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Murnaus Visitenkarte: die Staffelsee-Bucht, hier ein Archivbild bei Sonnenuntergang. 

Gemeinderat fällt Grundsatzentscheidung

Ein neues Gesicht für die Murnauer Bucht

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Seit Jahren wird über eine Neugestaltung der Murnauer Bucht diskutiert, ohne ernsthaft voranzukommen. Doch jetzt – nach dem aufgeheizten Foodtruck-Streit – fällte der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss, den touristisch bedeutsamen Abschnitt am Staffelsee zu überplanen. Die Liste der offenen Fragen ist allerdings lang.

Murnau – Hartnäckigkeit zahlt sich aus: Dass diese politische Binsenweisheit Gültigkeit hat, stellte die „Mehr bewegen“-Fraktion im Gemeinderat unter Beweis. Immer wieder hatte sich die Drei-Mann-Gruppierung dafür stark gemacht, das Dauerthema Murnauer Bucht konkret anzupacken. Jetzt war ein erneuter Antrag von Erfolg gekrönt. Einstimmig entschied das Gremium in seiner Sitzung, den Staffelsee-Abschnitt zu überplanen. Bis Herbst können die Fraktionen Ideen einbringen. 2019 soll es dann eine Klausurtagung geben, auf der die Volksvertreter erste Eckpunkte und das weitere Vorgehen festlegen.

„Die Zeit ist gekommen, dass wir Nägel mit Köpfen machen sollten“, appellierte „Mehr bewegen“-Sprecher Phillip Zoepf an seine Gemeinderatskollegen. Einen weiteren Aufschub könne man sich nicht leisten. Die Bevölkerung und der Tourismus verdienten eine Murnauer Bucht, schreibt er in dem Antrag, „die dem Namen Murnau am Staffelsee im vollen Maße Rechnung trägt“.

Dass nun Bewegung in die Sache kommt, dürfte mit der Debatte über das Gastro-Angebot in der Murnauer Bucht zusammenhängen. Zur Erinnerung: An dem Standort, wo sich früher der Kiosk mit Biergarten „Platzl am See“ befand, wird es heuer keinen Ersatz geben. Ein von der Kommune ausgewählter Foodtruck-Betreiber aus Rosenheim warf kürzlich das Handtuch, nachdem er nach eigenen Angaben angefeindet worden war.

Das Freizeitgelände des Marktes ist zwar nur einige hundert Meter breit, aber touristisch enorm wichtig. Es ist sozusagen die Visitenkarte des Ortes. Dort befinden sich das Staffelsee-Freibad und die Anlegestelle der Staffelsee-Schifffahrt. Dass nur ein Bruchteil des Potentials genutzt wird und die baulichen Anlagen, etwa das Strandlokal Lido, in die Jahre gekommen sind, ist kein Geheimnis. An Vorschlägen mangelt es nicht. Mehrere Gruppen, beispielsweise Murnau Miteinander oder Würzburger Architektur-Studenten, legten bereits Konzepte vor. Immer wieder tauchte darin eine Seesauna auf. Doch beschlossen wurde noch nichts.

Bislang beschäftigte sich ein Arbeitskreis mit der Angelegenheit. Viele Grundsatzfragen sind noch offen, zum Beispiel: Soll es ein Strand- oder ein Naturbad werden? Wie soll dort die Gastronomie aussehen? Und wie sollen der Verkehr und die Parkplatzsituation geregelt werden? Hinzu kommt, dass auf dem Areal ein Privatgrundstück liegt, an das die Gemeinde offenbar nicht rankommt. Und zu guter Letzt wird man sich Gedanken über die Finanzierung machen müssen. Der Markt steht diesbezüglich zwar gut da. Aber es müssen auch noch andere millionenschwere Vorhaben bezahlt werden, angefangen bei der Rathaus-Sanierung bis hin zum Wohnungsbau.

Wie dem auch sei: Der „Mehr bewegen“-Vorstoß, das schwierige Thema endlich anzugehen, stieß im Gemeinderat auf breite Zustimmung. „Es ist fatal, dass wir es nicht schaffen, was Vernünftiges zu planen“, meinte Josef Bierling (CSU), der sich dafür starkmacht, zuerst eine Gaststätte zu errichten. Veronika Jones (Grüne) warnte vor Schnellschüssen: „Mit Hetze wird nichts Gutes rauskommen.“ Und es müssten die Bürger miteinbezogen werden. So sah es auch Holger Poczka (ÖDP/Bürgerforum): „Ich hätte gern ein Gefühl für die Stimmung in der Bevölkerung.“

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) spricht sich auf Tagblatt-Nachfrage dafür aus, „dass der freie Zugang zum See erhalten bleibt“. Und weiter: „Die Bucht braucht etwas, das zu Murnau passt. Deshalb sollte meines Erachtens am See kein Gastronomie- und Wellnesstempel entstehen. Einheimische und Touristen kommen zum Baden dorthin und darauf sollten wir uns konzentrieren.“

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