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Boxershorts aus Murnau: Firmengründer Thilo Feldmeier (M.) mit seinem Mitstreiter Emanuel Alberino (l.) und Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger.

Ehemaliges Murnauer Gemeinde-Krankenhaus

Kreativzentrum: Am 2. Mai geht’s los

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Der Countdown läuft: Am Montag, 2. Mai, nimmt Murnaus Vorzeigeprojekt, das Innovationsquartier im alten Gemeinde-Krankenhaus, offiziell den Betrieb auf – mit fast 40 Startup- und Kleinunternehmen der Kreativbranche. Die Erwartungen sind hoch.

Murnau – Es herrscht emsiges Treiben an der James-Loeb-Straße: Das alte Murnauer Gemeinde-Krankenhaus, das lange Zeit verwaist war, erwacht wieder zum Leben: Räume werden hergerichtet, Handwerker sind unterwegs – und in einigen Büros wird schon gearbeitet. Jan-Ulrich Bittlinger, der als Wirtschaftsförderer der Marktgemeinde für das Kreativzentrum zuständig ist, ist erleichtert: Nach der langwierigen Sanierungsphase – es mussten unter anderem Brandschutzauflagen erfüllt und eine Internet-Infrastruktur geschaffen werden – kann’s in etwa eineinhalb Wochen am Montag, 2. Mai, endlich losgehen. Ein Festakt zur Eröffnung soll später folgen.

Rund eineinhalb Jahre liegt die Grundsatzentscheidung des Gemeinderats zurück, in dem ehrwürdigen Gebäude einen Ort zu schaffen, an dem Vertreter der Kultur- und Kreativwirtschaft gute Startmöglichkeiten vorfinden, um ihre Ideen umzusetzen und sich untereinander zu vernetzen. Anfangs sollte das Ganze zeitlich befristet sein, mittlerweile ist eine dauerhafte Einrichtung vorgesehen. Bittlinger ist davon überzeugt, dass sich der Aufwand und die Investitionskosten lohnen, denn: „Hier entsteht ein Leuchtturmprojekt für den ländlichen Raum.“ Ziel sei es, so der Rathaus-Mitarbeiter, neue Branchen anzusiedeln und Jobs zu schaffen. Die jungen Firmen sollen, so der Wunsch, wachsen und den Wirtschaftsstandort Murnau bereichern. „Es geht um den Aufbau neuer Unternehmen“, erklärt Bittlinger – und fügt hinzu: „Wir lehnen auch Leute ab, die nicht zu uns passen.“ Die Nachfrage sei nach wie vor groß.

Mit 37 Gewerbetreibenden wurden bereits Mietverträge geschlossen. Die Palette reicht vom Sofa-Designer über einen App-Entwickler bis hin zu Experten, die Filme nachbearbeiten – insgesamt eine bunte Mischung unter einem Dach. Die Warmmiete pro Quadratmeter liegt im Schnitt bei moderaten 8,45 Euro. „Das ist ein Gebäude zur Wirtschaftsförderung“, rechtfertigt Bittlinger die verhältnismäßig günstigen Konditionen. Ebenfalls untergebracht sind in dem viergeschossigen Komplex (derzeitige Nutzfläche: rund 3700 Quadratmeter) gemeinnützige Vereine wie etwa Murnau Miteinander, die Hightech-Werkstatt MakerLab sowie Coworking-Arbeitsplätze, die auch nur tageweise gebucht werden können.

Feuer und Flamme für das Konzept des Innovationsquartiers ist der Murnauer Robert Langer. Der Computer-Spezialist schwärmt von den „idealen Bedingungen“ und dem „kreativen Umfeld“. Langer baut dort aus Bauteilen einfache Synthesizer zusammen. Das Besondere an den handlichen Geräten, mit denen sich elektronische Klangwelten erzeugen lassen: Sie sind auf das Wesentliche reduziert – und daher relativ preiswert. „Ich habe bereits 100 Bestellungen, die ich produzieren und ausliefern muss“, sagt Langer.

In einem anderen Raum versucht Thilo Feldmeier, in der Textilbranche Fuß zu fassen. Der Oberammergauer fertigt zusammen mit Mitstreitern Boxershorts aus mitunter kunterbunten Baumwollstoffen. Der 30-Jährige will mit den Billiganbietern aus Fernost nicht konkurrieren – sondern mit Spitzen-Verarbeitung und Qualität punkten. Er ist davon überzeugt, Abnehmer zu finden – obwohl 35 Euro pro Stück nicht gerade billig sind. „Ich habe ein gutes Gefühl“, sagt er. Das Kreativzentrum sei perfekt, erklärt er, weil er beispielsweise mit dem Laser Cutter im MakerLab seine Schnittschablonen aus Plexiglas selbst schneiden kann.

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