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Bekommt Murnau ein Schwimmbad? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Gemeinderat.

Murnauer Gemeinderat muss Weichen stellen

Hallenbad-Debatte: Tag der Entscheidung

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Im Murnauer Gemeinderat wird es am Donnerstag, 25. Januar, richtig spannend: Möglicherweise kommt es in Sachen Hallenbadbau zu einer Grundsatzentscheidung. Die Verwaltung empfiehlt jedenfalls, das Millionenprojekt nicht weiter zu verfolgen.

Murnau – Es ist der Tagesordnungspunkt mit der Nummer 13, der in der  Sitzung des Murnauer Gemeinderats (Beginn: 19 Uhr im Kultur- und Tagungszentrum) sicherlich für ein erhöhtes öffentliches Interesse sorgen wird. Denn es geht um eine wichtige Weichenstellung: Die Volksvertreter müssen entscheiden, wohin in der seit längerer Zeit kontrovers geführten Hallenbad-Debatte die Reise gehen soll. Gut möglich, dass sie sich festlegen, ob sie nun den Bau der Sportstätte, die vornehmlich für den Schulschwimmunterricht gedacht wäre, anpacken oder das Vorhaben beerdigen wollen. Die Position der Rathaus-Verwaltung ist eindeutig: Sie rät, die Planungen derzeit nicht weiter zu betreiben. Als Grund wird die fehlende Finanzzusage des Landkreises genannt.

Zum Hintergrund: Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) kassierte Ende 2017 mit einem Finanzierungsantrag im Kreisausschuss eine Abfuhr (wir berichteten). Er bekam zu hören, dass über einen Zuschuss erst dann abgestimmt werden könne, wenn Murnau das Hallenbad-Vorhaben beschließt. Doch Beuting sieht das anders: Er ist der Ansicht, dass zuerst der Landkreis in der Frage einer Kostenbeteiligung Position beziehen muss, da dieser schließlich auch für einen Großteil der Schüler (Realschule und Staffelsee-Gymnasium) zuständig sei.

„Ich glaube, dass die Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass Projekte in dieser Größenordnung sauber durchgerechnet sind. Deshalb kann ich dem Gemeinderat ohne eine finanzielle Beteiligung bei Investitions-, Betriebs- und Unterhaltskosten keinen Beschluss für ein Schulschwimmbad empfehlen“, erklärt er auf Nachfrage.

Bislang gab es lediglich das Signal der Kreisverwaltung, einen Teil der Investitionskosten zu übernehmen und Eintrittsgelder zu bezahlen. Ein Schulschwimmbad wäre nicht billig: Im Raum stehen Baukosten in Höhe von rund zehn Millionen Euro – wenn man einen möglichen Grundstückskauf und die Mehrwertsteuer berücksichtigt.

Zu den Befürwortern des Projekts zählt CSU-Gemeinderat Josef Bierling. Er ist nicht sehr optimistisch und geht davon aus, dass sich die Mehrheit seiner Amtskollegen dagegen aussprechen wird. Er werde sich dennoch weiterhin für den Bau der Einrichtung stark machen. Bierling ist mit der Vorgehensweise der Verwaltung nicht einverstanden: „Man möchte den Schwarzen Peter dem Landkreis zuschieben“, ärgert er sich. Dabei habe dieser seine Hausaufgaben gemacht. Und die veröffentlichten Zahlen sind in seinen Augen „schlechtgerechnet“. Bierling ist davon überzeugt: Ein Hallenbad ließe sich auf Gemeinde-Grund günstiger realisieren – und der Markt könnte sich dies auch leisten. Eine Möglichkeit, um Kosten zu sparen, wäre seiner Meinung nach ein Kombibau aus Turnhalle und Schwimmbad an der Mittelschule.

Doch das sieht manch einer seiner Kollegen in dem Kommunalparlamant anders – etwa Welf Probst. Natürlich wäre ein Bad wünschenswert, sagt der Freie-Wähler-Chef. Nur: „Ich kann mir momentan nicht vorstellen, wie wir das finanziell wuppen sollen.“ Aus diesem Grund sei er dagegen.

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