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Anregung: Man sollte Platz schaffen, wo sich Jugendliche treffen können, findet Stefan Korfesmeyer (l.).

Erste Jugend-Bürgerversammlung in Murnau 

Es fehlt an Treffpunkten

Rund 50 junge Leute haben sich zur ersten Jugend-Bürgerversammlung eingefunden. Und an Ideen, was man in Murnau für Jugendliche besser machen könnte, fehlte es den 10 bis 25-Jährigen absolut nicht. 

Murnau – Da können sich die Erwachsenen bei den jungen Leuten eine Scheibe abschneiden. Während sich bei den „normalen“ Bürgerversammlungen die Wortmeldungen in der Regel in Grenzen halten, war dies am Freitagabend bei der Murnauer Jugend-Bürgerversammlung im Kultur- und Tagungszentrum (KTM) komplett anders. Die Ideen, Vorschläge und auch Kritik sprudelten aus den 10- bis 25-Jährigen geradezu heraus. Rund 50 junge Leute waren erschienen.

Ein zentrales Anliegen ist die Schaffung zusätzlicher Treffs. Es war zu hören, das Erlhaus sei eher etwas für 13- bis 14-Jährige, außerdem gebe es dort keinen Alkohol. Es brauche einen Ort für Leute ab 18 Jahren. „Es gibt zu wenige Möglichkeiten, wo man sich am Abend treffen kann“, betonte etwa Stefan Korfesmeyer (24). Ein anderer wies darauf hin, dass eine „große Gruppe“ existiere, „die vom Marilyn Park und der Karma Lounge nicht angesprochen“ werde.

Ein weiterer Besucher vermisste einen Ort, wo Bands spielen können und Musiker sich treffen können. Felix fand es schade, „dass es keine Location gibt, wo man seinen Geburtstag feiern kann“. Eine kleine Party könne man zwar Zuhause machen. „Mit 100 Leuten geht das aber nicht.“ Wenn man einen Raum mieten will, sei das nicht zu bezahlen. Felix kritisierte zudem, dass es inzwischen etwas koste, wenn man in der Muschel im Kulturpark spielen will. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) gab bezüglich eines zusätzlichen Treffs zu bedenken. „Das muss ein Ort sein, wo klar ist, dass die Nachbarn nicht sofort auf die Barrikaden gehen.“

Mehrere Teenager sprachen auch das Thema bezahlbarer Wohnraum an. Daran mangelt es in Murnau bekanntlich. Einer beklagte, es gebe „keinen Platz für die Leute, die hier aufgewachsen sind und nicht so viel Geld haben“.

Aufs Tapet kam auch das Thema Schwimmbad. Dabei gab es Pro und Contra. Während ein Mädchen betonte, dass viele Kinder nicht schwimmen könnten, vertrat ein Bub die Meinung, dass ein Bad „richtig umsonst“ wäre. Schließlich gebe es solche Einrichtungen bereits in der Nähe. Bürgermeister Beuting teilte den Jugendlichen mit, dass gerade die Kosten abgeklärt würden. Anschließend werde er das Thema Schwimmbad dem Marktgemeinderat vorlegen. Dann werde man entscheiden, „ob das machbar ist“.

Darüber hinaus wurden in der Jugend-Bürgerversammlung Verkehrsthemen angeschnitten. Mehrere Teenager vermissen vernünftige Radwege. Jonathan zum Beispiel. Er meinte: „Ich verstehe nicht, warum Geld für einen gepflasterten Platz ausgegeben wird, anstatt Fahrradwege zu machen.“ Mit dem Platz meinte er offenbar das Areal am KTM/Postgebäude. Mehr Sicherheit wünschte sich ein Mädchen für Fußgänger an der Kocheler Straße, und zwar durch einen Zebrastreifen oder eine Ampel. Dazu Beuting: „Wir werden uns demnächst zusammensetzen und schauen, was man machen kann.“

An weiteren Vorschlägen des Nachwuchses mangelte es nicht. Diese reichten von einem Fitnesspark, wo man sich austoben kann, über eine Kletter- und Boulderhalle bis hin zu einer besseren Mobilfunkverbindung und einem zusätzlichen Lagerfeuerplatz. Gemeinderätin Veronika Jones (Bündnis 90/Die Grünen) hatte in der Vergangenheit bereits einen Antrag für einen weiteren Grillplatz gestellt. Dieser wurde jedoch abgelehnt. Bedauert wurde seitens der Teenager ferner, dass die Auswahl an Jugendbüchern in der Bücherei begrenzt sei. Es war zudem die Klage zu hören, dass der alte Tengelmann im Lindenthal leer steht. „Dort könnte man so viel machen“, machte Spencer Vane (16) deutlich. Freilich: Das Gelände ist in Privatbesitz, es soll dort eine Mischung aus Gewerbe und Wohnen entstehen. Der junge Mann empfahl zudem, mehr Mülleimer aufzustellen. Gerade in der Murnauer Bucht seien diese „ab 12 Uhr voll“.

Was einem kleinen Mädchen aus dem Bereich Hochried missfällt, sind nicht fehlende Abfalleimer, sondern die Pfeiftöne der Züge. „Ich möchte, dass das aufhört mit diesem Rumgehupe.“ Es gab aber auch Lob: Auf schriftlichem Wege wurde begrüßt, dass es in Murnau viele Spielplätze gebe und ein öffentliches Wlan in der Fußgängerzone.

Zu Beginn hatte Beuting klar gemacht, dass der Abend „keine Wünsch-dir-was-Veranstaltung“ werden könne. „Es geht uns darum, die Stimmungslage zu erkunden. Wir wollen euch in unsere Mitte nehmen.“ Vor Ort waren auch die beiden Jugendreferentinnen Veronika Jones und Anna Schlegel (ÖDP/Bürgerforum). Aufgrund deren Initiative war die Versammlung angesetzt worden. „Wir sollten das unbedingt wiederholen“, fand Jones. Die Moderation besorgte Angela Braun.

Roland Lory 

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