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Publikumsmagnet: die Murnauer Kunstnacht – hier eine Archivaufnahme, auf der eine Feuershow in der Fußgängerzone zu sehen ist. 

Hickhack um geplante Großveranstaltung

Aus Murnauer Kunstnacht wird Künstler-Nacht

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Der Termin ist zwar der Gleiche – und auch das Konzept klingt ähnlich. Dennoch wird Murnaus Kunstnacht heuer als Künstler-Nacht beworben. Die kleine Namensänderung ist kein Zufall. Dahinter steckt ein Hickhack ums Urheberrecht, der noch eskalieren könnte.

Murnau – Murnaus Kunstnacht ist eine feste Größe im Veranstaltungskalender. Immer am 2. Oktober, dem Vorabend des Tags der Deutschen Einheit, verwandelt sich das Zentrum des Marktes in einen bunten Tummelplatz der Kreativszene – mit Live-Musik, Ausstellungen und sonstigen Darbietungen in den Geschäften, Lokalen und im Freien. Das Spektakel ist beliebt und lockt jedes Mal mehrere tausend Besucher an. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Nach dem überraschenden Tod von Veranstalter Rupert Reggel ist ein Gerangel ums Erbe ausgebrochen, das möglicherweise vor Gericht landet.

Zur Erinnerung: Die langjährige Mitorganisatorin Iris Mühle legt heuer eine Pause ein, um dann, so ihr Plan, 2020 zusammen mit einer Geschäftspartnerin neu durchzustarten. Doch die Kunstnacht-Freunde müssen vermutlich gar nicht so lange warten. Denn ein loser Zusammenschluss von Wirten, Geschäfts- und Privatleuten um den Fotografen Christian Kolb plant für den kommenden 2. Oktober (ab 17 Uhr) seine eigene Fortsetzung des Publikumsmagneten. Im Internet wird dafür bereits kräftig die Werbetrommel gerührt. „Wir haben ein tolles Programm“, schwärmt Kolb, der im Untermarkt eine Galerie betreibt. Die Bandbreite reicht von Band-Auftritten über Licht- und Kunstinstallationen bis hin zu Partys.

Doch mit dieser unverhofften Konkurrenz ist Mühle überhaupt nicht einverstanden. Die Eventmanagerin befürchtet, dass sie aus dem Geschäft gedrängt werden soll: „Da versucht jemand reinzukeilen, um das in Zukunft auf sich zu übertragen.“ Was ihr nicht passt: Kolb und seine Mitstreiter tauften anfangs ihr Vorhaben ebenfalls Kunstnacht. Doch in den Augen Mühles dürfen weder dieser Name noch das Konzept kopiert werden. „Selbst wenn es einige verschiedene Meinungen zum Thema Rechte geben mag, so haben auf keinen Fall Sie irgendwelche Rechte an der Murnauer Kunstnacht!“, schmetterte die Geschäftsfrau Kolb in einem geharnischten Facebook-Post entgegen. Und weiter: „Speziell Ihnen als Fotograf sollte das Wort Plagiat ein Begriff sein.“ Außerdem sei es eine Frage der Pietät, das Ganze für ein Jahr ruhen zu lassen. Mühle will nicht klein beigeben – und denkt schon mal laut über rechtliche Schritte nach.

Kolb scheint das alles nicht kaltzulassen: Jedenfalls wurde mittlerweile der Titel der Veranstaltung abgeändert – in Künstler-Nacht. Dies sei aber nicht aus juristischen Bedenken geschehen, erklärt der Murnauer. „Wir haben das geprüft. Es gibt kein Urheberrecht.“ Ihm gehe es vielmehr darum, kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen. Er wolle zeigen, so Kolb, dass man mit Idealismus und ohne kommerzielle Interessen solch ein Kulturereignis auf die Beine stellen kann.

Bemerkenswert: Für Irritationen hatte ein Facebook-Eintrag gesorgt, wonach der Verein zur Wirtschaftsförderung die Namensnutzung „Kunstnacht 2019“ angeblich „höchstoffiziell genehmigt“ habe – was der Zusammenschluss der Unternehmer umgehend dementierte. Kolb bleibt aber bei seiner Version: „Das liegt schriftlich vor.“

Die Rathaus-Verwaltung hält sich indessen aus dem Streit raus: Kolbs Projekt sei eine „reine Privatveranstaltung“, heißt es. Eine Genehmigung durch den Markt sei bislang nicht erfolgt, „da noch einige Unterlagen nachgereicht werden müssen“. Und wie geht’s generell weiter? „Der Markt Murnau ist mit dem Wirtschaftsförderverein in Kontakt, um zu besprechen, welche Möglichkeiten bestehen, die Kunstnacht in den nächsten Jahren erfolgreich weiterzuführen.“

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