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Lang lang ist’s her: 1991 war das Murnauer Jugend- und Blasorchester schon einmal in Amerika bei der Steubenparade zu Gast. Dieses Foto ist damals allerdings in der Hauptstadt Washington entstanden.

Murnauer nehmen an Steubenparade in New York teil

Gastspiel auf der Fifth Avenue: Jetzt wird‘s ernst

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Murnau - Die Gebirgsschützenkompanie und das Jugend- und Blasorchester aus Murnau haben 2017 Großes vor: Sie nehmen an der legendären Steubenparade in New York teil. Jetzt wird’s ernst: Wer dabei sein will, muss bis Ende dieses Jahres verbindlich zusagen.

Die Vorbereitungen für das Unternehmen USA laufen auf Hochtouren. Zusammen mit einem Reisebüro haben die beiden befreundeten Organisationen, die Gebirgsschützenkompanie (GSK) und das Jugend- und Blasorchester (JBO), für 9. bis 18. September 2017 eine neuntägige Amerika-Reise entlang der Ostküste zusammengestellt – von Toronto bis Washington D.C. und Philadelphia. Das Highlight kommt am Schluss: die Teilnahme an der New Yorker Steubenparade. Dann am 16. September befindet sich Manhattan fest in deutscher Hand. Die „German-American Steuben Parade“ ist eines der größten Ereignisse im deutsch-amerikanischen Festkalender. Nächstes Jahr feiert das Spektakel sein 60-jähriges Bestehen. Die Murnauer Delegation ist schon fest angemeldet. „Die Vorfreude ist groß“, sagt GSK-Hauptmann Georg Mair. Der Anlass ist perfekt: Das JBO feiert nächstes Jahr 50-Jähriges – und die GSK 30-Jähriges.

Jetzt wollen die beiden Chefs, Mair und der JBO-Vorsitzende Michael Gerstberger, Nägel mit Köpfen machen. Bis Ende Dezember müssen die verbindlichen Anmeldungen abgegeben werden – und dann ist auch eine Anzahlung fällig. Mair geht von rund 100 Mitreisenden aus – ideal, um zwei Reisebusse voll zu bekommen. Auch Externe sind willkommen. Besonders erfreulich: Die jungen Musiker des JBO werden wahrscheinlich komplett dabei sein. Die Marktgemeinde unterstützt das Vorhaben mit 10.000 Euro, möglicherweise gibt es auch noch eine Finanzspritze des Musikbundes. „Das Geld können wir gut gebrauchen“, betont Gerstberger. Gerade für Familien, die zwei oder mehr Kinder in dem beliebten Murnauer Ensemble haben, sind die Ausgaben gewaltig. Sie sollen von den Zuschüssen profitieren.

Die Gruppenreise schafft attraktive Konditionen. Mair und Gerstberger sind sich sicher: So günstig kommt man normalerweise nicht ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Los geht’s bei 1780 Euro pro Person (Hotelzimmer mit 4er Belegung). Das ist in der Tat für das Komplettpaket inklusive den Flügen, Übernachtungen, Busfahrten und der Reiseleitung fair.

Obwohl das grobe Programm steht, müssen noch jede Menge Detailfragen geklärt werden. Beispielsweise gilt es, die JBO-Instrumente in möglichst kleine Teile zu zerlegen, um sie platzsparend verstauen zu können. Das Orchester plant neben der Parade weitere Auftritte voraussichtlich in New York und Washington. „Es wurden schon mehrere Kontakte geknüpft“, sagt Gerstberger – unter anderem mit einem Chor. Und, so sein Wunsch, vielleicht lässt sich auch eine Partnerschaft mit einer Schule ins Leben rufen.

Die Gebirgsschützen müssen indessen in Sachen Gepäck eine bittere Pille schlucken: Ihre Gewehre – eigentlich unverzichtbar – können sie nicht mitnehmen. Der Grund: die strengen Sicherheitsvorschriften. „Da hat man keine Chance“, berichtet Mair. Man müsste sich auf einen „gewaltigen Papierkrieg“ einlassen.

Übrigens: Das Ganze ist eine Wiederauflage, denn bereits 1991 waren die Gebirgsschützen und die Musiker gemeinsam in Amerika und machten bei dem farbenfrohen Umzug auf der Fifth Avenue mit. Mair und Gerstberger waren damals als „normale“ Mitglieder dabei – und schwelgen heute noch gerne in Erinnerungen.

Namensgeber der Steubenparade, die jedes Jahr in New York mit ihren Umzugswagen, Trachten, Chören, Tanzformationen, Musikbands, Würdenträgern und Vereinen mehrere tausend Zuschauer anlockt, ist Friedrich Wilhelm Baron von Steuben (1730 bis 1794) – ein preußischer General, der während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges der Kontinentalarmee beitrat. Der Umzug wurde 1957 ins Leben gerufen und sollte anfangs der deutschstämmigen Einwanderer-Gemeinde in den USA ein Forum bieten, um ihre Kultur und Tradition zu pflegen und vorzustellen.

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