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Über die Ufer tritt die Ammer am Döttenbichl bei Oberammergau. Größere Sorgen bereitet sie aber im Nachbarlandkreis

Lage entspannt, Auswirkungen spürbar

Landkreis Garmisch-Partenkirchen: Hochwasser überflutet Golfplatz - Gesperrte Schienen und Straßen

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Ein Golfplatz unter Wasser, gesperrte Schienen und Straßen, eine Mure: Die starken Niederschläge haben im Landkreis Garmisch-Partenkirchen Folgen. Aber es bleibt entspannt.

Landkreis – So ein kleines Hochwasser hat auch seine guten Seiten. Es kann helfen, zeigt womöglich Schwachstellen und Problembereiche, die bei einer großen Überschwemmung schwerwiegende Folgen haben. Bei einer Wetterlage wie gestern „kannst du in Ruhe herumfahren und prüfen“, sagt Horst Hofmann, im Wasserwirtschaftsamt Weilheim für den Hochwasserschutz im Landkreis zuständig. Genau das haben er und sein Kollege den ganzen Tag gemacht. Sie schauten bei ihren aktuellen Baustellen und an neuralgischen Punkten vorbei, überprüften zudem, ob ihre Schutzanlagen funktionieren und Maßnahmenkataloge greifen. Überwiegend war das der Fall. Insgesamt blieb die Lage im Landkreis weitgehend entspannt. Zu Behinderungen und Sperrungen kam es wegen Überschwemmungen dennoch.

Hochwasser-Folgen in Eschenlohe

Vor genau 20 Jahren, da war die Lage ganz anders. Am 22. Mai 1999 ist Eschenlohe buchstäblich untergegangen. Ertrunken im Pfingsthochwasser. Heute ist Bürgermeister und Hochwasser-Experte Anton Kölbl, damals Feuerwehr-Kommandant, entspannt. Mit den ersten Prognosen werden die Verantwortlichen tätig, arbeiten die Liste für den entsprechenden Pegelstand ab. Routine. Unter anderem kontrollierten sie schon am Sonntag, ob am Damm technisch alles funktioniert. Der Rundgang hat sich gelohnt: Ein Biber hatte ein Abflussrohr zugebaut. Am Montag war alles wieder frei. Die Niederschlagsmengen und Pegelstände hat Kölbl dieser Tage genau im Blick. Auch wenn weniger Regen kam als vorhergesagt und die Loisach ihren Scheitelpunkt vorerst am Dienstagmittag erreichte, „müssen wir das Ganze beobachten, rund um die Uhr“. Weitere Regenfälle waren prognostiziert.

Überschwemmungen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen: die Bilder 

Hochwasser-Folgen im nördlichen Landkreis

Generell sprach Kreisbrandinspektor Herbert Maurus für den gesamten nördlichen Landkreis gestern von einer relativ entspannten Lage. „Gott sei Dank.“ Die heftigen Niederschläge hatten die gewohnten Folgen in der Region. Die Staatsstraße zwischen Murnau und Schwaiganger wurde bei Achrain wegen Überflutung gesperrt, in der Nacht auf Dienstag wurde gegen 4 Uhr auch die Bundesstraße 2 zwischen Murnau und Ohlstadt dichtgemacht. Auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Grafenaschau und Eschenlohe ging nach Angaben der Polizei ebenfalls nichts mehr. In Uffing sperrte die Gemeinde am Dienstag gegen 9.30 Uhr den Staffelseerundweg im Bereich Obernach. Der Pegel der Ach hatte nach Angaben des Rathaus-Geschäftsleiters Andreas Weiß rund zwei Meter erreicht. Sie trat über die Ufer und zog dabei den Weg in Mitleidenschaft. Es bestehe „eine Gefahr für Radfahrer und Fußgänger“, sagt Weiß, der auch Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Schöffau ist. In Kalkofen wurde es im Keller eines Privathauses etwas nass, weil Oberflächenwasser in einen Lichtschacht gelaufen war.

Hochwasser-Folgen in Oberau

Überschwemmungen gehören für den Golfclub Garmisch-Partenkirchen schon fast zum Jahresverlauf. Ein bis zwei Mal tritt die Loisach über die Ufer, sagt Bruce Bakal. Für 2019 ist Nummer eins nun erledigt. Das würde den Mitgliedern reichen. Denn auch kleinere Überschwemmungen sind Bakal zufolge gleich mit Kosten von 2000 bis 3000 Euro verbunden, weil beispielsweise neuer Bunkersand aufgefüllt, frischer Schotterkies auf den Wegen verteilt werden muss. Einbußen durch fehlende Einnahmen, solange der Platz gesperrt bleibt, sind da nicht eingerechnet. Wie hoch die Schaden dieses Mal ausfällt, wird Bakal in den kommenden Tagen prüfen.

Hochwasser-Folgen im Ammertal

Bedrohlich ist die Ammer angestiegen. Sorgen aber hat sie vor allem in Weilheim und Peißenberg bereitet, im Ammertal blieb es weitgehend entspannt. Die Armen-Seelen-Straße am Döttenbichl wurde gesperrt. Keine Probleme gab es auf der B23, die parallel dazu verläuft. Zudem ging zwischen dem Grenzübergang und Linderhof eine Mure ab. Ab circa 13.45 Uhr aber war die Staatsstraße 2060 in beiden Richtungen wieder offen.

Hochwasser-Folgen auf der Bahnstrecke

Für Bahn-Fahrer brachten die starken Niederschläge Unannehmlichkeiten: Der Streckenabschnitt zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen wurde gesperrt. Die Züge aus Richtung München endeten in Murnau. Die Züge aus Richtung Mittenwald fuhren nur bis Garmisch-Partenkirchen. Ein Bus pendelte als Ersatz zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen. Voraussichtlich dauert die Sperrung laut Deutscher Bahn bis heute Nachmittag.

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Alle aktuellen Entwicklungen und Informationen zu den extremen Regenfällen in Bayern sowie zu möglichem Hochwasser gibt es im News-Ticker.

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