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Die Veranstalter der Kulturwoche: (vorne v. l.) Anna-Maria Götzfried (Vhs), Dorothee Orioli (Murnau Miteinander), Yvonne Kupfer (Künstlervereinigung Tusculum), Barbara Jungwirth und Monika Jung (beide Murnauer Kammerorchester); (hinten v. l.) Thomas Köthe (Camerloher Musikschule), Philip Schürlein (Leiter Tourist-Info), Dieter Kirsch (Murnau Miteinander), Sabine Mittelsteiner (Staffelseechor) und Heribert Riesenhuber (Vorsitzender Kulturbeirat).

Murnauer Kulturwoche mit spannendem Programm

„Ois Sokrates oda wia?“

Über ein Dutzend Einzelveranstaltungen werden ab dem 12. Mai im Rahmen der „Murnauer Kulturwoche“ in der Marktgemeinde geboten. Neben Konzerten, Lesungen und Vorträgen werden auch Künstler an zwei Tagen ihre Ateliers öffnen. 

Murnau – Längst ist die Murnauer Kulturwoche zu einer festen, von breiten Bevölkerungsschichten geschätzten Veranstaltungsreihe in der Marktgemeinde geworden. So mancher künstlerische Leckerbissen wartet auch heuer wieder auf die Besucher, und auch manch’ Neues haben sich die kreativen Köpfe wieder für ihr Programm einfallen lassen. Über ein Dutzend Einzelveranstaltungen werden vom 12. bis zum 21. Mai wieder angeboten – zudem öffnen Künstler am 20. und 21. Mai bei den „Ateliertagen“, die nur alle zwei Jahre stattfinden, ihre Schaffensstätten.

Am Freitag, 12. Mai, geht’s los: Um 19 Uhr nimmt der Veranstaltungsreigen im Kultur- und Tagungszentrum (KTM) seinen Auftakt. „Ich freue mich sehr, dass der Staffelseechor bei der Eröffnung singen wird“, sagte der Erste Vorsitzende des Kulturbeirats, Heribert Riesenhuber, der zur Vorstellung des umfangreichen Programms zu einem Pressegespräch geladen hatte.

Besonders hob der Maler, Lyriker und Komponist dabei die Ausstellungen im KTM hervor, die heuer vom Kunstverein Murnau, der Künstlervereinigung Tusculum und dem „Malzirkel 96“ bestritten werden, sowie des Projekts „Innere Stadt“ im Foyer. Überdies ist von Montag, 15. Mai, bis Mittwoch, 17. Mai, in der Gemeindebücherei eine Medienpräsentation zu sehen, bei der eine Auswahl aus deren Beständen zum Thema „Familienleben“ gezeigt wird. Ein Novum besonderer Art bei der Kulturwoche ist das „Poetry Slam“, das vom Murnauer Regisseur Dr. Dieter Kirsch von „Murnau Miteinander“ vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um einen literarischen Vortragswettbewerb, bei dem selbst verfasste Texte innerhalb einer vorgegebenen Zeit vorgelesen werden, ergänzt durch eine bewusste Selbstinszenierung des Autors. „Die Bewertung nimmt das Publikum per Abstimmung vor“, so Kirsch, der darauf verwies, dass dabei nicht nur der Inhalt des Textes, sondern auch die Art und Weise des Vortrags eine Rolle bei der Beurteilung spiele. Der Begriff ist im Übrigen aus dem englischen Substantiv „Poetry“ (Dichtung) und dem Verb „slam“ zusammengesetzt, das soviel wie „zuschlagen“ bedeutet.

Ebenfalls neu im Programm ist ein „Open Stage“, eine vom Kunstverein Murnau aufgegriffene Veranstaltungsform für spontane künstlerische Darbietungen. „Lassen sie sich überraschen, welcher Künstler erscheinen wird, und begeistern, von dem was er zu bieten hat“, machte Riesenhuber schon mal Appetit auf diesen Programmpunkt. Mit Sicherheit sehr unterhaltsam wird auch die satirische Lesung „Is Sokrates oda wia?“ mit dem Schauspieler Christian Jungwirth, der sich in seinen eigenen, hintersinnigen Dialekt-Miniaturen gezielt mit Untiefen zivilisatorischer Unzulänglichkeiten auseinandersetzt. Man darf auf jeden Fall gespannt sein.

Heino Herpen 

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