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Nach der Siegerehrung auf dem Sportplatz marschieren die 42 Wettkampfgruppen der Feuerwehren aus Deutschland, Österreich und Südtirol aus dem Gelände aus.

Oberbayerischer Feuerwehr-Leistungswettbewerb in Murnau

Balance-Akt in voller Montur

Sie sind flink, geschickt und arbeiten äußerst präzise. Am Samstag haben Feuerwehrmänner und –frauen aus ganz Deutschland, Österreich und Südtirol in 42 Gruppen zu je neun Personen auf dem Sportplatz der Christoph-Probst-Mittelschule den zweiten Oberbayerischen Feuerwehr-Leistungswettbewerb ausgetragen. Zudem fand die Abnahme des Bundesleistungsabzeichens mit Deutschlandpokalwertung statt.

Murnau – Sie sind flink, geschickt und arbeiten äußerst präzise. Am Samstag haben Feuerwehrmänner und –frauen aus ganz Deutschland, Österreich und Südtirol in 42 Gruppen zu je neun Personen auf dem Sportplatz der Christoph-Probst-Mittelschule den zweiten Oberbayerischen Feuerwehr-Leistungswettbewerb ausgetragen. Zudem fand die Abnahme des Bundesleistungsabzeichens mit Deutschlandpokalwertung statt.

Als besonders erfolgreich erwiesen sich dabei die Gruppen aus dem Nachbarland Österreich, die Preise aus fast allen Kategorien mit nach Hause nehmen konnten. Freuen durften sich auch die Gruppen aus Partenkirchen und „Murnau 1“, die Partenkirchner, die beim Oberbayerischen Leistungswettbewerb „Bronze“ mit 50,5 beziehungsweise 50,75 Sekunden ganz vorne lagen.

Feierlich mutete das Aufziehen der Bewerbsfahne des Bezirksfeuerwehrverbandes durch eine Abordnung der Murnauer Wehr an, begleitet von einem von Michael Gerstberger geblasenen Trompetensolo, bevor der stellvertretende Landrat Dr. Michael Rapp (CSU) die Veranstaltung eröffnete. „Es erfolgt der Angriffsbefehl“, hallte es kurz darauf wiederholt über den Platz, „Brandobjekt geradeaus, Wasserentnahmestelle der Bach.“ Einen Augenblick später stürzten sich die Teilnehmer zum „Löschangriff“ auf die bereit liegenden Saugschläuche, um sie mit geübten Handgriffen zusammenzufügen (was in der Fachsprache „kuppeln“ heißt) und sie an die bereitstehende Tragkraftspritze anzuschließen. Überdies mussten zwei B-Schläuche ausgerollt, ein Verteiler und zwei C-Strahlrohre installiert werden.

Atemlos verfolgten die Zuschauer auf den Sportplatztribünen die in rasender Schnelligkeit ablaufenden Prozeduren sowie die laufende Digitalanzeige im Hintergrund. Staunen herrschte über den ersten Auftritt der Mannschaft aus Außervillgraten (Tirol), die mit unglaublichen 33,60 Sekunden ihre Aufgabe komplett erledigten.

Die Anwärter auf das Bundesleistungsabzeichen hatten zudem noch einen Staffellauf mit der Übergabe eines Strahlrohres zu absolvieren, der durch drei Hindernisse ergänzt wurde. So galt es eine Holzwand von 1,50 Meter Höhe zu überwinden, auf einem Schwebebalken zu balancieren und zwei acht Meter lange Rohre mit einem Durchmesser von nur 80 Zentimetern zu durchspringen. „Die Hinderniswand ist nicht ohne, aber bevor du dich mit dem Strahlrohr in der Hand in vollem Tempo in das Rohr hineinschmeißt, musst du dein Hirn ausschalten“, lachte einer der Teilnehmer.

Dass die Österreicher so gut abschnitten, ist für Kreisbrandrat Johann Eitzenberger nichts Neues. „Die Landesmeister der Feuerwehr aus Außervillgraten sind ihrer Spitzenmannschaft dabei, die in 14 Tagen bei der Feuerwehr-Olympiade in Villach an den Start geht, und den heutigen Tag als willkommene Trainingsmöglichkeit nützt.“

Bei der Siegerehrung zeigte sich Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) „sehr beeindruckt von den tollen Leistungen“, Landrat Anton Speer (Freie Wähler) sprach von einer „großartigen Vorbereitung“ der Veranstaltung durch die Murnauer Gastgeber und der CSU-Landtagsabgeordnete Harald Kühn hob die vielfältigen Aufgaben der Wehren in der heutigen Zeit hervor. Der leitende Regierungsdirektor Karl Traunspurger überbrachte ein Grußwort von Staatsminister Marcel Huber, der neben Beuting, Speer und Kühn Schirmherr der Veranstaltung war. Für Musik hatten das Murnauer Jugend- und Blasorchester und die Musikkapelle Eglfing gesorgt. 

Heino Herpen

Die Ergebnisse

2. Oberbayerischer Leistungswettbewerb: Bronze A: 1: FF Freindorf 1 36,38 Sekunden, 409,9 Punkte 2: FF Übersaxen 1: 38,9 Sekunden, 405,4 Punkte 3: FF St. Peter/Lajen: 39,33 Sekunden, 404,9 Punkte; Bronze B: 1. FF Breitenberg 5: 47, 6 Sekunden, 411,77 Punkte 2. FF Redlham: 47,23 Sekunden, 409,55 Punkte) 3. FF Wehrbleck B: 57,54 Sekunden, 393,64 Punkte; Silber A: 1. FF Außervillgraten 1 37,89 Sekunden, 409,32 Punkte 2. FF St. Peter/Lajen: 44,86 Sekunden, 399,7 Punkte 3. FF Übersaxen 1: 41,34 Sekunden, 390,86 Punkte; Silber B: 1. FF Übersaxen 3: 60, 97 Sekunden, 386,85 Punkte 2. FF Murnau 2: 86, 23 Sekunden, 348,62 Punkte;

Oberbayern: 1. FF Partenkirchen (Bronze A) : 50,05 Sekunden, 391,02 Punkte 2. FF Murnau 1 (Bronze A): 50,75 Sekunden, 381,65 Punkte 3. FF Steingaden 2 (Bronze B): 60,4 Sekunden, 381,21 Punkte, Deutschland: 1. FF Breitenberg 5 (Bronze B): 47,6 Sekunden, 411,77 Punkte 2. FF Wehrbleck A (Bronze A): 47,1 Sekunden, 394,1 Punkte 3. FF Regglisweiler (Bronze A): 46,72 Sekunden 393,79 Punkte;Gäste: 1. FF Freindorf 1 (Bronze A): 36,38 Sekunden, 409,9 Punkte 2. FF Redlham (Bronze B): 47,23 Sekunden, 409,55 Punkte 3. FF Außervillgraten 1 (Silber A): 37,89 Sekunden, 409,23 Punkte;

Bundesleistungsabzeichen: Silber: 1. Übersaxen 1 A: 403,20 Gesamtpunkte 2. Außervillgraten 1 A: 398,42 Gesamtp.; Gold: 1. Außervillgraten 1 A: 400,24 Gesamtp. 2. Freindorf 1 A: 392,41 Gesamtp. 3. Übersaxen 3 B: 388,90 Gesamtpunkte.

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