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Gedenkfeier: Mittelschulrektorin Martina Weber (l.) bei ihrer Ansprache vor den geladenen Gästen. 

Erinnerung an Widerstandskämpfer der „Weißen Rose“

Gedenkfeier in Mittelschule: Tiefe Verneigung vor Christoph Probst

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Mit einer bewegenden Gedenkfeier haben die Marktgemeinde Murnau und die Mittelschule an Christoph Probst erinnert. Der Widerstandskämpfer der „Weißen Rose“ und gebürtige Murnauer wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Die Redner waren sich einig, dass die Ideale, für die er eintrat, nichts an Aktualität eingebüßt haben.

Murnau – Zivilcourage, Frieden, Menschenwürde, Mut, Freundschaft und Solidarität: So lauten die Werte, die auf dem Gedenkstein im Eingangsbereich der Murnauer Mittelschule stehen und sich auf deren Namenspatron Christoph Probst (1919 bis 1943) beziehen. Selbstlos setzte sich der Medizinstudent, der in der Staffelsee-Gemeinde zur Welt kam und im Kampf gegen die NS-Diktatur der Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“ angehörte, dafür ein – und bezahlte dies schließlich mit seinem Leben. Dennoch haben seine Überzeugungen nach wie vor Gültigkeit: Diese Botschaft zog sich wie ein roter Faden durch die Gedenkfeier, die anlässlich des100. Geburtstages von Christoph Probst in der Bildungseinrichtung an der Sollerstraße stattfand.

Schüler und Lehrer hatten sich mächtig ins Zeug gelegt – und begeisterten mit einem vielfältigen Programm die geladenen Gäste, darunter Vertreter der Politik, des Schulwesens und des öffentlichen Lebens. Besonders stolz konnten Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) und Rektorin Martina Weber darauf sein, gleich sieben Mitglieder der Familie Probst begrüßen zu dürfen. Dazu zählte der einzige noch lebende Sohn des „Weiße Rose“-Mitglieds: Vincent Probst, der mit seiner Frau Julia und den Kindern Maximilian und Marie-Helene aus Hamburg angereist war. „Ich bin sprachlos, was die Schule geschaffen hat“, sagte Vincent Probst auf Tagblatt-Nachfrage. „Das ist phänomenal und ungemein bewegend.“ Besonders der Auftritt des Schülerchors rührte zutiefst mit dem Lied „Komm, wir ziehen in den Frieden“ – und erntete dafür Standing Ovations.

Die Besucher, die weiße Papierrosen zum Anstecken erhielten, konnten sich bei einem Rundgang davon überzeugen, wie kreativ die Kinder und Jugendlichen im Rahmen eines Projekttages mit dem Thema Christoph Probst umgegangen waren. Beispielsweise hatten sie sich im Ort auf eine Spurensuche begeben, Passanten in der Fußgängerzone interviewt oder Bilder gemalt.

Imposant war eine Vielzahl selbst gestalteter T-Shirts, auf denen Statements wie etwa „Seid tolerant“ oder „Kein Mobbing“ standen und die an Stühlen im Pausenhof und vor dem Haupteingang hingen. Die auffälligen Textilien waren im Zuge einer Kreativwerkstatt unter dem Motto „Wir zeigen Haltung“ entstanden. Es gehe darum, dass die Heranwachsenden eine individuelle Haltung finden, diese öffentlich präsentieren und dafür einstehen, erklärte Rektorin Weber den pädagogischen Hintergrund. Die Mittelschule wolle nicht nur den Namen Christoph Probst tragen, sondern auch dessen Werte vermitteln und mit Leben erfüllen.

Ins selbe Horn stieß Rathauschef Beuting: „Freiheit und Demokratie sind keine Dinge, die sich von alleine ergeben“, sagte er. Dafür müsse man sich stark machen. Man dürfe den öffentlichen Raum nicht den Rechtsextremisten und Ausländerfeinden überlassen, appellierte der ÖDP-Politiker an die Versammelten. Dies gelte auch für die sozialen Medien.

Ähnlich klang es bei Schülersprecher Joshua Nießner, der zusammen mit seinen beiden Amtskolleginnen Suela Mazrek und Annemarie Elmauer ans Rednerpult getreten war: „Demokratie benötigt Menschen, die hinschauen und sich einmischen“, befand er.

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