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Startklar für den Wahlkampf: (v. v. l.) Thomas Stärz (mit einem Bild von Steven Gschmeißner), Stephanie Neumark-Schrank, Veronika Jones, Hans Kohl (mit Marina Kustner-Lanz), Veronika Kustner (mit Nadine Unger), (2. Reihe v. l.) Leonhard Schrank (mit Helen Seyringer), Claudia Lehmann, Barbara Stärz, Josef Raab, Landtagsabgeordneter Andreas Krahl, (3. Reihe v.l.) Wolfgang Riedinger, Kirsten Bombe-Sponar (mit Bernd Weber), Tina Schubert, Tobias Steurer, Heinrich (Jimi) Hammer, Adrian Dietz, Barbara Bauermeister, Petra Daisenberger und Stefan Bauermeister. 

Aufstellungsversammlung der Grünen

Ortssprecherin Veronika Jones lässt Frage der Bürgermeister-Kandidatur weiterhin offen

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Veronika Jones, Murnaus Ortssprecherin der Grünen und Ex-Gemeinderätin, macht es spannend: Auf der Aufstellungsversammlung ihrer Partei legte sie sich nicht fest, ob sie als Bürgermeister-Kandidatin antritt. Fest steht: Auf der Gemeinderatsliste steht sie auf Platz eins.

Murnau – Die Grünen in Murnau haben derzeit so viel Tatendrang und Spaß an Politik, dass sie sich aus Versehen selbst entwaffnen. Stephan Bauermeister, einst Gründungsvorstand bei Mehr Bewegen, wandte sich nichts ahnend an Ortssprecherin Veronika Jones und bat sie inständig um Aufklärung. Eine Ortsgruppe wie diese, gewachsen auf 41 Mitglieder, brauche doch zwingend einen Bürgermeisterkandidaten bei der Wahl 2020.

Jones befand sich in einer Zwickmühle. Ehrlich wollte sie zu ihrem Listen-Kollegen sein. Aber die Ambitionen, die ihr seit Wochen nachgesagt werden, öffentlich machen, wollte sie dann auch nicht. Mit einem vielsagenden Grinsen, das kichernde Kollegen noch umrahmten, entgegnete sie Bauermeister: „Natürlich würde eine weibliche Bürgermeister-Kandidatin das Bild abrunden.“ Das war zwar keine 100-prozentige Zusage. Doch es müsste sich schon viel tun, wenn Jones am 8. Januar nicht zur Anwärterin der Öko-Partei auf den Rathaus-Thron gewählt wird. An diesem Tag treffen sich die Grünen wieder, um über das Amt des Ortschefs zu diskutieren. Das Zauberwort Aufstellungsversammlung verwendeten sie vorsorglich nicht. Allerdings wusste jeder, was an diesem Mittwoch passieren wird.

Entsprechend ausweichend äußerte sich Jones auch zum Angebot von Rathaus-Chef Rolf Beuting, der wieder um die Unterstützung der Grünen warb. „Zu uns persönlich ist er nicht gekommen“, betont Jones. Ihr Team könne selbstbewusst auf- und antreten. Im Vergleich zu 2014 startet die Ortsgruppe aus einer deutlich besseren Position in den Wahlkampf. Damals hatte die Gruppe gerade eine halbe Liste mit zwölf Kandidaten zusammengebracht. Der Aufschwung der Grünen auf Bundesebene und Jones’ politische Akkordarbeit, die sie den Bürgern täglich im Internet zeigt, haben für einen enormen Zuwachs gesorgt. Seit einem Jahr spüre sie vermehrt eine Aufbruchstimmung in Murnau, sagt Jones. Der Markt erkenne, dass keine Spinner antreten, sondern Menschen wie Sepp Daxenberger. Den ehemaligen Chef der bayerischen Grünen, Landwirt und ersten grünen Bürgermeister Bayerns hatte sie vor etwa zehn Jahren an einem Wahlstand getroffen. „Da sind mir die Augen aufgegangen.“

Jones steht erwartungsgemäß auf Platz eins der neuen Liste, obwohl sie vor einem Jahr aus Zeitgründen – sie kümmerte sich um ihr Baby – aus dem Gemeinderat zurückgetreten war (wir berichteten). „Ein paar Monate hätten mir schon gereicht“, stellt sie klar. Doch die Statuten in Bayern sehen keine Elternzeit für Gemeinderäte vor. Die Konkurrenz von Mehr Bewegen zielte kürzlich in ihrer Bürgermeister-Kür auf diesen Rückzug ab. „Finde ich unverschämt“, sagt Jones. Keiner könne ihr nachsagen, die Lokalpolitik danach eingestellt zu haben. Sie wechselte nur die Perspektive. „Ich habe vom Spielfeldrand zugesehen – wie der Trainer.“

In dieser Rolle hat sie einen Missstand entdeckt, der die Grünen nun zum zentralen Thema machen: die Beteiligung der Bevölkerung an der Ortspolitik. „Der Bürger hat keine Holschuld. Er muss sich nicht abends in den Gemeinderat aufmachen“, betont die Sprecherin.

Gemeinderat Hans Kohl sprach vom Plan, die Murnauer direkter an Projekten zu beteiligen. „Sonst kriegen wir mittelfristig ein Problem mit der Demokratie.“ Kohl steht auf Rang zwei der Liste. Dahinter folgen weniger bekannte Gesichter, dafür: viele junge Erwachsene und Eltern sowie zwölf Frauen, wie es die Partei-Statuten vorschreiben. Als Nachrücker haben sich Minigolf-Boss Bauermeister und seine Frau Barbara angeboten – beide früher bei Mehr Bewegen. Beide wechselten die Liste aus Gründen, die sich nicht näher erläutern mochten. Stephan Baumeister sagte nur: „Der letzte Zeitungsbericht hat mich in unserer Tat bestätigt.“


Die Liste: 1. Veronika Jones, 2. Hans Kohl, 3. Stephanie Neumeir-Schrank, 4. Leonhard Schrank, 5. Claudia Lehmann, 6. Thomas Stärz, 7. Petra Daisenberger, 8. Dr. Adrian Dietz, 9. Helen Seyringer, 10. Bernd Weber, 11. Barbara Stärz, 12. Wolfgang Riedinger, 13. Marina Kustner-Lanz, 14. Nils Martens, 15. Nadine Unger, 16. Dr. Josef Raab, 17. Veronika Kustner, 18. Heinrich Grünthaler-Hammer, 19. Kirsten Bombe-Sponar, 20. Seven Gschmeißner, 21. Tina Schubert, 22. Reinhard Kustner, 23. Birgit Hammer, 24. Tobias Steurer. Ersatz: Barbara und Stephan Bauermeister.

Weitere Informationen zur Kommunalwahl 2020:

https://www.merkur.de/politik/kommunalwahl-2020-bayern-datum-termine-stimmzettel-buergermeister-landrat-kreistag-gemeinderat-12344668.html

https://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/landkreis/kommunalwahl-bayern-ere1211475/buergermeisterwahl-2020-im-kreis-garmisch-partenkirchen-wahlen-und-kandidaten-13271058.html

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