Diskussion über möglichen Hallenbad-Bau

Junge Union sagt Nein zum „Luxus Pool“

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Ein Schulschwimmbad gilt als Wunschprojekt der Murnauer Jugend. Das sieht die Junge Union (JU), die Nachwuchsorganisation der CSU, nicht so – und spricht sich mit deutlichen Worten gegen den Bau einer solchen Sportstätte aus.

Murnau – Seit vergangener Woche liegen die Zahlen auf dem Tisch: Ein einfaches Murnauer Hallenbad, in erster Linie für das Schulschwimmen gedacht, wäre ein kräftiges Zuschussgeschäft (wir berichteten). Das jährliche Defizit (inklusive Abschreibung und Zinsen) würde 570 000 bis 707 000 Euro ausmachen. Die Baukosten würden 7 Millionen Euro betragen – mit Grundstückskauf und Mehrwertsteuer sogar 9,5 bis 9,8 Millionen Euro.

Für die Junge Union (JU) Murnau ist das eindeutig zu viel. Die CSU-Jugendorganisation sagt daher in einem aktuellen Beitrag auf ihrer Facebook-Seite unmissverständlich „Nein zum Luxus Pool und Investitionsverhinderer für die nächste Generation“. Die Jungpolitiker stellen sich die Frage: „Wer soll denn das bezahlen“? Selbst mit Förderungen bliebe die Kommune Jahr für Jahr auf Kosten sitzen, argumentieren sie.

Das Veto in dem sozialen Netzwerk ist namentlich gezeichnet vom JU-Kreisvorsitzenden und stellvertretenden Murnauer Ortsvorsitzenden Florian Lempert. Der Seehauser glaubt nicht, dass eine Schwimmhalle das größte Anliegen der Heranwachsenden sei. Im Gegenteil: Das Schulschwimmen sei eher unbeliebt. Es würde völlig ausreichen, meint Lempert, einen Bus zu organisieren, der die Schüler zu den bestehenden Bädern im Umland bringt, etwa nach Ohlstadt oder Oberammergau. Und für die Freizeit stünden auch noch die Seen zur Verfügung.

Nach Lemperts Ansicht gibt es wichtigere Dinge, in die man hierzulande investieren müsste, etwa in bezahlbare Wohnungen. Er, so Lempert weiter, könnte sich beispielsweise ein Ausbildungsheim vorstellen, in dem Azubis günstig unterkommen.

Dass sich der Landkreis als Sachaufwandsträger von Gymnasium und Realschule an den Ausgaben für ein Hallenbad beteiligt – diese Mitfinanzierung ist im Murnauer Gemeinderat im Gespräch –, daran glaubt der JU-Chef nicht. „Ich gehe nicht davon aus, dass sich dafür eine Mehrheit finden wird.“

Zumindest bei der CSU im Markt Garmisch-Partenkirchen, der einen erheblichen Teil der Kreismittel stellt, stehen die Zeichen auf Abwehr. „Ich sehe keine Notwendigkeit“, sagt Fraktionschefin und Kreisrätin Elisabeth Koch mit Blick auf einen möglichen Landkreis-Zuschuss. Das Ganze sei Sache des Marktes Murnau. Garmisch-Partenkirchen finanziere schließlich sein Bad auch selbst über die Gemeindewerke. Man könnte sich allenfalls über einen Fahrtkostenzuschuss für Schüler unterhalten.

Ein erstes Spitzentreffen mit Vertretern aus Murnau, dem Landratsamt und dem Förderverein Hallenbad fand vergangenen Freitag statt. Stephan Scharf, Sprecher der Kreisbehörde, gibt sich, gefragt nach den Ergebnissen, eher zurückhaltend. Bei dem Treffen seien die Positionen ausgetauscht worden, berichtet er. Jetzt gehe es um die Frage, inwiefern sich der Landkreis überhaupt an einem Schwimmbad-Projekt beteiligen könnte. „Wir prüfen das“, sagt Scharf. Murnau müsste seine Anliegen konkretisieren. Und irgendwann müsste man das Thema auch in den Kreisgremien behandeln.

Rubriklistenbild: © dpa

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