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Bei Musikfans beliebt: Das Murnauer Weltmusikfestival Grenzenlos, hier eine Archivaufnahme mit Norma Winstone und Ralph Towner aus dem Jahre 2017. 

Fördergelder für Grenzenlos-Festival

Nach Clinch: Kulturverein erhält Zuschuss

Die gemeindliche Finanzspritze für das Festival Grenzenlos, lange Zeit umstritten, ist unter Dach und Fach. Unterdessen schlägt die CSU-Fraktion vor, den Fördertopf für Vereine aufzuteilen.

Murnau – Es ist erwartungsgemäß eine Formsache gewesen: Der Murnauer Marktgemeinderat hat den Zuschussantrag des Kulturvereins befürwortet. Dieser war zuvor abgelehnt worden, weil sich der Verein geweigert hatte, Ratsmitglied und Kulturreferentin Dr. Elisabeth Tworek (SPD-Fraktion) aufzunehmen. Die Förderrichtlinien der Kommune geben vor, dass ein Verein, der Geld bekommen will, für alle Murnauer zugänglich sein muss. Mittlerweile hat der Kulturverein eingelenkt. Tworek wurde nach eigenen Angaben Mitglied. 

„Man hat uns schriftlich bestätigt, dass der Verein offen für alle Murnauer ist“, sagte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) in der Sitzung des Marktgemeinderats. Zudem hatte sich Thomas Köthe, Zweiter Vorsitzender und Künstlerischer Leiter des Kulturvereins, für Aussagen entschuldigt, die er in Bezug auf Tworek getätigt hatte. Bei einem klärenden Gespräch waren als Mediatoren Vize-Landrat Dr. Michael Rapp (CSU) und Gemeinderat Phillip Zoepf (Mehr bewegen) dabei.

Ob der Kulturverein jedoch 43 000 Euro für die Organisation des Weltmusikfestivals Grenzenlos und der Murnauer Jazzkonzerte erhält, muss sich noch zeigen. Diese Summe ist im Haushaltsplan des Marktes veranschlagt. Da der Kulturverein aber Anfang des Jahres eine Spendenaktion für Grenzenlos startete und dadurch Mittel generiert haben dürfte, soll er nun der Verwaltung eine aktualisierte Kostenaufstellung präsentieren. Darauf verständigte sich der Gemeinderat.

Unterdessen hat die CSU-Fraktion beantragt, den Topf für die Unterstützung der Vereine aufzuteilen. Nach den Worten von Fraktionssprecherin Regina Samm gibt es welche, „die etwas anders ausgerichtet sind“ wie zum Beispiel die Volkshochschule (Vhs) oder der Kulturverein. „Sicher finden wir auch noch andere Vereine, die nicht nur reine Vereinsarbeit machen und somit nicht allein nach ,innen‘ gerichtet sind“, schreibt Samm in einem Antrag an den Marktgemeinderat. Diese „anderen“ Vereine könne man nicht mit den gleichen Förderbedingungen behandeln. Samm regt daher an, das Thema Vereinszuschüsse auf den Prüfstand zu stellen. Die Richtlinien „müssten dann an die Gegebenheiten angepasst werden“.

Ebenso sei zu prüfen, ob man den Passus, wonach ein Verein kein Geld bekommt, wenn er nicht für alle Bürger offen ist, überarbeitet. „Mir sind mehrere Vereine bekannt, die in der Vergangenheit Neuaufnahmen von Bürgern abgelehnt haben.“ Diesen müsste die Kommune die Förderung „wieder streichen“.

Roland Lory

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