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Jugendgruppen, die sich an öffentlichen Plätzen treffen und unter anderem Alkohol trinken, sorgen mancherorts für Probleme.

Kaum mehr Klagen über Teenager-Gruppen, die über die Strenge schlagen

Junge Krawallmacher: Lage hat sich beruhigt

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Murnau hat einen relativ ruhigen Sommer erlebt – mit deutlich weniger Klagen über junge Krawallmacher. Gruppen, die mit wilden öffentlichen Partys für viel Ärger gesorgt hatten, gibt es in dieser Form nicht mehr. Ob die Entspannung anhält, ist offen.

Murnau– Anwohner des Murnauer Kulturparks hatten vor dem Sommer eher sarkastisch auf viel Regenwetter gesetzt – in der Hoffnung, ruhige Abende und vor allem Nächte zu erleben. Es folgten traumhafte Monate voller Sonne, die zu Treffen unter freiem Himmel geradezu einluden. Doch die befürchteten Turbulenzen blieben aus: „Die Probleme haben nachgelassen“, sagt Heinz Rethfeldt, der am Parkweg zu Hause ist. In der Vergangenheit hatte er sich über lärmende Jugendliche beklagt, die im Bereich von Bänken mit allerlei Auswüchsen lautstark über die Strenge schlugen. Das identische Problem beschrieben Anwohner anderer neuralgischer Punkte in Murnau. Die Rede war von Ruhestörungen bis spät in die Nacht, Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie Sachbeschädigungen. Der Ruf nach einer – letztlich politisch nicht gewollten – Sicherheitswacht wurde laut.

Doch die Situation hat sich gebessert: bei Heinz Rethfeldt ebenso wie bei Ralf Bues, der im Kemmelpark lebt. „Dieses Jahr war entspannter, wenn auch nicht ruhig“, sagt Bues. Wie Rethfeldt hat er beobachtet, dass sich nun eine „neue Generation“ junger Leute an bestimmten öffentlichen Plätzen trifft – ein Eindruck, den Polizei und andere Beteiligte bestätigen. Die Krawallmacher der Vergangenheit, die geballt auftraten und die Ortspolitik auf den Plan riefen, gibt es demnach nicht mehr. Es handelte sich um 20 bis 30 Jugendliche, die nach Angaben von Murnaus Streetworkerin Ilona Demmel gemeinsam oder in zwei Gruppen auftraten; diese haben sich mittlerweile „ziemlich aufgelöst“, auch weil sich die Lebenswege trennten. „Eine wirkliche Nachfolge-Clique macht sich nicht bemerkbar“, sagt Demmel. Nun seien eher einzelne Jugendliche – weniger durch Lärm, sondern mehr wegen Drogen – auffällig, „keine große Gruppe, die eine Dynamik entwickelt“. Auch sie vertritt die Meinung, dass der vergangene Sommer „wesentlich ruhiger war“ als frühere.

Eine Bestätigung kommt aus dem Rathaus: Im Ordnungsamt sei „keine Beschwerde mehr eingegangen“, sagt Sprecherin Nina Herweck-Bockhorni. Die Kommune reduzierte, um die Lage zu entspannen, unter anderem die Zahl der Bänke an neuralgischen Stellen wie dem Kemmelpark. Zudem setzte man auf Streetworkerin Demmel. Diese ging immer wieder auf die Teenager zu, führte viele Gespräche und versuchte, Verständnis zu wecken und Lösungen zu finden. Zudem verweist Demmel auf das funktionierende Netzwerk mit Georg Öttl, Jugendbeamter der Murnauer Polizei, und Erlhaus-Leiter Johannes Templer. Öttl spielt den Ball zurück. „Die Zusammenarbeit mit der Streetworkerin, die positiv einwirken konnte, ist ein Hauptpunkt. Sie macht das gut und hat Kontakte.“ Die Polizei reagierte unter anderem mit verstärkten, unregelmäßigen Streifen und sprach auch mal Platzverweise aus. Zum Beispiel im Bereich Erlhaus. Im Murnauer Jugendtreff gab es nach Öttls Angaben vereinzelt Besucher, die sich nicht an Regeln hielten, Hausverbot erhielten – und dann vor der Einrichtung provozierten. Hier schritten Beamte ein.

In den Augen von Erlhaus-Leiter Templer hat sich die Situation nicht erst heuer, sondern bereits im Vorjahr erheblich verbessert, nachdem das Juz-Gelände „im Sommer geschlossen wurde, die Polizei häufiger präsent war und einige Anzeigen erfolgten“. Wegen der Vorkommnisse davor glaubt er aber, dass bei manchem Anwohner die Schwelle sank, ab der er sich gestört fühlte. Templer hat erwartet, dass sich die Probleme mit der bekannten Krawallgruppe verringern: zum einen, weil die Jugendlichen reifer wurden und sich ihre Lebenslagen änderten, „zum anderen, weil auf unterschiedlichen Ebenen deutliche Grenzen gesetzt wurden und zum Teil auch strafrechtliche Konsequenzen erfolgten“. Von dieser Clique rechnet er nicht mehr mit Ärger. „Anders verhält es sich mit den nachwachsenden Generationen“, so Templer. „Sie sind der variable Faktor.“

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