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Präsentieren die Ergebnisse der Klausur: (v. l.) die drei Fraktionschefs Volker Kauder (CDU), Andrea Nahles (SPD) und Alexander Dobrindt (CSU) bei der abschließenden Pressekonferenz im Alpenhof-Garten.

Klausurtagung im Alpenhof

GroKo in Murnau: Fraktionschefs demonstrieren Geschlossenheit

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Harmonie und Geschlossenheit – das demonstrierten die Fraktionsspitzen von Union und SPD an Tag zwei ihrer Klausurtagung im Landkreis. Das Murnauer Luxushotel Alpenhof bot hierfür die perfekte Kulisse. Das GroKo-Treffen bescherte dem Tourismusort mediale Aufmerksamkeit zum Nulltarif.

Murnau– Es ist die Macht der Bilder, auf die es in der Politik ankommt. So präsentierte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, Gastgeber der Klausurtagung der Großen Koalition, seinen Stimmkreis medienwirksam als oberbayerische Postkartenidylle – Traumwetter inklusive. Nach dem Treffen auf der Zugspitze stand nun der zweite (und letzte) Arbeitstag an, diesmal im Murnauer Fünf-Sterne-Hotel Alpenhof.

Die Botschaft, die die drei Fraktionschefs Andrea Nahles (SPD), Volker Kauder (CDU) und Dobrindt mittags bei der Abschlusskonferenz im Garten der Nobelherberge verkündeten, war unmissverständlich: Die GroKo halte zusammen und stelle sich den Herausforderungen. Von Zwistigkeiten keine Spur (mehr). „Ich hoffe, dass uns der Geist von Murnau durch die nächsten Wochen und Monate trägt“, sagte Kauder.

Das mediale Interesse war enorm: Rund 80 Journalisten hatten sich angemeldet, mehrere Fernsehteams berichteten über das Polit-Event am Rande des Murnauer Moors. Der Zeitplan war straff, das Programm minutiös durchgetaktet: Zwei kurze Fototermine und zwei Pressekonferenzen hatten die Organisatoren eingeplant. Dazwischen tagten die Führungsteams der drei Fraktionen im von Sicherheitskräften abgeschirmten Martin-Seiler-Saal. Überhaupt waren die Sicherheitsvorkehrungen sehr hoch: Selbst Kamerataschen wurden untersucht – und mit blauen Bändchen „freigegeben“. Und während Nahles, Kauder und Dobrindt im Freien vor die Kameras und Mikrofone traten, sperrte die Polizei die Ramsachstraße vor dem Hotelgelände ab.

Nach dem Thema Wohnen und Bauen, das auf der Zugspitze im Mittelpunkt stand, ging es nun in Murnau unter anderem um die Digitalisierung, speziell um Künstliche Intelligenz. Die Politik hatte sich hierfür einen Experten eingeladen, der derzeit als Superstar der Robotorforschung gefeiert wird – und auch in Garmisch-Partenkirchen bestens bekannt ist: Sami Haddadin. Der Professor an der Technischen Universität München plant im Kreisort ein Geriatronik-Zentrum, in dem zu Assistenzrobotern geforscht werden soll. Die Politik erhofft sich davon sehr viel, vor allem wirtschaftliche Impulse für die Region.

Zur Klausurtagung hatte Haddadin eine Weltneuheit mitgebracht: Roboterarme, die seinen Angaben zufolge – das ist das Besondere daran – lernfähig sind. „Sie sind wie kleine Kinder“, erklärte der Fachmann bei einer Präsentation – während die Gerätschaften, die vielfältig einsetzbar sind, iPhone-Schachteln bewegten. Die Koalition sieht auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz enorme Chancen – und will dazu eine Fachkommission einsetzen. Durch die Digitalisierung, betonte Dobrindt, entstünden neue Arbeitsplätze. Und SPD-Chefin Nahles sagte: „Wir müssen das Land sein, das die Roboter baut.“

Auch die Außenpolitik, insbesondere die Krisenherde im Nahen und Mittleren Osten, stand auf der Agenda der Konferenz. Zu Gast war Ayman Safadi, Außenminister des Königreichs Jordanien.

Für den Alpenhof war die Klausur ein Kraftakt. Zwei Monate lang dauerten die Vorbereitungen. Die Mitarbeiter wurden laut Hotelchef Christian Bär sogar noch extra geschult. Zum Beispiel ging es um den richtigen Umgang mit neugierigen Medienvertretern. Die wichtigste Regel der Branche: Diskretion. So waren auch keine Details zu erfahren. Nur eine Sache wurde verraten: Das Abendessen für die prominenten Gäste war bodenständig. Es gab etwa geräucherte Kochelseefische, Spargel, Rindfleisch, frische Erdbeeren und Käse. Das Ganze war für Murnaus erste Adresse unter den hiesigen Hotels natürlich eine schöne Werbung: „So etwas wünscht sich jeder Hotelier“, resümierte Bär. „Ich bin sehr zufrieden.“ Davon profitiere aber auch der gesamte Tourismus-Ort, weil nun Murnau in aller Munde sei.

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