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Erfolgreicher Kabarettist, Schauspieler und Drehbuchautor: Josef Hader erhält den Ödön-von-Horváth-Preis. 

Großer Festakt im November geplant 

Kabarettist Josef Hader erhält Murnauer Ödön-von-Horváth-Preis 

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Mit den Murnauer Ödön-von-Horváth-Preis werden alle drei Jahre Persönlichkeiten ausgezeichnet, deren Wirken sich in besonderer Weise auf den berühmten Schriftsteller und dessen Werk bezieht. Der Preisträger 2019 steht jetzt fest: Es ist der österreichische Kabarettist Josef Hader.

Murnau – Er zählt zur ersten Riege des deutschsprachigen Kabaretts und ist auch als Schauspieler sowie als Drehbuchautor hocherfolgreich. Die Rede ist von Josef Hader. Heuer wird dem 57-jährigen Österreicher, der Kultiges wie die Tragikomödie „Indien“ schuf und durch die Hauptrolle in den Verfilmungen der Brenner-Krimis Starruhm erlangte, eine besondere Ehre zuteil: Er bekommt am 8. November zum Auftakt der Horváth-Tage im Kultur- und Tagungszentrum den Murnauer Ödön-von-Horváth-Preis 2019 verliehen. Dies wurde im Rahmen einer Pressekonferenz im Rathaus bekanntgegeben.

Das Schaffen des Künstlers werde vom Geist des weltberühmten Schriftstellers Ödön von Horváth (1901 bis 1938), der viele Jahre in der Staffelsee-Gemeinde lebte und sich hier inspirieren ließ, getragen, heißt es zur Begründung. „Als Kabarettist, als Schauspieler und als Regisseur nähert er sich seinen Figuren mit großem Mitgefühl, wie es auch Horváth getan hat“, erklärt die Jury. „Hader führt seine Figuren nicht vor, er lässt sie gewähren und trotz aller weithin sichtbaren Schwächen, trotz aller Kritik das höchste Gut der Menschlichkeit bewahren: ihre Würde.“ Bemerkenswert: Im Programm „Privat“ des Satirikers gibt es sogar einen direkten Bezug zu Horváth. Haders Alter Ego trifft nämlich darin auf dem Pariser Champs-Elysées genau den Ast, der am 1. Juni 1938 den Autor zeitkritischer Romane („Jugend ohne Gott“) erschlug.

Mit dieser Auszeichnung –diesmal in Form einer Skulptur der Bildhauerin Susanne Assum – würdigt die Ödön-von-Horváth-Stiftung der Vereinigten Sparkassen in Zusammenarbeit mit der Ödön-von-Horváth-Gesellschaft alle drei Jahre Persönlichkeiten, deren Wirken sich in besonderer Weise auf den ungarischen Diplomatensohn und dessen Werk bezieht. Hader ist nach Felix Mitterer (2013) und Edgar Reitz (2016) der dritte Preisträger. Der Jury unter dem Vorsitz von Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) gehören unter anderem der Fernsehmoderator Christoph Süß („quer“), Gabi Rudnicki (Vorsitzende der Ödön-von-Horváth-Gesellschaft), Georg Büttel (Künstlerischer Leiter der Murnauer Horváth-Tage) und Dr. Elisabeth Tworek (SPD-Gemeinderätin und Leiterin der Kulturabteilung des Bezirks Oberbayern) an. Laut Rudnicki hat Hader für den Festakt im November bereits sein Kommen zugesagt: „Er hat sich sehr gefreut.“

Der mit 5000 Euro dotierte Förderpreis geht in diesem Jahr an die Berlinerin Eva Trobisch – als Anerkennung für ihre Leistung als Drehbuchautorin und Regisseurin des Films „Alles ist gut“. In ihren international gefeierten Debüt erzählt die Absolventin der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film die Geschichte einer modernen jungen Frau, die sich nicht manipulieren und zum Opfer machen lassen will.

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