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Tausende beim Start des Straßenradrennens in Murnau – Bilder flimmern in 190 Ländern über den Bildschirm

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Gleich geht’s los: (v.l.) David Lappartient (Verband UCI), Landrat Anton Speer, Enrico Della Casa (Verband UEC), Bürgermeister Rolf Beuting und Maskottchen Gfreidi.
Gleich geht’s los: (v.l.) David Lappartient (Verband UCI), Landrat Anton Speer, Enrico Della Casa (Verband UEC), Bürgermeister Rolf Beuting und Maskottchen Gfreidi kurz vor dem Start. © Lory

Einen solchen Andrang erlebt das Murnauer Ortszentrum nicht allzu oft. Beim Start des Herrenradrennens im Rahmen der European Championships waren am Sonntag laut Polizeiangaben 11 000 Schaulustige vor Ort. Lautstark feuerten sie die Profis an, die 209 Kilometer vor sich hatten.

Murnau – Alexandra Thoni schaut sich die Fernsehbilder vom Start live an. „Grandios“, sagt die Leiterin der Tourist-Information. „Murnau in seiner ganzen Pracht.“ Auch von oben, denn ein Hubschrauber ist unterwegs, um den Auftakt des Straßenradrennens der Herren bei den European Championships aus der Luft festzuhalten. Bei Kaiserwetter zeigen sich Murnau und das Blaue Land von seiner besten Seite. Die Bilder werden live via Satellit in 190 Länder ausgestrahlt. „Eine große Werbung für den Ort und die Region“, sagt Wolfgang Küpper (ÖDP/Bürgerforum), Tourismusreferent des Marktgemeinderats. Und „ein Ereignis, das nicht alltäglich ist“.

Unzählige – die Polizei schätzt die Zahl auf 11 000 – drängen sich am Sonntag um 10 Uhr an den Absperrungen in der Fußgängerzone, um einen Blick auf die Profis zu werfen und diese anzufeuern. Das Jugend- und Blasorchester spielt auf, die Maskottchen Murni und Gfreidi sorgen für Stimmung, ebenso Moderator Stefan Schwenke, der die Radprofis auf einem Podest an der Mariensäule vorstellt.

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Drehen erst einmal zwei Runden durch die Marktgemeinde: die Teilnehmer des Herren-Straßenradrennens.
Drehen erst einmal zwei Runden durch die Marktgemeinde: die Teilnehmer des Herren-Straßenradrennens.  © Lory

Bereits um 8 Uhr öffnet das Fahrerlager am Tengelmann-Center und Feneberg-Parkplatz. Einer, der die Profis hautnah erleben möchte, ist Kilian Mittnacht aus Schlehdorf. „Die Räder sind für mich ein Highlight, weil ich begeistert bin vom Profimaterial“, erzählt der 19-jährige Student der Medizintechnik, als er vor dem deutschen Teambus steht. Auch Christoph Heidenreich, ein großer Rennradfan, ist vor Ort. „Es ist toll, die ganzen Profis von Nahem zu sehen“, sagt der 61-jährige Murnauer. Er hat heuer noch eine herausfordernde Tour vor sich: Heidenreich will auf den Mont Ventoux in der Provence (Frankreich) radeln. Knapp 2000 Höhenmeter sind das.

Nach dem Start der Radprofis leert sich der Markt relativ schnell, doch im Kulturpark geht es weiter. Beim Public Viewing in der Musikmuschel können die Fans das Rennen verfolgen, das im ersten Teil über Schwaiganger, Großweil, Schlehdorf und Kochel auf den Kesselberg führt und weiter Richtung Jachenau. Ziel ist nach rund 209 Kilometern München.

Es wird angefeuert: Zuschauer sorgen mit Klatschpappen für Stimmung.
Es wird angefeuert: Zuschauer sorgen mit Klatschpappen für Stimmung.  © Lory

Das große Rahmenprogramm startet bereits am Samstag im Kulturpark und vor dem Kultur- und Tagungszentrum (KTM) mit dem Benefiz-Rennen „Radln mit Hand und Fuß“, einem ADFC-Quiz, der Eröffnung der Freizeitmesse und viel Musik aus der Muschel. Leuchtendes Grün hüpft über den Platz vor dem KTM: Maskottchen Murni wirbelt umher. In nahezu gleiches Grün hat sich Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) gekleidet. Er gehört zum Starterfeld des Benefizradrennens. In den mit Hütchen gespickten Parcours um das KTM wagen sich die „Felgendreher“ Natalie Simanowski und Andreas Nagelmüller in Leibchen des Rollstuhlsportvereins Murnau, die „Running Gags“ Christian Jungwirth (Sprecher) und Conny Glogger (Schauspielerin), „Selbstläufer“ Peter Wiesendanger, Vorsitzender des Wirtschaftsfördervereins, und Beuting, die „Bandenkratzer“ und „Eisradler“ Simon Mayr und Thomas Schmid, Michael Böhm und Jan-Niklas Pietsch, allesamt Eishockey-Spieler des SC Riessersee, sowie die „Gestiefelten Muskelkater“ Wolfgang Küpper und seine Frau Angelika Geiger-Küpper.

Die Teammitglieder bewältigten abwechselnd den Parcours, an dessen Ende ein Plantschbecken mit Enten wartet – die Gummitiere, die Privatpersonen wie Unternehmen in den vergangenen Wochen in der Tourist-Information gegen eine Spende zugunsten des Vereins Kunterbunt erwerben konnten. Aus dem Wasser gilt es nun, mit einer blickdichten Taucherbrille auf dem Kopf, die gelben Gummienten herauszukeschern – pro Runde gibt es lediglich 15 Sekunden Zeit dafür. Dem spärlich gesäten Publikum werden Klatschpappen und Fähnchen zum Anfeuern überreicht. Bei Beuting erkennt Moderator Josef Brückner bereits in Runde zwei einen „quälenden Gesichtsausdruck“. Bei den Profisportlern des SC sei dieser „deutlich entspannter“. Ein stetes Lächeln ist da zu sehen, auch wenn bei Mayr schon nach wenigen Metern die Kette reißt und man mit den weiten Trikots und den Helmen der Eishockey-Ausrüstung radelt. Die Profis angeln die meisten Enten: 29 die „Eisradler“, 25 die „Bandenkratzer“. Platz eins und zwei.

ADFC zeigt Präsenz

Anschließend kann man über die Freizeitmesse auf der anderen Seite des KTM flanieren, mit Ständen rund um die Themen Rad, E-Mobilität, Car-Sharing und Tourismus. Am Zelt des ADFC-Kreisverbandes Garmisch-Partenkirchen wird rund ums Radfahren gequizzt. Zudem kann man sich über die Ziele des Kreisverbandes informieren. „Wir brauchen vernünftige Radwege und Schnellradwege“, betont Thomas Wagner. Der Zweite Vorsitzende verlässt am Samstagnachmittag den Stand jedoch, um sich einer Handvoll Leute anzuschließen, die sich mit Beuting auf eine 360-Grad-Radlrundfahrt durch Murnau machen – „zu den schönsten Flecken“, sagt der Rathauschef beim Start und erinnert daran, noch den Reifendruck zu checken.

Aufs Rad schwingen sich tags drauf noch andere. 30 Interessierte nehmen an einer Rundfahrt mit den Profis Ludwig Stadler und Fabian Schormair vom Team Santic Wibatech teil, ein neues, deutsches Kontinental-Team mit Hauptsitz in Passau. Die Strecken – es gibt eine 75 Kilometer und eine 42 Kilometer lange – verlaufen vorwiegend durch den Landkreis Weilheim-Schongau.

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