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Die Künstler des zweiten Murnauer Poetry Slams: Jonathan Glück (v.l.), Sieger Hamid Nikpai, Chiara von Watzdorf und Titelverteidigerin Luise Kwak. 

Murnau miteinander

„Hani Who“ Sieger beim  zweiten Poetry-Slam

Zwischen den Welten, auf einer gemeinsamen Bühne:  Bei der Neuauflage des Poetry-Slams in Murnau sind vier Sprachpoeten gegeneinander angetreten.

Murnau – Sein Publikum mit einem selbstverfassten Text innerhalb von fünf Minuten zu fesseln – das war die Herausforderung für die Teilnehmer des Poetry-Slams in Murnau. Hierzu hatten sich viele Besucher im Saal des Murnauer Schloßmuseums eingefunden. Leider war die Beteiligung nicht so groß wie erhofft. Während bei der Auftaktveranstaltung im vergangenen Jahr insgesamt zwölf Teilnehmer angetreten waren, trauten sich heuer bloß mehr vier Slammer auf die Bühne.

Den Anfang machte Luise Kwak – Titelverteidigern des Murnauer Slampreises. Die 18-jährige Gymnasiastin trug einen tiefsinnigen Text mit dem Titel: „Das Leben ist kein Kinderspiel“ vor. Darin wird die Flüchtlingskrise am Beispiel einer auseinandergerissenen Familie thematisiert. Auch Terror und politische Machtspiele kommen zur Sprache. Kwaks Fazit: „Es gibt keine dritte Welt, nur eine.“ Dafür erntete sie zwar viel Applaus, doch es reichte nicht für den Sieg.

Als Publikumsliebling ging letztlich Hamid Nikpai (22) alias „Hani Who“ hervor. Der gebürtige Afghane lebt seit 2010 in Oberammergau und machte sich im Rahmen seiner unbenannten Stand-Up-Nummer über interkulturelle Missverständnisse – im Besonderen über die Deutsche Sprache – lustig. „Da wird der Hund in der Pfanne verrückt – dieses Sprichwort kommt garantiert aus China“, scherzte er. Mit seiner witzigen Einlage räumte Nikpai den Preis per Losentscheid ab. Die Freude über den unverhofften Sieg war groß: „Ich bin froh, dass den Künstlern in der Region so eine Plattform zur Verfügung gestellt wird. Sich zeigen zu können, ist ganz wichtig in dieser Szene“, befand der Oberammergauer, der in ganz Bayern auftritt.

Darüberhinaus präsentierten zwei Teilnehmer des P-Seminars „Poetry Slam“ vom Staffelsee-Gymnasium ihre Gedichte. Die beiden 17-Jährigen Chiara von Watzdorf („Schrei“) und Jonathan Glück („Hallo Schatz“) widmeten ihre emotionale Lyrik enttäuschten Liebesbeziehungen. Durch den Abend führte Moderator Stefan Korfesmeyer, der einen Gast mitgebracht hatte: Der Slammer Dave Appleson (22) ist in der Münchner Szene bekannt und legte eine professionelle Bühnenpräsenz an den Tag. Seine Alltagsgeschichten waren jedoch inhaltlich schwach, da es Appleson nicht gelang, das Besondere aus dem Banalen herauszuarbeiten. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von der ortsansässigen Band „GeisTigerUnrat“. Organisiert hatte das Ganze das Team 5 (Kunst und Kultur) von Murnau Miteinander in Kooperation mit dem Gymnasium. Die Schüler sorgten auch für das leibliche Wohl der Gäste. 

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