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Freuen sich auf das neue Angebot: (v. l.) Martin Kriner, Bürgermeister Rolf Beuting, Michael Manlik, Dr. Friedrich Wambsganz, Gabi Rudnicki, Landrat Anton Speer, Dr. Marion Hruschka und Katrin Oppenrieder.

Horváth-Rundweg in Murnau eröffnet

Ortsgeschichte trifft auf Weltliteratur

Die Erinnerung an den Schriftsteller Ödön von Horváth, der von 1924 bis 1933 in Murnau lebte, wird in der Marktgemeinde großgeschrieben. Jetzt kam ein literarischer Rundweg hinzu.

Murnau – Seit Jahren ist das Bemühen vielfältig, das kulturelle Erbe des ungarischen Schriftstellers Ödön von Horváth (1901 bis 1938) zu pflegen. Vor allem die 2003 gegründete Ödön-von-Horváth-Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, an den Autor und sein Wirken zu erinnern. Die weltweit einzige Dauerausstellung über ihn befindet sich im Schloßmuseum. Der Platz vor dem Kultur- und Tagungszentrum wird zukünftig Ödön-von-Horváth-Platz heißen – und die Aula des Staffelsee-Gymnasiums ist schon seit 2008 nach dem Dramatiker benannt. Darüber hinaus liegt ein Antrag für ein Denkmal vor.

Pünktlich zu seinem 116. Geburtstag erfährt der Diplomatensohn mit der Eröffnung des literarischen Horváth-Rundwegs eine weitere Würdigung. Auf zwölf Informationstafeln an ausgewählten Standorten können sich Einheimische, Schulklassen und Gäste über den engen Bezug zwischen den biografischen Gegebenheiten und dem literarischen Werk informieren. Viel Mühe, Zeit und Geld flossen in das im Zuge der Leader-Initiative geförderte Projekt, um das sich ein vom Markt Murnau beauftragtes Team mit Gabi Rudnicki (Vorsitzende der Horváth-Gesellschaft), Katrin Oppenrieder (Grafikerin), Michael Manlik (Gemeinderat ÖDP/Bürgerforum), Marktarchivarin Dr. Marion Hruschka und Germanist Dr. Friedrich Wambsganz sowie weiteren Mitwirkenden kümmerte.

Initiator Wambsganz beschrieb in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung von Horváths Texten: „Seine Werke sind soziale Zeitstücke moderner Prägung. Er hat unsere Kultur bereichert.“ Die zwölf anschaulichen Tafeln, die auf der literarischen Wanderung von 60 bis 90 Minuten Einblicke in die Ortsgeschichte und in die Weltliteratur bieten, stellen die Essenz seiner Texte dar.

„Ich denke, es ist eine runde Sache geworden“, sagte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) bei der Einweihung im Restaurant Auszeit. Landrat Anton Speer (Freie Wähler) sieht das Geld gut angelegt, da Horváth zur „lebendigen Geschichte Murnaus“ gehöre. Von den 25 000 Euro Gesamtkosten übernahm das EU-Förderprogramm Leader 60 Prozent der förderfähigen Kosten (12 273 Euro). Es ist damit das erste umgesetzte Einzelprojekt von Leader, wie Martin Kriner, Manager der Lokalen Aktionsgruppe Zugspitz Region, berichtete. „Wenn ich nur wieder in Murnau sein könnte“: Dieser Satz Horváths aus einem Brief an seine Bekannte Charlotte Fahr von 1929 sowie der rote Horváth-Hut schmücken das Cover des wegbeschreibenden Faltblatts, das sich im Layout in das Gesamtkonzept der Tourist-Information einreiht und dort ausliegt. „Die Tafeln sollen Themen anreißen und neugierig machen“, erklärte Rudnicki und zeigte den eingängigen Aufbau mit einem jeweils knappen Auszug eines Werkes, einem Zitat und dem Zusammenhang zu Horváths Leben in Murnau oder seinen Werken. Jede Tafel weist ebenso auf die Fortführung des Weges hin. „Man soll überall einsteigen können“, berichtete Katrin Ritter, die die schlagwortartigen Überschriften entwarf, wie etwa „Ort der Inspiration“ (Horváth-Villa) oder „Weite und Beschränktheit“ für den Hinweis am Standort Dünaberg, der bei herrlicher Aussicht auf das Bergponarama einen Einblick in Horváths Sportbegeisterung, seine Sportmärchen und seinen Bezug zur Fürstalm gibt. Die ersten beiden Informationen am Rathaus und beim Hotel Post werden allerdings erst noch angebracht.

Birgit Schwarzenberger

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