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In die Jahre gekommen: das Seniorenheim an der Garhöll. 

Murnauer Gemeinderat fordert mehr Informationen und Gutachten

Hotel statt Seniorenheim: Projekt stößt auf Skepsis

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Die Pläne der BRK-Tochter Sozialservice-Gesellschaft, das Murnauer Seniorenheim an der Garhöll durch ein großes Hotel zu ersetzen, lösen in der Ortspolitik nicht gerade Begeisterung aus. Im Gegenteil: Im Gemeinderat wurden jetzt starke Zweifel laut.

Murnau – Die Nachricht dürfte in der Tourismusbranche für Aufregung sorgen: Die Sozialservice-Gesellschaft des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) möchte sich von ihrem Murnauer Seniorenheim an der Garhöll trennen, damit ein Investor auf dem Areal ein Hotel errichten kann. Die Rede ist von einem Drei- bis Vier-Sterne-Haus mit bis zu 180 Doppelzimmern, das Urlauber und Tagungsgäste anspricht. Die BRK-Tochter begründet dies damit, dass die bestehende Immobilie in die Jahr gekommen sei und sich ein Umbau nicht rentiere. Angeblich müssen sich die jetzigen Bewohner keine Sorgen machen: Die älteren Herrschaften sollen auf Seehauser Flur in einem Domizil unten am See untergebracht werden. Dort verfügt die besagte Gesellschaft bereits über eine Liegenschaft und plant außerdem einen Neubau.

Mit dem heiklen Thema beschäftigte sich jetzt der Gemeinderat in der gut besuchten Sitzung. Unter den Gästen befanden sich auch einige Hoteliers des Ortes. Die Volksvertreter fällten zwar noch keine Entscheidung, ob sie das Hotelprojekt befürworten oder ablehnen. Doch in den Redebeiträgen kam viel Skepsis auf.

Vor allem die angedachte Größe sorgte für Kopfschütteln. „Das ist der Wahnsinn. In dieser Dimension ist das viel zu groß“, meinte beispielsweise Josef Bierling (CSU). „Das passt überhaupt nicht zu unserem Tourismus-Leitbild“, befand Phillip Zoepf (Mehr Bewegen). Denn darin spreche man sich explizit gegen Massentourismus aus. Im Zuge der Diskussion wurde aber auch darauf hingewiesen, dass Murnau vor dem Hintergrund steigender Tourismuszahlen grundsätzlich ein weiteres Hotel – derzeit sind es fünf – gut gebrauchen könnte. Eine Überlegung, die in der Gemeinde immer wieder aufgebracht wird.

Auf einen ganz anderen Aspekt machte Michaela Urban (CSU) aufmerksam. Ihrer Einschätzung nach wären für das Hotel, das jetzt im Gespräch ist, um die 80 Angestellte nötig. Dafür seien aber die angedachten acht Mitarbeiterwohnungen viel zu wenig – eine „Lachnummer“, monierte Urban. In Murnau seien bezahlbare Wohnungen ohnehin Mangelware.

Das Gremium verständigte sich schließlich einstimmig auf drei Punkte. Erstens: Es soll überprüft werden, ob das Vorhaben mit dem kürzlich verabschiedeten, neuen Tourismus-Leitbild zu vereinbaren ist, das auf Qualität und Nachhaltigkeit setzt. Zweitens: Der Gemeinderat wünscht genauere Informationen über das Hotelkonzept. Und drittens: Es soll ein Verträglichkeitsgutachten erstellt werden. Darin dürfte es vor allem um die Fragen gehen, ob das Projekt überhaupt zu Murnau passen würde und welche Auswirkungen es auf die bestehende Hotellandschaft hätte.

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