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Stattlich: die alte Buche im nordwestlichen Bereich des James-Loeb-Areals.

Architekt fordert Erhalt eines Solitärbaums

Geplanter Wohnbau auf James-Loeb-Areal: Sorge um alte Buche

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Der Streit um die geplante Wohnbebauung auf dem Murnauer James-Loeb-Areal geht in die nächste Runde: Anlieger Helmut Nau befürchtet, dass im Zuge des Vorhabens ein über 100 Jahre alter „Prachtbaum“ daran glauben muss – und fordert dessen Erhalt. Die Gemeinde legt sich in der heiklen Frage noch nicht fest.

Murnau – Wie einflussreich Bürgerinitiativen sein können, zeigt sich anhand der aktuellen Debatte um die Bebauung des Geländes am alten Murnauer Gemeinde-Krankenhaus. Der Markt will dort bezahlbaren Wohnraum schaffen. Im Gespräch ist ein genossenschaftliches Modell. Doch die Größenordnung – der erste Entwurf eines Bebauungsplans sieht dreigeschossige Gebäude mit einer zulässigen Wandhöhe von 8,75 Metern vor – stößt auf Widerstand. Eine Anliegergruppe um den Architekten Helmut Nau befürchtet eine Verschandelung des Ortsbilds – und fordert eine abgespeckte Version. Konkret heißt das: nur zwei Geschosse, eine aufgelockerte Bebauung und der Verzicht auf Wohnblöcke. Dafür wurden bereits über 300 Unterschriften gesammelt.

In der Juni-Sitzung des Gemeinderats waren ebenfalls Stimmen laut geworden, die sich für eine weniger massive Bebauung aussprachen. Entschieden ist noch nichts. Die Verwaltung erarbeitet nun aber verschiedene Varianten und will diese im Herbst vorlegen. „Von Seiten der Gemeinde wird eine Bebauung favorisiert, die sich gut in die Umgebung einfügt und möglichst viel bezahlbare Wohnungen schafft“, heißt es dazu auf Tagblatt-Nachfrage. Es hätten auch schon einige Genossenschaften ihr Interesse signalisiert.

Nau verweist auf ein zusätzliches Problem: Im nordwestlichen Teil des weiträumigen James-Loeb-Areals befindet sich nämlich eine stattliche Buche. Der Murnauer schätzt deren Alter auf stolze 100 bis 150 Jahre – und den Stammumfang auf zweieinhalb bis drei Meter. Im Bauamt sei er „belehrt“ worden, berichtet Nau, dass auf solch einen Baum „keinerlei Rücksicht“ genommen und stattdessen ein „Ersatzbäumchen“ gesetzt werde. Ein Szenario, mit dem der Architekt überhaupt nicht einverstanden wäre. Denn: „Eine gelungene Rahmenplanung bindet solch einen Prachtbaum in den Entwurf ein. Klimaschutz fängt auch im Kleinen an.“ Nach Ansicht des Wortführers der Interessengruppe wäre es Ausdruck einer gewissen Doppelmoral, sich auf der einen Seite gegen das Bienensterben einzusetzen und dann solch einen Solitärbaum zu fällen.

Die Rathaus-Verwaltung lässt alles offen – und bleibt unverbindlich: „Nachdem eine genaue Planung noch nicht vorliegt, kann auch noch nicht gesagt werden, ob der Baum entnommen werden muss.“ Sollte dies erforderlich sein, werde ähnlich wie bei privaten Vorhaben eine Ersatzpflanzung vorgenommen. Und weiter: „Grundsätzlich wünschen wir uns von den Interessenten eine Planung mit möglichst vielen Grünflächen.“

Nau baut indessen eine Drohkulisse auf: Sollte der neue Entwurf nicht wie von ihm und seinen Mitstreitern gefordert auf eine gefälligere Bebauung hinauslaufen, sagt er, werde er ein Bürgerbegehren in die Wege leiten. Der Zuspruch ist seiner Einschätzung nach groß: „Dass wir Wohnungen brauchen, sieht jeder ein. Aber man muss nicht alles zupflastern.“

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