Gericht: 20-Jähriger fährt mit 80 Stundenkilometern durch Wohngebiet 

Im Höllentempo durch Murnau gerast 

Ein 20-Jähriger ist im vergangenen Jahr mit seinem BMW mit 80 Stundenkilometern in Murnau durch ein 30er-Zone in einem Wohngebiet gerast, in dem 30 Stundenkilometer gelten. Dabei gefährdete er ein Ehempaar mit zwei Kindern. Jetzt ist der Raser vor dem Amtsgericht zu  

Garmisch-Partenkirchen –„Das Auto ist für mich keine Rennmaschine“, sagte der 20-jährige Murnauer lammfromm. Doch am 4. August des vergangenen Jahres war es für ihn sehr wohl eine Art Rennmaschine: Denn an diesem Nachmittag hatte der Student nichts Besseres zu tun, als mit Höllentempo durch ein paar ruhige, auf Tempo 30 reduzierte Straßen des Ortes zu kurven, und das derart gefährlich, dass nicht nur ein Fußgänger-Ehepaar in große Gefahr kam, sondern auch ein Zaun ruiniert wurde. Das ging solange, bis er mit seinem aufgemöbelten Dreier-BMW ins Schleudern kam und er schließlich das Auto zu Schrott verwandelte, als die Fahrt an einer Mauer endete.

Das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen verurteilte ihn nun für diese lebensgefährlichen Eskapaden zu einer Jugendstrafe von 80 Stunden Sozialarbeit, zu dem Verkehrs-Lehrgang „Spurwechsel“ sowie nicht zuletzt dazu, noch 14 Monate auf einen neuen Führerschein warten zu müssen.

Laut Staatsanwältin Sabine Lacherbauer ist der Murnauer an diesem besagten Tag gegen 15.45 Uhr mit seinem BMW mit mindestens 80 Stundenkilometern auf dem Leitenweg gefahren, obwohl es sich bei dieser Straße um eine auf Tempo 30 begrenzte reine Anwohnerstraße handelt. Weil er obendrein in einer engen Linkskurve auch noch seine Geschwindigkeit nicht reduziert hatte, habe er prompt die Kontrolle über den Wagen verloren, das Fahrzeug geriet ins Schleudern, kam auf das Straßenbankett ab, rutschte auf die linke Seite, kollidierte dort an einen Zaun und kam schließlich zum Stehen. Am Zaun entstand ein Schaden von 2500 Euro, außerdem war sein eigener Wagen kaputt. Zudem sei es nur dem Zufall zu danken, sagte Lacherbauer, dass kein Zusammenstoß mit dem Auto eines Ehepaars und dessen zwei Kindern passierte. Der Heranwachsende habe damit fahrlässig Leib und Leben von vier anderen Menschen gefährdet und solcherart den Straßenverkehr gefährdet.

„Ich reagierte zeitweise völlig falsch“, erklärte der Beschuldigte zunächst kleinlaut. Er wollte, ebenso wie sein Freund, der ein paar hundert Meter vor ihm gefahren ist, lediglich zum Autowaschen. Er habe durchaus gewusst, dass er in einem Wohngebiet unterwegs war, sei sich jedoch sicher, dass er keine 80 Stundenkilometer gefahren ist. Schließlich habe er in seinem BMW auch keine Rennmaschine gesehen und sich natürlich auch bei dem gefährdeten Ehepaar sowie bei der Zaunbesitzerin entschuldigt, erklärte er eher lässig. Dies hielt die Anklägerin aber nicht davon ab, 80 Sozialstunden, die Verkehrsschulung und 14 Monate Führerscheinsperre zu beantragen.

Verteidiger Ingo Kaus versuchte noch, die 14 Monate auf elf zu reduzieren, doch Richter Benjamin Lenhart befand dieses Strafmaß für durchaus richtig. „Nur dem Zufall ist es geschuldet, dass nichts Schlimmeres passiert ist“, erklärte er.

Wolfgang Kaiser 

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