Förderverein hält nicht viel von interkommunaler Lösung

Hallenbad-Neubau: Die Schülerzahlen reichen aus

Der Förderverein Hallenbad Murnau lässt nicht locker. Nachdem im Herbst 2016 über 4000 Unterschriften pro Bad gesammelt worden waren, haben die Mitglieder nun fleißig recherchiert und planen für März eine Podiumsdiskussion. Die Chancen auf ein Becken in Murnau stehen in ihren Augen nicht schlecht.

Murnau – Schwimmen ist gemäß den Lehrplänen aller bayerischen Schulen Pflicht. Da Murnau aber kein Bad hat und in Seen kein Schwimmunterricht erfolgen darf, bemühen sich die Mitglieder des im Herbst 2016 gegründeten Fördervereins Hallenbad Murnau nun, den Bau eines funktionalen Schwimmbeckens für die Marktgemeinde anzustoßen. Doch nicht nur Schüler sollen dann von dem Bad profitieren, sondern auch Senioren, Kleinkinder und Schwimmsportler. In den vergangenen Wochen haben die Vereinsmitglieder um den Vorsitzenden Stephan Schwertl und dessen Stellvertreter Josef Bierling fleißig recherchiert, haben sich bei Architekten, Ingenieuren und im Bayerischen Kultusministerium informiert.

Die Zahlen, die sie vom Ministerium erhielten, haben sie positiv gestimmt. In Murnau gibt es derzeit 2258 Schüler an fünf Schulen in insgesamt 91 Klassen, erklärt Bierling. Geht man von einem getrennt-geschlechtlichen Sportunterricht in manchen Jahrgangsstufen aus, seien es derzeit 109 so genannte Sportklassen.

Das Ministerium habe ihm bestätigt, dass bereits ab 60 Sportklassen ein einfaches Becken erforderlich wäre, ab 120 Sportklassen sogar eine Zweifach-Schwimmhalle mit einem Sportschwimm- und einem Lehrbecken. „Ein solches wäre uns natürlich am liebsten“, erklärt Schriftführerin Sandra Weller. „Das Sportschwimmbecken hat die Maße 25 auf 12,50 Meter, das Lehrschwimmbecken 12,50 auf sechs Meter.“ Und Bierling ergänzt, dass der Unterschied von 109 auf 120 Sportklassen kein Hindernis für eine Zweifachhalle sein sollte. Der Bau einer solchen würde ihren Kalkulationen nach deutlich unter zehn Millionen Euro liegen, „realistisch sind fünf bis sechs Millionen Euro Gesamtkosten“, sagt Bierling. Diese könnten mit bis zu 2,1 Millionen Euro vom Staat gefördert werden.

Da eine unmittelbare Nähe zu den Schulen sinnvoll wäre und ein Grundstückskauf alles nur unnötig verteuern würde, sei der Favorit unter möglichen Standorten nach wie vor die Turnhalle der Mittelschule, die ohnehin dringend saniert werden müsste. „Die stammt aus den 1970er-Jahren und ist schon lange nicht mehr zeitgemäß“, erklärt Bierling. „Sie müsste entweder generalsaniert werden oder aber neu in einer Kombination aus Bad und Halle entstehen. Bei der Kombilösung könnte man sich unter Strich sogar noch etwas sparen.“

Von einer interkommunalen Lösung, wie sie im Rahmen der Schwimmbad-Debatte in Mittenwald diskutiert worden war, hält Bierling wenig. Bei einem Gespräch mit der Regierung von Oberbayern sei er nach den Entfernungen zu den nächsten Bädern gefragt worden. „Beim Freibad Ohlstadt wurde gleich abgewunken, als ich Oberammergau, Weilheim Penzberg und Garmisch-Partenkirchen mit Entfernungen von einfach mindestens 20 Kilometern erwähnte, hieß es gleich, hören Sie auf, da ist ja auf jeden Fall Bedarf für Murnau da.“ Die Entfernungen waren schon im Vorfeld als Argument angeführt worden, dass man in Murnau direkt ein Bad bräuchte. Bei beispielsweise zwei Schulschwimmstunden würde für die Fahrten unnötig viel Zeit verloren gehen.

Eine Beteiligung der umliegenden Gemeinden an einem Badbau erachtet Bierling als problematisch. Auch im Falle Mittenwald hatten die Gemeinden Krün und Wallgau eine Kostenbeteiligung abgelehnt. „Das werden unsere Gemeinden auch machen, zumal für ein Schulschwimmbecken die Träger der Schulen, also der Markt Murnau und der Landkreis aufkommen müssten. Ich gehe davon aus, dass das Murnau stemmen müsste. Der Versuch, den Landkreis zu beteiligen, könnte schwierig werden. Aber Murnau könnte diesen später je nach Nutzung von Schülern aus dessen Schulen beteiligen.“

In einer Info-Veranstaltung samt Podiumsdiskussion, voraussichtlich am 15. März im Kultur- und Tagungszentrum, wollen sich die Vereinsmitglieder interessierten Murnauern vorstellen und noch einmal die Gründe für ihr Engagement erläutern. Derzeit werben sie mittels eines Elternbriefes um neue Mitglieder für den Verein.    

Einblicke in die Machbarkeitsstudie, die die Marktgemeinde Murnau in Sachen Schwimmbadbau in Auftrag gegeben hat, haben die Vereinsmitglieder bis dato noch nicht erhalten. In der Zwischenzeit liegt diese laut Weller den Gemeinderäten aber vor.

Vorstand & Mitgliedschaft

Der Vorstand des Vereins setzt sich wie folgt zusammen: Erster Vorsitzender Stephan Schwertl, Zweiter Vorsitzender Josef Bierling, Kassenwart Johannes Templer, Schriftführerin Sandra Weller. Die Beiräte sind: Prof. Dr. Manfred Stöhrer (Senioren), Annette Köhler (Eltern & Murnau Miteinander), Tom Effenberger (Schwimmsport) und Niklas Einsle (Jugendvertretung). Der Jahresbeitrag im Förderverein beträgt 12 Euro für Erwachsene, drei Euro pro Kind, Fördermitglieder können den Betrag frei wählen. Wer Mitglied werden will, kann sich unter Email hallenbadmurnau@gmx.de oder aber auf Facebook informieren.

Rubriklistenbild: © Panthermedia

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