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In vielen Kommunen wie hier in Garmisch-Partenkirchen längst Standard: ein Ortsbus. 

Grundsatzentscheidung im Gemeinderat

Murnau will einen Ortsbus

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Nach dem Aus für den Staffelseebus will nun der Markt Murnau in Eigenregie den öffentlichen Personennahverkehr stärken: Der Gemeinderat sprach sich in seiner Sitzung zumindest grundsätzlich für die Einführung eines Ortsbusses aus. Allerdings ist noch vieles ungeklärt – und die Skepsis groß.

Murnau – Die Murnauer Rathaus-Verwaltung hätte in Sachen Ortsbus gerne Nägel mit Köpfen gemacht. Sie schlug nämlich in der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstagabend ein recht konkretes Konzept vor, das im Zuge eines vierjährigen Probebetriebs umgesetzt werden sollte. Dieses hatte ein Fachbüro im Auftrag der Kommune erarbeitet und bereits im Energie-, Umwelt- und Verkehrsausschuss vorgestellt.

Demnach würde die Gemeinde den Auftrag, die Linie zu betreiben, an ein privates Busunternehmen vergeben – und müsste für die Kosten aufkommen. Ausgaben in Höhe von rund 110 000 Euro pro Jahr stehen im Raum, wobei – zumindest als Starthilfe – mit Zuschüssen gerechnet wird. Die Verkehrsexperten sprechen sich für eine einfache Route aus, die im Stundentakt vom Bahnhof ausgehend eine Schleife durch das Ortszentrum macht und auch Haltestellen etwas außerhalb wie die Unfallklinik oder im Sommer die Bucht ansteuert. Entscheidend: Damit soll die Anbindung an die Bahn gewährleistet sein.

„Es ist wichtig, dass wir solch ein Mobilitätsangebot bekommen“, warb Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) für den Ortsbus. „Ich glaube, dass das eine gute Planung ist.“ Die „Qualitätsmängel“, die seiner Ansicht nach der Staffelseebus des Landkreises hatte – das Angebot wird aufgrund fehlender Akzeptanz nicht fortgesetzt –, würden auf diese Weise behoben.

Doch die Gemeinderäte wollten sich nicht so ohne Weiteres auf dieses Abenteuer einlassen. Vor allem die in der Sitzung präsentierte Linienführung und die lange Dauer des Testbetriebs stießen auf zum Teil deutliche Kritik. Es wurde außerdem davor gewarnt, dass das Defizit aus dem Ruder läuft. Auch bekamen Beuting und sein ÖDP/Bürgerforum den Vorwurf zu hören, es gehe nur darum, ein Wahlkampfversprechen einzulösen. Nach einer kontroversen Debatte verständigte sich das Gremium schließlich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Mit einer 14:7-Mehrheit wurde die Grundsatzentscheidung gefällt, einen Ortsbus einzuführen – allerdings ohne ein genaues Konzept dafür zu haben. Die Gegenstimmen kamen vor allem aus den Reihen der CSU. Im Januar sollen nun offene Fragen mit dem Gutachter besprochen werden.

Bemängelt wurde etwa, dass in den vorgelegten Plänen Ortsteile wie Hechendorf oder Weindorf nicht berücksichtigt werden. Dabei sei es wichtig, auch diese anzufahren, betonte Phillip Zoepf (Mehr bewegen). Und weiter: „Es stellt sich die Frage, ob dann ein Bus reicht.“ Auch Freie-Wähler-Chef Welf Probst zeigte sich unzufrieden: „Das ist unausgegoren und teuer“, meinte er. Und Regina Samm (CSU) ging das ganze Prozedere viel zu schnell: „Das muss man sich besser überlegen. So ist es nicht abstimmungsreif.“

Doch es meldeten sich auch Ortsbus-Anhänger zu Wort. Ihnen ist vor allem wichtig, eine umweltfreundliche Alternative zum Auto zu schaffen. „Die Zeit ist reif“, sagte Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum). „Wir brauchen dringend andere Mobilitäten.“

Ein Plädoyer für den Ortsbus hielt Rainer Paschen, Vorsitzender des Seniorenbeirats. Der Erhalt der Mobilität sei gerade für ältere Menschen ein Grundbedürfnis und biete ein „unschätzbares Mehr an Lebensqualität“.

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