger wird’s wohl beobachten. Er besitzt praktisch einen Storchen-Logenplatz: Von seinem Haus aus blickt er direkt aufs Nest. Er hat den ersten Storch des Jahres am Freitag entdeckt und fotografiert, als dieser auf der großen Wiese entlang des Schererwegs unterwegs war. Die Störche in Murnau – „das“, findet Poettinger, „ist irgendwie eine Bereicherung“.

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