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Heikel: Hier in diesem Abschnitt an der B 2 will Seehausen eine Zufahrt zum geplanten Gewerbegebiet bauen. Im Hintergrund ist der Lautnerhof zu sehen. 

Verkehrsbelastung an B2

Gewerbegebiet: Tauziehen um Zufahrt

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Seehausen plant ein neues Gewerbegebiet – mit einer Zufahrt auf Murnauer Flur an der Bundesstraße 2. Der große Nachbar ist von dieser Idee nicht begeistert. Befürchtet werden Verkehrsprobleme und eine Gefährdung des Großprojekts Westtrasse.

Murnau – Die Gemeinde Seehausen feilt seit Jahren an seinem neuen Gewerbegebiet Längenwiesen. Dieses soll auf einer rund fünf Hektar großen Fläche – der Großteil davon gehört der Kommune selbst – östlich des Ortsteils Riedhausen in direkter Nachbarschaft zu Murnau entstehen. „Es gibt genügend Nachfrage“, erklärt Bürgermeister Markus Hörmann (CSU). Der Hintergrund: Gewerbegrund ist im Staffelsee-Gebiet ebenso wie Bauland absolute Mangelware. Einige Firmen wanderten bereits notgedrungen ab. „Wir brauchen das dringend“, sagt Hörmann. Es handle sich um einen „wesentlichen Baustein“ für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region.

Ein Knackpunkt ist die Frage, wie das Wirtschaftsareal erschlossen werden soll. Die Gemeinde Seehausen favorisiert eine Zufahrt an der Bundesstraße 2 (B 2). Dafür erwarb sie, wie am Donnerstagabend im Murnauer Gemeinderat bekannt wurde, ein Grundstück, das zwischen dem McDonald’s-Restaurant und dem Lautnerhof liegt. Bemerkenswert: Die Fläche befindet sich auf der Flur des Marktes. Seehausen hatte einen Antrag auf Überplanung beziehungsweise – als Alternative – auf eine Gemeindegrenzänderung eingereicht.

Murnaus Volksvertreter konnten sich mit dem Vorstoß nicht so recht anfreunden – und lehnten das Anliegen ab. Mehrere Redner betonten, dass das anvisierte Gewerbegebiet eine gute Sache und zu unterstützen sei. Nur müsse man in der Angelegenheit gemeinsam eine Lösung finden, mit der beide Gemeinden gut leben könnten. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) kündigte an, das Gespräch zu suchen. „Wir brauchen eine stimmige Verkehrsplanung“, sagte Ingo Presuhn vom Bauamt. Deutliche Worte fand Gemeinderat Holger Poczka (ÖDP/Bürgerforum). „Diese Planung ist schon eine Provokation“, meinte er. Murnau habe bei vielen Themen die Kooperation gesucht. Aber: „Die Zusammenarbeit scheitert meist an Seehausen.“

Der Haken im aktuellen Fall: Den Bereich, in dem Seehausen die Gewerbegebiet-Zufahrt vorsieht, wollen die Murnauer freihalten. Auf einen entsprechenden Korridor haben sich die Nachbarorte bereits verständigt. Denn dort könnte eines Tages die von Murnau seit Langem ersehnte Verlängerung der Entlastungsstraße verlaufen und in die B 2 münden. Einige Ortspolitiker warnten daher davor, sich diese Option zu verbauen.

Außerdem wurde die Sorge laut, auf der ohnehin stark befahrenen Bundesstraße könnten sich die Probleme verschärfen, sollte ein weiterer Knotenpunkt hinzukommen und den Verkehrsfluss stören. Als eine aus Murnauer Sicht sinnvollere Variante wird ein Kreisel gehandelt, über den man auf der einen Seite das Seehauser Gewerbegebiet und auf der anderen die Poschinger Allee erreichen kann. Dort soll eventuell auch ein Areal für Firmen entstehen.

Hörmann kann die Aufregung nicht verstehen: Die Zufahrt sei nur ein Provisorium. Dieses könnte man ja wieder umbauen, sollte an der Stelle tatsächlich die Westtrasse geschaffen werden. Bis dahin vergingen sicherlich zehn bis 15 Jahre, schätzt Hörmann. Solange könne man mit dem Gewerbegebiet nicht warten.

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