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Gesucht: Wohnraum für Mitarbeiter des Forschungzentrums

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Von: Roland Lory

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Liegt seit Jahren brach: die zentrale Fläche im Murnauer Kemmelpark.
Liegt seit Jahren brach: die zentrale Fläche im Murnauer Kemmelpark. © Lory

In dem geplanten Forschungszentrum im Murnauer Kemmelpark will man spezielle Medikamente entwickeln. Doch wo sollen die 75 bis 150 Mitarbeiter wohnen? Auf diese Frage gibt es bis dato noch keine Antwort.

Murnau – Der Physiker Stephen Hawking verfasste herausragende Arbeiten zur Kosmologie, zur allgemeinen Relativitätstheorie und zu Schwarzen Löchern. 1963 wurde bei ihm Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) festgestellt, eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Mediziner vermuteten, dass Hawking nur noch wenige Jahre zu leben hat. Doch es kam anders. Der Brite starb 2018.

Was das mit Murnau zu tun hat? Nun, an dem anvisierten Forschungszentrum im Kemmelpark ist eine Bio-Tech-Firma beteiligt, die sich mit ALS befasst: die Velvio GmbH. Das Regensburger Unternehmen „entwickelt zwei bisher für die Behandlung von ALS nicht etablierte, neuartige Therapieansätze“, heißt es in einer Broschüre. Dabei geht es um neue Medikamente. „Trotz weltweiter Anstrengungen gibt es für ALS bisher keine wirksame Behandlung.“

Noch nichts zu sehen

Das Forschungszentrum ist seit Jahren geplant. Doch auf der dafür vorgesehenen Fläche ist bis dato nichts davon zu sehen, was bei manchen Gemeinderäten einen gewissen Unmut hervorruft. Die Investoren wollen das Projekt allerdings durchziehen.

Was genau wird in dem Forschungszentrum passieren? Velvio-Geschäftsführer Professor Ulrich Bogdahn hält sich mit Details zurück. „Das ist eine sehr komplexe Frage, die ich unabgestimmt mit allen Beteiligten ungern oberflächlich beantworten möchte.“ Nur so viel: „Firmen wie Neurovision und Velvio wollen zusammen mit anderen Partnern (wie dem UKM) kliniknahe, anwendungsorientierte Forschungsarbeit mit dem Schwerpunkt der Regeneration bei (neuro)-degenerativen Erkrankungen (inclusive Trauma) leisten.“

Im Kemmelpark sollen 75 bis 150 Arbeitsplätze entstehen. Dabei stellt sich naturgemäß die Frage, wo die Mitarbeiter wohnen werden. „Das ist eine der zu lösenden Hauptfragen in der Region“, ist Bogdahn klar. Er betont aber: „Wir müssen erst einmal den ersten Schritt schaffen.“ Und der ist, das Forschungszentrum auf den Weg zu bringen. Bogdahn, der auch einer der Gesellschafter und Geschäftsführer der Neurovision Pharma GmbH ist, hält es jedoch für denkbar, dass ein Investor Wohnungen baut, wenn das Forschungszentrum einmal steht.

Gemeinde: Arbeitgeber muss sich Gedanken machen

Die Marktgemeinde weist darauf hin, dass es sich dabei um ein privates Projekt handelt. „Jeder Arbeitgeber, der in unserer Region ansässig werden möchte, ist dazu aufgerufen, sich Gedanken darüber zu machen, wo seine Mitarbeiter wohnen können“, sagt Rathaussprecherin Annika Röttinger. „Wir können aber als Gemeinde nicht einschätzen, welcher Bedarf in welchen Segmenten vonnöten ist.“

In dem Murnauer Forschungszentrum wird medizinisches und wissenschaftliches, Verwaltungs- und Assistenz-Personal sowie welches aus den Gebieten Medizintechnik, Informatik und Statistik tätig sein. Bis dato werden noch keine Mitarbeiter gesucht. „Das kann verständlicherweise erst zu gegebener Zeit erfolgen“, sagt Bogdahn. Der Mediziner und seine Mitstreiter wollen sich allerdings frühzeitig um die Akquise kümmern. „Wir haben immer wieder Interessenten, die mitmachen wollen“, sagt der ehemalige Direktor der Klinik und Poliklinik der Universität Regensburg.

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