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Ein eingespieltes Team: der bisherige Fraktionschef Alexander Weinhart (r.) und sein „Mehr bewegen“-Kollege Phillip Zoepf.

Das sind die Gründe

„Mehr bewegen“: Weinhart scheidet aus Gemeinderat aus

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Murnaus Gemeinderat entwickelt in dieser Legislaturperiode offenbar hohe Fliehkräfte: Nach Guntram Gattner (ÖDP/Bürgerforum) und Elisabeth Hoechner (SPD) verlässt jetzt mit Alexander Weinhart („Mehr bewegen“) eine dritte Leitfigur das Gremium.

Murnau – Alexander Weinhart war 2014 ein Shooting Star der Murnauer Ortspolitik: Der TSV-Chef scheiterte damals zwar mit seiner Kandidatur um das Amt des Bürgermeisters. Dafür holte seine neu gegründete Gruppierung „Mehr bewegen“ aus dem Stand heraus drei Sitze im Gemeinderat – ein beachtlicher Erfolg. Die Politneulinge Weinhart, Phillip Zoepf und Reiner Oppelt zogen in das Gemeinde-Parlament ein, um, so ihr erklärtes Ziel, frischen Wind mitzubringen und verkrustete Strukturen aufzubrechen.

Doch jetzt zur Halbzeit nach gerade mal drei Jahren scheidet Weinhart aus dem 25-köpfigen Gremium (24 Räte plus Rathaus-Chef Rolf Beuting) aus. Der Rücktritt des Fraktionssprechers kommt überraschend – auch für seine Mitstreiter. In der nächsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag, 27. April (Beginn: 20.15 Uhr im Kultur- und Tagungszentrum), wird die Personalie offiziell verkündet. Weinhart will eine kurze Rede halten und seinen Entschluss erläutern.

Auf Tagblatt-Nachfrage nennt der 45-Jährige berufliche und familiäre Gründe. Er habe für das Ehrenamt einfach nicht mehr die nötige Zeit, erklärt er. „Ich kann nicht mehr den Frontkämpfer spielen.“ In seinem Job – Weinhart arbeitet als Post-Angestellter in leitender Position – würden die Anforderungen ständig erhöht. Und im Sommer werde er zum ersten Mal Papa. „Ich gebe das Amt schweren Herzens auf“, sagt er. Mit dem mitunter angespannten Klima im Gemeinderat habe seine Entscheidung nichts zu tun, betont er. Weinhart gilt aufgrund seiner eher nüchternen und sachlichen Art als Ruhepool in dem Gremium, in dem schon mal die Fetzen fliegen. Ganz mit der Politik aufhören, das will Weinhart nicht, sondern im Hintergrund noch mitmischen. „Ich bleibe am Ball.“

Seine Nachfolge im Gemeinderat ist geregelt: Franz Fischer rückt nach. Der 33-Jährige arbeitet in München als Betriebswirt und stammt aus einer alteingesessenen Murnauer Familie. Fischer spricht von einer „spannenden Herausforderung“. Er will sich dafür stark machen, den jungen Menschen im Ort eine Perspektive zu geben. Dazu zählt in seinen Augen vor allem die Schaffung bezahlbaren Wohnraums und qualifizierter Arbeitsplätze. Fischer denkt dabei an neue Branchen, die im Markt noch nicht so stark vertreten sind, etwa der IT-Bereich oder Dienstleistungen.

Den Fraktionsvorsitz übernimmt Weinharts langjähriger Weggefährte Zoepf (44). Beide gelten als die treibenden Kräfte bei „Mehr bewegen“. Zoepf stellt klar: „Wir werden am Kurs nichts ändern.“ Die parteifreie Organisation setze weiterhin auf ihre beiden „Leuchtturmprojekte“, die Forderungen nach einer Überplanung der Murnauer Bucht und nach mehr Sicherheit an den Bahnübergängen am Kurpark. Immerhin, so Zoepf, habe man es geschafft, dass beide Vorhaben auf einer Prioritätenliste stehen.

Weinhart ist nicht der erste, der in dieser Periode das Mandat niederlegt. Vergangenes Jahr warf mit Guntram Gattner (Nachfolgerin: Sabine Pecher) ein Urgestein des ÖDP/Bürgerforums hin – und machte die seiner Ansicht nach vergiftete Atmosphäre in der Ortspolitik dafür verantwortlich. Ihm folgte – aus beruflichen Gründen – SPD-Fraktionschefin Elisabeth Hoechner (Felix Burger).

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