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Ein möglicher Standort für ein Schwimmbad: die alte Turnhalle an der Mittelschule. 

Zahlenwerk des Gutachtens wird vorgestellt

Hallenbad in Murnau: Steigt der Landkreis mit ein?

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Es wird spannend: Murnaus Gemeinderat beschäftigt sich mit einem möglichen Hallenbadbau – und mit den Kosten. Entscheidend dürfte die Frage sein, ob sich der Landkreis an der Finanzierung beteiligen würde.

Murnau – Braucht die Marktgemeinde Murnau ein Hallenbad? Und – wenn ja – kann sie sich überhaupt diese Einrichtung leisten? Diese Fragen werden im Ort seit Längerem kontrovers diskutiert. Ein Förderverein, der sich für den Bau einer solchen Sportstätte vornehmlich für das Schulschwimmen stark macht, sammelte bereits einige tausend Unterschriften. Am Dienstag beschäftigt sich der Gemeinderat mit dem Thema und will das weitere Vorgehen festlegen. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Kultur- und Tagungszentrum.

Vorgestellt wird auch – erstmals öffentlich – das Zahlenwerk eines in Auftrag gegebenen Gutachtens. Dabei geht es vor allem um eine realistische Kalkulation, wie teuer ein einfaches Schulschwimmbad kommt und wie hoch das jährliche Defizit ausfällt. Im Ort geistern bislang unterschiedliche Berechnungen herum. Auf der Prioritätenliste der Kommune werden die Baukosten mit zehn Millionen Euro angegeben, wobei in dieser Summe auch ein Grunderwerb enthalten ist. Der besagte Förderverein kam in einer Schätzung auf sechs Millionen Euro – bei einem vorhandenen Grundstück. Nicht berücksichtigt sind mögliche Zuschüsse.

Landrat zeigt sich gesprächsbereit

Entschieden werden soll jetzt erstmal darüber, ob die Rathaus-Verwaltung damit beauftragt wird, die Bereitschaft des Landkreises hinsichtlich einer Mitfinanzierung abzuklopfen. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) plädiert für diese Vorgehensweise: „Ich möchte eine Entscheidung über einen möglichen Bau eines Hallenbades erst nach Vorliegen aller Zahlen treffen. Dazu gehört, dass eine belastbare Aussage über eine finanzielle Beteiligung durch den Landkreis vorliegt.“ Er, so Beuting weiter, hoffe, dass dies bis Ende des Jahres der Fall sein wird. 

Landrat Anton Speer (Freie Wähler) zeigt sich indessen zumindest gesprächsbereit. Sein Sprecher Stephan Scharf kündigt schon mal an, dass es „in den kommenden Tagen“ eine Unterredung zwischen dem Landratsamt, der Marktgemeinde und dem Förderverein geben wird. Es gehöre im Landkreis „zur guten Zusammenarbeit, die Ideen und Vorschläge von Interessengruppen gemeinsam mit allen Betroffenen zu erörtern“. Auf die Frage, ob denn der Kreis als Sachaufwandsträger von Gymnasium und Realschule bereit wäre, das Großprojekt Schulschwimmbad zu unterstützen, geht er nicht ein.

„Wir brauchen den Landkreis“

Wie dem auch sei: Für den CSU-Gemeinderat Josef Bierling, der dem Förderverein angehört und daher ein leidenschaftlicher Hallenbad-Befürworter ist, steht fest: „Der Landkreis muss in irgendeiner Form mit ins Boot.“ Vorstellbar wären etwa ein Baukostenzuschuss, eine Abgabe pro Schüler oder eine gemeinsame Betreibergesellschaft mit der Kommune, meint Bierling, der als mögliche Lösung einen Kombi-Bau aus Turnhalle und Schwimmbad an der Mittelschule ins Gespräch gebracht hat. Und ohne eine Hilfe? „Dann wird’s schwierig.“

Stephan Schwertl – der Vorsitzende des Fördervereins ist Sportlehrer – sieht es ähnlich: „Wir brauchen den Landkreis.“ Schließlich sei dieser für seine Schüler verantwortlich. Es sei nicht tragbar, dass es am Schulstandort Murnau keinen Schwimmunterricht gibt.

An eine Landkreis-Beteiligung glaubt Sportreferent und Gemeinderat Phillip Zoepf („Mehr bewegen“) nicht. Es stehe außer Frage, betont er, dass der Bedarf für ein Hallenbad gegeben sei. Nur könne Murnau alleine die Belastung nicht schultern. „Die operativen Kosten sind zu hoch. Das geht einfach nicht.“

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