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Ungewisse Zukunft: das Seniorenheim an der Garhöll.

Mehr-Bewegen-Chef Phillip Zoepf wittert „Blockade-Politik“

Hickhack um Seniorenheim Garhöll: Beuting gerät in Schusslinie

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Der Gegenwind, den Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting zu spüren bekommt, wird rund acht Monate vor der Kommunalwahl stärker. Jetzt nimmt ihn auch Mehr-Bewegen-Chef Phillip Zoepf in die Zange. Es geht um die schwierige Frage, was aus dem Seniorenheim an der Garhöll werden soll.

Murnau – Wenn die politischen Gegner den Tonfall verschärfen, ist dies ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Vorwahlkampf begonnen hat. In Murnau scheint dies der Fall zu sein. Denn in letzter Zeit mehren sich die Attacken gegen den amtierenden Rathauschef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Jetzt reiht sich auch Phillip Zoepf – der Fraktionschef von Mehr Bewegen wird als möglicher Bürgermeisterkandidat gehandelt – in die Schlange von Kritikern ein.

Der Anlass liegt schon einige Zeit zurück: Bereits im April hatte Zoepf im Namen seiner Fraktion die Idee aufgebracht, das Seniorenheim an der Garhöll für Betriebswohnungen, etwa für Mitarbeiter der Unfallklinik oder der Hotel- und Gastro-Branche, zu nutzen – und auf diese Weise die Wohnungsnot abzumildern. Die Marktgemeinde solle doch, so der Vorschlag, mit den Verantwortlichen in Kontakt treten, um Realisierungschancen auszuloten. Diese Anregung wurde in Form einer Pressemitteilung veröffentlicht und ging laut Zoepf auch per E-Mail an die Verwaltung.

Die Betreiberin der besagten Einrichtung, die BRK-Tochter Sozialservice-Gesellschaft, würde sich bekanntlich gerne von der Liegenschaft trennen, damit dort ein Investor ein Hotel errichten kann. Doch davon halten Zoepf und seine Mitstreiter nichts: Ein Beherbergungsbetrieb dieser Größenordnung – zuletzt war die Rede von bis zu 180 Doppelzimmern – sei nicht mit dem Tourismusleitbild zu vereinbaren, heißt es.

Was Zoepf auf die Palme bringt: Beuting reagierte ihm zufolge überhaupt nicht auf den Mehr-Bewegen-Vorstoß – mit der Begründung, es habe kein offizieller Antrag vorgelegen. Es könne doch nicht sein, ärgert sich Zoepf im Tagblatt-Gespräch, dass ein derart wichtiges Anliegen nur aufgrund einer Formalie nicht aufgegriffen werde. „Es ist enttäuschend und grob fahrlässig, in der Sache nicht tätig zu werden“, kritisiert er – und wittert dahinter eine „Blockade-Politik“. Der Gemeinderat fragt sich, ob der Bürgermeister bei Vorschlägen aus der Bevölkerung ebenfalls untätig bleibt. Mittlerweile hat Mehr Bewegen den Antrag nachgereicht. Dieser wird in der nächsten Sitzung des Bauausschusses behandelt.

Die Verwaltung räumt indessen einen Fehler ein: „Dass die damalige Mail nicht beantwortet wurde, war ein Versehen, das wir bedauern. Leider kann jedem mal etwas ,durchrutschen’, so dass wir uns in so einem Fall freuen würden, wenn wir einfach nochmals kurz darauf angesprochen werden“, sagt Sprecherin Nina Herweck-Bockhorni. Die Anfrage, das Heim in ein Quartier mit Betriebswohnungen umzuwandeln, ist ihrer Ansicht nach ein sehr komplexes Thema. Um solch ein Bauvorhaben im Außenbereich zu starten, sei ein Beschluss des Gemeinderats notwendig, so die Rathaus-Mitarbeiterin weiter. Die Gemeinde vertrete die Auffassung, dass man derart weitreichende Entscheidungen nur auf Basis eines Antrags fällen kann. Ob an dem Standort die vorgeschlagene Nutzung möglich ist, müsse erst geprüft werden.

Bei der Sozialservice-Gesellschaft des BRK zeigt man sich flexibel. „Wir brauchen eine Win-Win-Situation: Es muss für die Gemeinde passen und für uns“, sagt Geschäftsführer Christian Pietig. Die Hotel-Lösung werde schon länger diskutiert. „Es gibt mehrere Interessenten.“ Dafür würde man am Seewaldweg ein neues Seniorenheim bauen. Es wäre aber auch denkbar, den Altbau an der Garhöll zu behalten und zu sanieren. Und auch die Lösung mit Betriebswohnungen hält Pietig für überlegenswert. Nun sei aber erstmal die Kommune am Zug. Denn diese müsse die rechtlichen Grundlagen schaffen.

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