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Grundsteinlegung: Architektin Onni Rebholz (r.) hält eine so genannte Zeitkapsel, die sie anschließend im Erdreich versenkt.

Großprojekt im Kemmelpark

Startschuss für Bürokomplex in Murnau

Im Murnauer Kemmelpark wird eine der letzten freien Flächen bebaut. In den nächsten Monaten entsteht am Eingang des ehemaligen Militärareals ein modernes Bürogebäude.

Murnau – Die Planungen und Vorarbeiten waren aufwendig. „Wir sind seit vier Jahren mit dem Projekt beschäftigt“, betonte Architekt Marcus Kottermair, als jetzt der Grundstein für einen modernen Bürokomplex am Eingang des Kemmelparks gelegt wurde. „Es war ein holpriger Weg. Umso mehr freuen wir uns, dass es jetzt losgeht.“ 

Kottermair und Onni Rebholz sind die verantwortlichen Architekten, Initiatoren und Teilhaber des Vorhabens. Bei den Investoren handelt es sich nach eigenen Angaben um eine Gruppe von fünf Murnauer Unternehmern, die teilweise namentlich nicht genannt werden möchten. Sie firmieren unter der Bezeichnung Werkhaus MurNow GmbH & Co. KG und stemmen gemeinsam als gewerbliche Baugruppe das Vorhaben. Über die Hälfte der Geschossfläche – insgesamt sind es rund 3300 Quadratmeter – wollen sie mit ihren Firmen selbst nutzen oder vermieten. Mit im Boot sitzen überwiegend Vertreter aus den Bereichen Architektur und Design. Die restliche Bürofläche veräußert man über eine eigene Firma, um das Ganze zu gegenzufinanzieren. Interessenten können nach wie vor zuschlagen. „Es sind noch Flächen zu verkaufen“, sagte Kottermair.

Die Bindung an Murnau und Umgebung ist den Initiatoren wichtig. Sie schauen darauf, dass heimische Firmen zum Zug kommen. „Die Wertschöpfung soll in der Region bleiben“, unterstrich Kottermair. Den Rohbau errichtet die Firma Schneider aus Bad Tölz. Zunächst kommt die Bodenplatte für den Keller, dann dessen Wände und die Fundamente. „Das Besondere an dem Bau sind die Holzverbunddecken“, sagte Geschäftsführer Thomas Schneider. „Das erfordert ein gutes Zusammenspiel zwischen dem Zimmerer und uns.“

Die Gesamtkosten (inklusive Grundstückskauf) werden auf rund acht Millionen Euro geschätzt. Bei dem dreigeschossigen Riegel sind zwei Bauabschnitte geplant. Das Gebäude ist als barrierefreier Holzhybridbau konzipiert. Entstehen soll ein KfW-Effizienzhaus 55. Auf dem Dach könnten Photovoltaikanlagen installiert werden. „Hier sind wir noch im Gespräch mit den Murnauer Gemeindewerken“, erklärte Kottermair. Diese könnten eventuell als Betreiber der Module einsteigen. Auf dem Areal sind zudem 80 oberirdische Parkplätze geplant.

Auch Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) freut sich, dass der Startschuss erfolgt ist. „Wir sehen das sehr positiv.“ Es handle sich um umweltschonende Arbeitsplätze, es würden „keine Schornsteine“ gebaut, und es entstehe eine hohe Wertschöpfung. „Das sind alles ortsansässige Firmen, denen wir eine Entwicklungsmöglichkeit bieten.“

Auf der noch freien Filetfläche in der Mitte des Kemmelparks sind hingegen noch keine Bagger angerückt. Dort will das Unternehmen Neurovision Pharma GmbH ein Forschungs- und Therapiezentrum bauen. „Die Firma hat angekündigt, dass das länger dauert“, teilte Beuting mit. Sie sei aber am Planen. Den Zuschlag hatte die Gesellschaft im März 2017 erhalten.

Roland Lory

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