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In Reih und Glied: Die Nikoläuse sorgen Ende 2016 mit ihrem Festzug für Aufsehen.

Großes Nikolaus-Treffen in Murnau

Bischofskonferenz der etwas anderen Art

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Murnau wird am Samstag, 9. Dezember, zu einer Hochburg der Heiligen Männer: Dann nämlich findet zum zweiten Mal ein großes Nikolaustreffen statt – inklusive eines Festzugs durch die Fußgängerzone.

Murnau – Der Murnauer Reinhard Klein ist Nikolaus aus Leidenschaft. Heuer feiert der Rentner ein Jubiläum, auf das er richtig stolz ist: Seit 50 Jahren schlüpft er in die Rolle des gütigen Manns im Bischofsgewand, der am 6. Dezember Namenstag feiert und Geschenke verteilt. „Wenn ich als Nikolaus in die Häuser komme, die Familien und die Kinder mit strahlenden Augen sehe, wird mir warm ums Herz“, erzählt der 66-Jährige. „Wenn es dann noch vorweihnachtlich duftet und vielleicht auch noch ein bisschen musiziert wird, erfüllt mich das mit einer ganz besonderen Freude.“

Einen Stammtisch seiner Kollegen aus dem Staffelseegebiet gab es bereits. Aber vergangenes Jahr hatte Klein eine Idee: Wieso nicht gleich all seine oberbayerischen Amtsbrüder nach Murnau einladen? Gesagt, getan. Das erste Nikolaustreffen – in dieser Form einzigartig – war ein voller Erfolg. Für Klein steht fest: Das Ganze soll zu einer festen Einrichtung und jedes Jahr größer werden. Dem Murnauer schwebt ein Treffen seiner Mitstreiter aus der gesamten Alpenregion vor. Und vielleicht schafft er es damit irgendwann sogar ins Guinness-Buch der Rekorde.

Am Samstag, 9. Dezember, ist es wieder soweit. Diesmal werden Teilnehmer aus ganz Bayern und Tirol erwartet. Laut Klein haben sich bereits rund 30 Nikoläuse, zehn Krampusse und eine Perchtengruppe aus Penzberg angemeldet. Ein Gleichgesinnter reist extra aus Unterfranken an. Ihn lernte Klein zufällig heuer im Sommer kennen: Der Kollege machte gerade Urlaub auf dem Campingplatz der Halbinsel Burg.

Das Programm für die Zusammenkunft in Erinnerung an den Bischof von Myra, der im dritten Jahrhundert in der heutigen Türkei geboren wurde und viele gute Taten vollbracht haben soll, steht: Um 18 Uhr findet in der St.-Nikolaus-Kirche ein großer Festgottesdienst mit Chor und Orchester statt. Ab 19.30 Uhr bewegt sich die Gruppe in voller Montur durch die Fußgängerzone zum Griesbräu, wo ein gemütliches Beisammensein ansteht. Die Aktion dürfte sicherlich für Aufsehen sorgen – und das Interesse der Passanten wecken. Für die musikalische Begleitung sorgt das Jugend- und Blasorchester. Ihm gehe es ums Kennenlernen und einen Erfahrungsaustausch, berichtet Klein. „Wir haben uns bestimmt viel zu erzählen“, sagt er. Interessanterweise werde der Brauch überall etwas anders gepflegt. Zum Beispiel sei der Krampus – der wilde Geselle ist der Helfer des Heiligen Nikolaus – in Städten vom Aussterben bedroht.

Klein verfolgt mit der Initiative noch ein Anliegen: Er will die Tradition bewahren – und sich neumodischen Trends entgegenstellen. „Bei uns in der Alpenregion kommt nun mal der Heilige  Nikolaus im Bischofsgewand und nicht der Weihnachtsmann mit der Zipfelmütze“, betont er in einem Einladungsschreiben an seine Zunftkameraden.

Stellt sich nur eine pädagogische Frage: Wie soll man es Kindern klarmachen, dass es nicht nur einen Nikolaus gibt, sondern gleich eine ganze Gilde? Das sei kein Problem, meint Klein. „Kinder wissen, dass mehr unterwegs sind. Die sind ja nicht blöd.“

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