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Jan-Ulrich Bittlinger ist Wirtschaftsförderer des Marktes Murnau.

Bittlinger bisher auf sich allein gestellt

Grüne beantragen: Murnaus Wirtschaftsförderer soll entlastet werden

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Kann Murnaus Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger all das leisten, was von ihm verlangt wird? Dieses Thema greift jetzt nach den Freien Wählern auch die Grünen-Gemeinderätin Veronika Jones in Form eines Antrags auf. 

Murnau – DieDebatte über das Murnauer Innovationsquartier (IQ), in dem der Markt vor allem Jungunternehmer der Kreativbranche fördern will, schlug vor einigen Wochen ziemlich hohe Wellen. Manche Ortspolitiker wünschen sich mehr Kontrolle über die Abläufe in der Einrichtung, die sich im alten Gemeinde-Krankenhaus befindet. Dabei geht es etwa um Neuaufnahmen, Kündigungen und vergünstigte Mieten. Den Freien Wählern schwebt die Schaffung eines Aufsichtsrats vor. Und sie würden am liebsten die Gemeinde-Verwaltung neu organisieren, um Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger zu entlasten. Der Hintergrund: Im Ort ist immer wieder zu hören, dass dieser hauptsächlich als IQ-Manager eingespannt sei, aber zu wenig Zeit für die anderen Betriebe habe.

Mit dem Thema setzt sich sich jetzt auch Gemeinderätin Veronika Jones (Grüne) in einem zweiseitigen Antrag auseinander. Die Volksvertreterin attestiert darin Bittlinger eine „hervorragende Arbeit im IQ“. Aber sie stellt zugleich fest: „Für eine wirkungsvolle, nachhaltige Wirtschaftsförderung, die Ansiedlung neuer und innovativer Betriebe, aber auch zur Bestandsförderung, braucht es deshalb sichtbar mehr Einsatz außerhalb des IQ, das zeigen viele Gespräche mit Einzelhändlern und Betrieben, vom Handwerk bis zum Großunternehmen.“ Jones regt daher an, genau zu prüfen, ob man möglicherweise die Wirtschaftsförderung personell aufstocken muss. Bislang ist Bittlinger auf sich allein gestellt. Jones könnte sich auch vorstellen, durch eine Umverteilung der Arbeitsbelastung innerhalb der Verwaltung oder durch einen Citymanager den Fachmann für Wirtschaftsfragen zu unterstützen.

Bittlinger, der seit 2015 beim Markt Murnau angestellt ist, betont indessen auf Nachfrage, dass das IQ ein zentrales Element eines Gesamtkonzepts sei. Dabei gehe es vor allem um die Ansiedlung neuer Branchen und um die Schaffung neuer Jobs. Diesen Auftrag habe der Gemeinderat formuliert. Als Wirtschaftsförderer sei er natürlich für alle Betriebe der Ansprechpartner und kümmere sich um deren Probleme. „Ich bin gut ausgelastet“, sagt er. Eine Unterstützung wäre grundsätzlich sinnvoll. Nur müsse dies der Gemeinderat entscheiden.

Übrigens: Mit dem Anliegen, einen IQ-Aufsichtsrat zu installieren, können die Freien Wähler Jones nicht überzeugen. Solch ein „starres Gebilde“, argumentiert sie, „würde das Konzept des Hauses gefährden und potentielle Startups abschrecken“. Der Gemeinderat reicht ihrer Ansicht nach als Kontrollgremium aus. Allerdings könnte der Wirtschaftsförderer – „zur besseren Nachvollziehbarkeit“ – intensiver über die Mietverhältnisse im IQ berichten.

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