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Gerade für Senioren, hier am Murnauer BRK-Heim, ist der Staffelseebus ein wichtiges Transportmittel. 

Debatte über öffentlichen Nahverkehr

Gesucht: Besseres Konzept für Staffelseebus

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Wie geht’s mit dem Staffelseebus weiter? Die Nachfrage ist gering – das Defizit hoch. Der Linie droht das Aus. In Murnau wird an einem zukunftsfähigen Konzept gefeilt. Und auch der Seniorenbeirat hat eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen.

Murnau – Das Angebot ist eigentlich attraktiv – und noch dazu umweltschonend: Der 2015 eingeführte Staffelseebus verbindet die drei Gemeinden Murnau, Grafenaschau und Seehausen – und steuert dort fast 30 Standorte an, etwa den Murnauer Kemmelpark, den Bahnhof oder das BRK-Seniorenheim. Doch trotz moderater Preise wird das öffentliche Verkehrsmittel kaum genutzt. Die Folge: Das Ganze ist für den Landkreis als Betreiber ein Zuschussgeschäft. Das jährliche Defizit liegt bei rund 50 000 Euro.

Es handelt sich vorerst nur um einen Probebetrieb, der bis Sommer 2018 läuft. Vermutlich wird er bis November 2018 verlängert, um noch die Landesausstellung abzudecken. Aber wie es dann weitergeht, steht in den Sternen. Im Landratsamt sieht man die Sache pragmatisch: Die Gemeinde Murnau sei am Zug, Vorschläge zu erarbeiten, wie die Buslinie mit der Nummer 9621, die ihren Schwerpunkt in der Marktgemeinde hat, besser funktionieren kann, berichtet Behördensprecher Stephan Scharf. „Wir sind offen und warten, was kommt.“ Ein Angebot des öffentlichen Nahverkehrs, das kaum angenommen werde, mache jedenfalls wenig Sinn.

Murnaus Klimamanager Patrick Fierhauser ist bereits dabei, mit Unterstützung eines Fachbüros ein Konzept zu erarbeiten, das den Staffelseebus fit für die Zukunft machen soll. Der Fachmann ist überzeugt: „Der Bedarf ist definitv da.“ Es gehe darum, den Bürgern eine Alternative zum Auto anzubieten. Nur dazu müsse man die Verbindungen benutzerfreundlicher gestaltet. Dazu zählten etwa ein regelmäßiger Fahrplan, eine klare Routenführung und Anschlüsse an die Bahn. Fierhauser hofft, im Februar die Ergebnisse präsentieren zu können.

Ebenfalls für den Erhalt des Staffelseebusses kämpfen und Ideen beisteuern will der Murnauer Seniorenbeirat. Dieser versteht sich als Sprachrohr der rund 3550 Marktbewohner, die das 60. Lebensjahr erreicht oder überschritten haben. Gerade viele ältere Menschen hätten kein Auto und seien auf die Alternative Bus angewiesen, erklärt der Vorsitzende Rainer Paschen.

Das Hauptproblem liegt seiner Ansicht nach auf der Hand: Das Angebot sei viel zu wenig bekannt. „Die Werbung ist unzureichend“, sagt Paschen. Man müsse die Linie – für die Fahrten wurde ein Busunternehmen beauftragt – bekannter machen. Auch seien die Haltestellen nicht auffällig gekennzeichnet. Er, so Paschen weiter, könne sich außerdem vorstellen, den Fahrplan zu optimieren und zusätzliche Zustiegspunkte hinzuzunehmen, etwa an der Unfallklinik oder im Wohngebiet am Längenfeldweg. Der Mann an der Spitze des Seniorenbeirats plant obendrein, sich an die Fraktionen im Gemeinderat zu wenden, um Unterstützer zu gewinnen.

Paschen ist alarmiert. Eine „spürbare Kostensenkung“ sei unumgänglich, „um die Buslinie aufrecht zu erhalten“, schreibt er in einem Beitrag für das Gemeindeblatt „Marktbote“. Und weiter: „Wir müssen also schnellstens etwas unternehmen!“

Am Staffelseebus unbedingt festhalten, das will auch Schwaigens Bürgermeister Hubert Mangold. Er ist davon überzeugt, dass die Rettung gelingen kann. Man müsste, so sein Vorschlag, bei der Kalkulation auch die Schülerbeförderung berücksichtigen und sich ein günstigeres Busunternehmen suchen. Schwaigens Ortsteil Grafenaschau brauche die Anbindung, um nicht abgeschnitten zu sein. Sammeltaxis wären seiner Ansicht nach keine Alternative.

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