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Aufwändig: In der Petersgasse sollen Rohre für die Fernwärme verlegt werden. An dieser Stelle befindet sich im Untergrund auch der denkmalgeschützte Gewölbegang.

Neue Fernwärme-Trasse im Murnauer Ortskern 

Historischer Gewölbegang macht Tiefbau schwierig

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Das Verlegen einer Fernwärme-Leitung in der Murnauer Petersgasse gestaltet sich als schwierig. Denn dort befindet sich im Untergrund ein historischer Gewölbegang. 

Murnau – Bauherren haben es im Ortskern Murnaus nicht leicht: Denn der besondere Status der vielen Baudenkmäler erweist sich häufig als höhe Hürde, um ein Vorhaben umzusetzen. Dies bekommen jetzt auch die Gemeindewerke zu spüren. Der Eigenbetrieb des Marktes will in der Petersgasse, die parallel zur Fußgängerzone verläuft, eine Fernwärme-Leitung verlegen – und muss dazu ein heikles Hindernis überwinden. Unter der Straße befindet sich nämlich ein alter Gewölbegang, der vermutlich aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt und kürzlich quasi im Eilverfahren in die Denkmalliste eingetragen wurde. Das Landratsamt will die geplanten Arbeiten genehmigen, allerdings nur unter strengen Auflagen.

    Die Petersgasse verläuft in diesem sensiblen Bereich zwischen zwei historischen Gebäuden, die ebenfalls den Schutz der Denkmalpflege genießen. Auf der einen Seite steht in Premiumlage am Obermarkt der markant-gelbe Komplex mit dem Hotel Post, in dem sich anno dazumal eine Brauerei befand. Dahinter liegt ein Nebengebäude, das Eigentümer Wolfgang Köglmayr als Garage für seine Hotelgäste nutzt. Das Untergeschoss war früher ein Eiskeller, in dem das Bier kühl gelagert wurde. Verbunden sind beide Bauwerke durch den besagten Gang.

    Köglmayr schaltete nach eigenen Angaben, als sich der Start der Tiefbauarbeiten für die Fernwärme abzeichnete, das Landratsamt als Untere Denkmalschutzbehörde ein. „Ich habe in die Planung kein Vertrauen“, begründet der Geschäftsmann und ehemalige CSU-Fraktionschef im Gemeinderat diesen Schritt. Er befürchtet, dass die Rohre den Druck auf das unterirdische Gewölbe so sehr erhöhen, dass dieses möglicherweise beschädigt wird. Dies sei nach Straßenarbeiten vor einigen Jahren bereits der Fall gewesen, berichtet er. Seitdem dringe immer wieder Wasser ein. Überhaupt kann Köglmayr nicht verstehen, dass die Fernwärme-Trasse ausgerechnet durch die schmale Petersgasse führen soll. Die breitere Bahnhofstraße wäre seiner Ansicht nach dafür geeigneter.

    In der Kreisbehörde sieht man indessen die Sache gelassen. „Das ist kein Drama“, sagt Sprecher Stephan Scharf. Es sei ja eine schnelle Lösung gefunden worden. Der Kellergang wurde seinen Angaben zufolge explizit zum Baudenkmal erklärt. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, denn: „Eine Verbindung von zwei Denkmälern ist auch ein Denkmal.“ Die Konsequenzen aus diesem bürokratischen Akt: Die Gemeindewerke mussten die Bauarbeiten in dem Abschnitt vorerst einstellen und benötigen jetzt eine Extra-Genehmigung. Hierfür mussten sie einen Antrag mit entsprechenden Unterlagen nachreichen. Laut Scharf soll das Okay kurzfristig gegeben werden. Entscheidend: Das Ganze muss so bewerkstelligt werden, dass nichts kaputt geht.

    Die Gemeindewerke scheinen darauf gut vorbereitet zu sein. Man habe ja gewusst, dass sich dort der historische Gang befindet, erklärt der Technische Leiter Helmut Hackl. „Das ist technisch kein Problem.“ Das Stahlrohr mit eine Durchmesser von rund 30 Zentimetern wird, um keine Belastung zu erzeugen, wie eine Brücke über das Baudenkmal im Untergrund gelegt und abgestützt. Außerdem befindet sich noch eine Lehmschicht dazwischen. Die Gemeindewerke sind seit Längerem dabei, schrittweise ein Fernwärme-Netz zu installieren. Diese Leitung soll in den Kemmelpark führen, wo eine große Hackschnitzelanlage steht.

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