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„Volles Haus“: Rund 500 Schüler belagern bei der Demo den Platz vor der Mariensäule.

Jugenddemo mit 500 Schülern

Eine Lehrstunde in Sachen Demokratie

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Eine Demonstration dieser Größenordnung hat Murnau in den vergangenen Jahren nicht gesehen: Am späten Freitagvormittag versammelten sich rund 500 Realschüler an der Mariensäule, um für Grundrechte einzutreten – eine Reaktion auf die mutwillige Beschädigung der dort aufgestellten Menschenrechtsbänke.

Murnau – Die Stimmung ist friedlich: Die Murnauer Fußgängerzone nördlich der Mariensäule ist übervoll mit Realschülern. Zuvor waren diese – eskortiert von der Polizei – von ihrer Bildungseinrichtung an der Weindorfer Straße in die Ortsmitte gezogen. Auch eine Grundschulklasse gesellt sich spontan dazu.

Die Kinder und Jugendlichen halten selbst entworfene Plakate und Schilder in die Höhe, auf denen Sprüche wie „Alle Menschen haben Rechte“ oder „Aufstehen für Menschenrechte“ zu lesen sind. Für die kurzen Ansprachen – das Wort ergreifen Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), Direktor Ralf Havelka, Geschichtslehrerin Kathrin Zuber, Schriftsteller Jörg Steinleitner und Inga Grüttner vom Werdenfelser Bündnis gegen Rechtsextremismus – gibt es Applaus und „Jawohl“-Rufe. Tenor der Beiträge: Die Menschenrechte sind nicht verhandelbar.

Anschließend tragen die Teenager alle 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, beschlossen von den Vereinten Nationen, vor. Bereits nach einer knappen Stunde ist alles vorbei. Havelkas Fazit fällt positiv aus: „Das war eine wunderbare Aktion. Etwas Besseres kann die Schule zu den Themen Demokratie und Willensbildung nicht machen.“ Das Ganze sei im Prinzip ein Unterricht im Freien gewesen.

Es war beeindruckend, was die Heranwachsenden – die Teilnahme war freiwillig – am späten Freitagvormittag auf die Beine stellten. Die Realschüler gingen auf die Straße, um gegen den Vandalismus an den von ihnen kunstvoll gestalteten Menschenrechtsbänken zu demonstrieren. Damit setzten sie ein Zeichen zur Verteidigung dieser Grundrechte. „Das ist eine außergewöhnliche Veranstaltung. Die Menschenrechte betreffen uns alle“, meinte ein Schüler. Die Jugenddemo verlief ohne Zwischenfälle.

Zur Erinnerung: Unbekannte hatten am vergangenen Wochenende fünf der sieben Sitzgelegenheiten, die an der Mariensäule stehen, besprüht und beschmiert. Die in die Latten eingebrannten Zitate aus der Menschenrechtskonvention sind seitdem nur mehr schwer oder gar nicht zu lesen. Rathaus-Chef Beuting, der die Kunstaktion unterstützte, glaubt nicht an einen dummen Lausbubenstreich, sondern geht von einer politisch motivierten Tat aus. Im gleichen Zeitraum seien nämlich im Kemmelpark Schmierereien aufgetaucht, die auf einen rechtsextremen Hintergrund hindeuten. „Man muss davon ausgehen, dass das zusammengehört“, sagt Beuting.

Laut Polizeibericht wurden in dem Gewerbegebiet auf die rückseitige Hauswand eines Verbrauchermarkts etwa einen halben Meter große SS-Runen gesprüht. Der Zeitpunkt sei nicht bekannt. Es werden Zeugen gesucht. Polizeichef Joachim Loy sieht jedoch keinen Zusammenhang mit der Sachbeschädigung an den Bänken.

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