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An der Spitze der Horváth-Gesellschaft: die Vorsitzende Gabi Rudnick und ihr Stellvertreter Georg Büttel.

Gesellschaft beantragt Denkmal

Sichtbares Bekenntnis zu Horváth

In den vergangenen 30 Jahren ist in Murnau viel passiert, um die Erinnerung an den Dramatiker Ödön von Horváth wach zu halten. Eine weitere Würdigung könnte demnächst hinzukommen – in Form eines Kunstwerks.

Murnau – Er führte ein unstetes Leben. Doch Murnau wurde für den Dramatiker Ödön von Horváth zwischen 1924 und 1933 ein Ruhepol. Viele Monate im Jahr verbrachte der Diplomatensohn in der elterlichen Villa an der Bahnhofstraße. Hier entstanden einiger seiner Werke. Gleich ganz in der Nähe, am Kultur- und Tagungszentrum (KTM), gibt es mittlerweile den Ödön-von-Horváth-Platz. Kürzlich wurde in Murnau zudem ein literarischer Rundweg eröffnet, der an den Schriftsteller erinnert.

    Eine weitere Würdigung könnte in absehbarer Zeit dazukommen. Der Marktgemeinde liegt ein Antrag der Horváth-Gesellschaft für ein dauerhaftes Kunstwerk vor. Standort sollte aus Sicht der Organisation „ein für alle leicht zugänglicher Platz im Herzen des Marktes“ sein, zum Beispiel die Fußgängerzone. „Angesichts der internationalen Bedeutung des Schriftstellers halten wir eine überregionale, wenn nicht – auch im Hinblick auf die Fördermittellage – internationale Ausschreibung für angemessen“, schreiben die Vorsitzende Gabi Rudnick und Stellvertreter Georg Büttel im Namen des Vorstands.

    Die am Horváth-Haus angebrachte Tafel und der literarische Horváth-Weg seien erfreulich und wichtig, hätten aber eher informativen Charakter. „Kunst kann ganz anders wirken: Sinne ansprechen, Emotionen auslösen, spontane Neugier wecken, Interesse wachrufen, Aufmerksamkeit erregen, Fragen aufwerfen, Erstaunen hervorrufen und vieles andere mehr.“ Die Horváth-Gesellschaft ist bereit, bei der Suche nach einem geeigneten Standort sowie der Ausschreibung oder der Frage der Gestaltung mitzuwirken. Und sie stellt im Fall der Verwirklichung des Kunstwerks eine Spende an die Gemeinde in Höhe von 1000 Euro in Aussicht. Ein denkbarer Standort wäre der besagte Horváth-Platz. „Das würde durchaus Sinn machen“, sagt Rudnicki. „Das bietet sich an.“ Man wolle aber einer Diskussion im Gemeinderat nicht vorgreifen. Von der Benennung des Platzes am KTM nach dem Schriftsteller wusste die Horváth-Gesellschaft übrigens laut Rudnicki noch gar nichts, als sie den Antrag für das Kunstwerk einreichte.

    Eine zentrale Stelle wäre also der Wunsch. Das würde auch zu dem Autor (1901 bis 1938) passen, der sich gern unter die Leute mischte und sich mit Vorliebe in den Wirtschaften und Cafés aufhielt. „Das war ja kein Schriftsteller, der daheim im Kammerl saß“, betont Rudnicki. „Er hat das Leben gesucht.“ Die Organisation wünscht sich ein „sichtbares Zeichen“, wie es Rudnicki ausdrückt. Im Antrag heißt es: „In Murnau, dem einzigen ständigen Wohnort des Schriftstellers, sollte es ein deutliches und würdiges optisches Bekenntnis zu ihm geben, das seiner biografischen und literarischen Verbundenheit zu Murnau, der zeitlosen Aktualität seiner Themen, der internationalen Bedeutung seines Werkes und seiner kosmopolitischen Einstellung gerecht wird.“

Roland Lory

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