Präsenz zeigen: Eine Demo von  Fridays for Future in Murnau, bei der Schüler und andere Anhänger 2019 durch den Markt ziehen und für das Klima und Klimaschutz demonstrieren.
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Präsenz zeigen: Eine Demo von Fridays for Future in Murnau, bei der Schüler und andere Anhänger 2019 für mehr Klimaschutz durch den Markt ziehen.

Umweltschutz

Klimaneutralität: Kinder- und Jugendvertretung wirft Murnauer Verwaltung fehlende Transparenz vor

Der Markt Murnau hat sich im vergangenen Jahr ein großes Ziel gesetzt: Bis 2030 soll die Gemeindeverwaltung klimaneutral sein. Der dazugehörige Antrag war von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen gekommen. Doch was hat sich seither getan?

  • 2020 beschloss der Gemeinderat, dass die Murnauer Verwaltung bis 2030 klimaneutral werden soll.
  • Nach Meinung der Kinder- und Jugendvertretung geht diesbezüglich zu wenig vorwärts.
  • Ein Sprecher klagt zudem über mangelnde Transparenz.

Murnau – Es hat sich zu wenig in Murnau getan in Sachen Klimaneutralität. Dies findet der Erste Sprecher der Murnauer Kinder- und Jugendvertretung (KJV), Tim Sedlmaier. Der 15-Jährige moniert, dass der Öffentlichkeit noch kein Konzept vorgestellt wurde. Das bezeichnet Sedlmaier, der Beisitzer des Grünen-Ortsverbands ist und sich auch bei Fridays For Future engagiert, als „großes Versäumnis“. Seiner Meinung nach sollten die Bürger erfahren, was seit dem Beschluss gemacht wurde. Dass die Kommune zu wenig bis gar nichts im Bereich Umweltschutz tue, gaben immerhin drei Viertel der 150 befragten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Ort anlässlich einer Umfrage an. Diese führte die KJV heuer durch.

Der Gemeinde auf den Zahn fühlen

Als Teil eines politischen Gremiums, das die Interessen der Murnauer Jugend vertritt, will Sedlmaier der Gemeinde besonders auf den Zahn fühlen. „Es geht darum, die Erde für zukünftige Generationen zu erhalten“, betont er. Aus diesem Grund hat der Freistaat eine Klimaschutzoffensive ins Leben gerufen, die Klimaneutralität von Staat und Kommunen fordert. Angestrebt wird, dass Bayern bis spätestens 2050 das erste klimaneutrale Bundesland wird. Um das zu erreichen, müssen die Gemeinden mitziehen. Dazu hat sich Murnau mit dem Beschluss verpflichtet.

Rathaus: Einige Punkte umgesetzt

Rathaussprecherin Annika Röttinger teilt mit, dass einige Punkte in Sachen Klimaneutralität schon umgesetzt beziehungsweise angeregt worden seien. Als Beispiele nennt sie mehrere Elektro-Fahrzeuge, die Teil der Dienstflotte des Marktes sind. „Es sollen beständig mehr werden.“ Darüber hinaus schaffte man Dienst-Pedelecs an mit dem Ziel, „den Umstieg aufs Rad gerade innerorts noch attraktiver zu gestalten“. Auch die Versorgung durch regenerative Energien sei in Murnau fortgeschritten. Alle öffentlichen Gebäude, bei denen eine Umstellung möglich war, werden laut Röttinger mit erneuerbaren Energien versorgt.

Nachhaltige Büroausstattung

Weiter zählt die Sprecherin die energetische Sanierung von Rathaus, Gemeindewerken und Bauamt auf. Ferner sei man gerade dabei, „Büroabläufe von analog auf digital umzustellen“. Eine nachhaltige Büroausstattung mit recycelten Materialien ist laut Röttinger in Arbeit. Diese Woche erfolge außerdem die Übernahme von Papierresten der ortsansässigen Druckerei Wiesendanger. Gemeinsam mit der Initiative Papierretter aus Riegsee setze sich der Markt dafür ein, „dass einwandfreie Reste weiter verwendet werden und nicht entsorgt werden müssen.“ Auch wurde eine Arbeitsgruppe „Energie & Klimaschutz“ gegründet, die unter anderem das Thema klimaneutrale Verwaltung behandeln soll. Der Kreis, zu dem neben Sedlmaier auch Vertreter aus Politik und Bund Naturschutz zählen, hat sich letzte Woche zum ersten Mal getroffen. Röttinger spricht von einem „sehr konstruktiven Austausch“.

Sedlmaier: Öffentlichkeit einbeziehen

Der KJV-Sprecher bemängelt jedoch, dass die klimaneutrale Verwaltung dabei gar nicht zur Sprache gekommen sei. Überdies kann er nicht nachvollziehen, warum die Öffentlichkeit nicht in diese Pläne einbezogen werde: „Solch ein zukunftsweisendes Thema sollte transparent behandelt werden.“ Das sieht man seitens der Gemeinde als „wenig zielführend“ an. Das Rathaus erklärt, dass sich mögliche Stellschrauben am besten „von innen“ regeln ließen. Ein entsprechendes Konzept mit Stufenplan sei vorhanden. Was den übergeordneten Bereich Klima- und Umweltschutz in Murnau angeht, freue man sich hingegen sehr „über eine aktive Beteiligung“ seitens der Bürger, so Röttinger.

Constanze Wilz

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