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Einer triumphiert, einer fällt: Das Fischerstechen ist ein Spektakel.

Neuer König beim Fischerstechen in Seehausen

Außenseiter Johannes Widmann macht alle nass

Der Sieger hat sich selbst überrascht: Außenseiter Johannes Widmann holte sich vor rund 1500 Zuschauern die Binsenkrone beim Seehauser Fischerstechen. 

Seehausen Nackte Füße krallten sich auf nassen Holzplanken fest, Arme ruderten verzweifelt ums Gleichgewicht, und bunt bemalte Lanzen stachen gezielt zu: Beim Fischerstechen am Dienstagnachmittag an der Seehauser Bootslände gaben die 30 Kontrahenten bei spannenden Duellen auf dem Wasser alles. Sie hatten ein Ziel: die begehrte Binsenkrone zu erlangen. Diese sicherte sich am Ende der Seehauser Johannes Widmann (24). So mancher Geheimfavorit ging vor dem Finale baden.

Rund 1500 Schaulustige tummelten sich zu Land und auf dem Staffelsee, um das Spektakel zu verfolgen. Bei schönstem Sonnenschein und wenig Wind boten sich den Teilnehmern aus Seehausen, Riedhausen und Rieden optimale Voraussetzungen. So kam es, dass sich einige Kämpfe minutenlang hinzogen. Wie das erste Duell des Favoriten Christoph Grunwald, der als amtierender Fischerstecherkönig angetreten war. Er wurde nach einer erbitterten Auseinandersetzung mit Lukas Nebl von der Planke gestoßen. „Der König ist tot!“, schallte es daraufhin lautstark über den Staffelsee.

Fischerstechen in Seehausen: Bilder

Wenig später ertönte der Startschuss für die nächste Runde. Eine dreiköpfige Jury, bestehend aus Bürgermeister Markus Hörmann (CSU), Hermann Hubal und Karl Widmann, hatte das Geschehen genau im Blick. Kommentiert wurde die Veranstaltung von Moderator Anton Daisenberger, der die Fischerstecher anfeuerte und Witze oder Anekdoten erzählte. „Da schwankt’s!“, meinte Daisenberger, als Johannes Widmann und Nico Trinks beim Finalkampf um ihr Gleichgewicht rangen. Schließlich gelang es Widmann, sein Gegenüber mit einem kraftvollen Stoß ins Wasser zu befördern. Das Jubelgeschrei war groß – ebenso wie die Überraschung des neuen Königs: „Ich hätte niemals damit gerechnet und bin total glücklich“, sagte der 24-jährige Seehauser, der im vergangenen Jahr bereits zu Beginn ausgeschieden war. Eine spezielle Taktik verfolgte er nicht. „Ich hatte heute einfach einen guten Gleichgewichtssinn“, gab er an. Traditionell überreichte Grunwald seinem Nachfolger die Binsenkrone und versuchte unter dem Gelächter des Publikums, ihn doch noch ins Wasser zu stoßen. Schlussendlich wurden beide nass.

Die Siegerehrung fand im Rahmen des Seefestes statt, das parallel zum Fischerstechen gefeiert wurde. Musikalische Untermalung bot die Seehauser Blasmusik. Daisenberger, der auch für die Organisation verantwortlich zeichnete, zeigte sich mit dem Ablauf sehr zufrieden: „Die Stimmung war ausgelassen, das Wetter war perfekt, und alle hatten Spaß. Mehr kann man nicht verlangen“, sagte er. Den Abend ließen alle zusammen beim Seefest ausklingen.

Constanze Wilz

Die Besten im Überblick:

1. Johannes Widmann, 2. Nico Trinks, 3. Dominikus Guglhör, 4. Michael Weingand junior, 5. Franz Daisenberger, 6. Lukas Nebl, 7. Konstantin Trinks, 8. Klement Widmann junior, 9. Christoph Grunwald, 10. Simon Finsterwalder.

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