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Bereiten das Fest der Kirchen vor: (v. v. l.) Sebastian Strassburger, Reinhold Bauer, Thomas Metschies, Siegrid Mayr, Johannes Unterstein, Siegbert G. Schindele, Peter Braun, Hubert Frey, (h. v. l.) Jan Conrad, Florian Bracker, Claudia Müller und Andreas Fach.

Gemeinsames Fest im Kulturpark geplant

Murnaus Kirchen ziehen an einem Strang

Vor 20 Jahren hätte es das noch nicht gegeben: Eine Veranstaltung, bei der Katholiken und Protestanten gemeinsam feiern. Was beim Reformationstag vor einem Jahr in Murnau ein großer Erfolg war, soll nun fortgesetzt werden. Am 3. Oktober findet das erste Fest der Kirchen im Kulturpark statt.

Murnau – Fast ein Jahr ist es her, dass Katholiken und Protestanten gemeinsam den Reformationstag in Murnau feierten. Der Anlass war ein besonderer: Der 500. Jahrestag, der daran erinnerte, dass Martin Luther seine Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg nagelte. Heuer ist wieder ein ökumenisches Großereignis geplant: das Fest der Murnauer Kirchen. Neben den katholischen, evangelisch-lutherischen und evangelisch-freikirchlichen Gemeinden ist auch die neuapostolische Kirche in die Vorbereitungen involviert. Ort der Veranstaltung ist der Kulturpark. Bei Regen findet das Ganze im Kultur und Tagungszentrum statt. Das Datum ist der 3. Oktober, der Tag der Deutschen Einheit.

„Es geht darum, gemeinsam zu feiern“, sagt der evangelische Pfarrer Andreas Fach beim Treffen des Ökumenischen Arbeitskreises, der sich in den Räumen der Baptistengemeinde traf und den es seit drei Jahren gibt. Der Tag der Deutschen Einheit passe von der Thematik her gut zu der Veranstaltung. „Menschen christlichen Glaubens können sich während des Festes freudig aufeinander zubewegen und sich gegenseitig austauschen“, sagt Reinhold Bauer von der Neuapostolischen Kirche. Vorurteile könnten so ausgeräumt und Gemeinsamkeiten im Glauben gefunden werden.

Für den 3. Oktober habe man sich auch aus praktischen Gründen entschieden, sagt der katholische Pfarrer Siegbert Schindele. „Es ist ein relativ neutraler Termin.“ Weder Katholiken noch Protestanten oder die Mitglieder der Neuapostolischen Kirche begehen am ersten Mittwoch im Oktober einen Feiertag. Ideal also, um zusammenzukommen und gemeinsam einen Gottesdienst zu feiern. Um 12 Uhr beginnt dieser in der Muschel des Kulturparks. Und auch er steht ganz im Zeichen der Begegnung. Beispielsweide tritt ein Projektchor (Leitung: Marco Muggianu) auf – mit Menschen, die noch nie gemeinsam musiziert haben. Für musikalische Umrahmung sorgt außerdem ein Gospelchor aus Braunschweig.

Nicht nur für Musik ist gesorgt, auch Spiele für die Kleinen, Tanz und ein Chorworkshop für Jugendliche stehen auf dem Programm. Ebenso ein gemeinsames Mittagessen und Kaffee und Kuchen. Ein weiteres Highlight dürfte der „Preacher Slam“ sein, bei dem Interessierte eine Predigt halten können, die vom Publikum bewertet wird. Fünf Minuten haben sie dafür Zeit. „Jeder kann daran teilnehmen“, sagt Schindele.

Unterstützt werden die Pfarrer und Pastoren auch von der Politik. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hat sich zum Fest der Kirchen angekündigt. „Die gesamte Gemeinde ist willkommen“, sagt der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats St. Nikolaus, Johannes Unterstein. Auch Nichtchristen sind eingeladen. Geplant ist, dass ökumenische Begegnungen wie diese zukünftig regelmäßig stattfinden.

Das Programm: 11 Uhr: Ankommen mit Musik, Snacks und Getränken; 12 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst in der Muschel mit Projektchor und Gospelchor „Crossover“; ab 13 Uhr: Mittagessen, Offenes Singen, Chorworkshop, Programm für Kinder und Jugendliche, Kaffee und Kuchen, „Preacher Slam“; ab 19.30 Uhr: Auftritt des „Crossover“-Gospelchors aus Braunschweig. Wer beim Projektchor mitmachen möchte, kann sich unter projektchor@hotmail.com anmelden oder zu einem der Probetermine (23. und 30. September) kommen. Geübt wird im Gemeindesaal der evangelischen Christuskirche jeweils ab 18.30 Uhr. Ein weiterer Probetermin findet am Tag des Kirchenfestes, 3. Oktober, ab 8.30 Uhr statt.

Magdalena Wagner

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