+
Fundort alter Volksfestplatz: Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist hier zugange.

Asiatischer Laubholzbockkäfer in Murnau aktiv

Kampf gegen Baumschädling

Es ist eigentlich ein ganz hübsches Tierchen, der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB). Doch in Murnau wird dem Baumschädling jetzt der Kampf angesagt.

Murnau - Mittlerweile ist eine so genannte Allgemeinverfügung erschienen. Das ist quasi die rechtliche Grundlage für die anstehende Fällung von Bäumen in Murnau im Bereich alter Volksfestplatz/Parkplatz Kellerstraße.

Wie viele Gewächse im 100-Meter-Umkreis entfernt werden müssen, will Elke Zahner-Meike, Sprecherin der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), zum jetzigen Zeitpunkt nicht verraten. Genauere Informationen soll es in einer Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 22. Februar, geben. Tags drauf werden Waldbesitzer informiert. Anfang März wird dann voraussichtlich eine ausführliche Infoveranstaltung folgen.

Auch wie viele Pflanzengattungen in Murnau betroffen sind, war von der LfL-Sprecherin nicht zu erfahren. Dafür gibt es Infos zu den Besitzern. Betroffene Grundeigentümer seien die DB Netz AG, der Markt Murnau und der Freistaat Bayern, außerdem gehe es um vier Privatgrundstücke (zum Teil Eigentümergemeinschaften), teilt Zahner-Meike mit. Der Anteil der privaten Flächen sei also gering. Widerstände seitens der Grundeigentümer gebe es „bisher nicht“.

Die Behörden haben eine Quarantänezone ausgewiesen. Diese teilt sich wiederum auf in eine Befallszone, besagter 100-Meter-Umkreis, sowie eine Pufferzone. Diese hat einen Radius von zwei Kilometern und betrifft auch die Nachbargemeinden Seehausen und Spatzenhausen. Ist eine Pflanze vom ALB befallen, sind Besitzer verpflichtet, sie unverzüglich zu fällen und zu entsorgen. Das Material muss gehäckselt und dann verbrannt werden.

Besitzer von Wirtspflanzen müssen darüber hinaus ganzjährig im Intervall von zwei Monaten die Gehölze auf Befallssymptome und auf geschlüpfte Käfer kontrollieren. Zu achten ist vor allem auf Ausbohrlöcher, Eiablage- und Fraßstellen sowie Rindenschäden. Auch von Interesse: In der Befallszone ist es verboten, bestimmte Gewächse anzupflanzen. Das Quarantäneareal besteht für mindestens vier Jahre.

Gar nicht begeistert vom Vorgehen der Behörden ist der Bund Naturschutz. Er spricht sich gegen die aktuelle „Ausrottungsstrategie“ im 100-Meter-Radius aus. Die Naturschützer fordern ein umfassenderes Vorgehen, das neben der Vorsorge gegen Neubefall auch das Beschaffungswesen der Kommunen einschließt.

Die LfL-Sprecherin hingegen sagt: Der EU-Durchführungsbeschluss 2015/893 vom 9. Juni 2015 sowie die JKI-Leitlinie „geben rechtlich bindende Maßnahmen und Strategien vor“. Das Beschaffungswesen der Kommunen gelte es auf politischer Ebene zu diskutieren. Zur Erklärung: Der Käfer ist als blinder Passagier im Verpackungsholz von Steinlieferungen aus China eingewandert.

Die Marktgemeinde will die Bürger zeitig informieren und hat daher eine Sonderausgabe des Marktboten zum ALB herausgegeben. „Die haben alle Murnau Haushalte bekommen“, sagt Anita Welzmüller, die bei der Kommune für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Die Auflage: rund 7000 Stück. Darin steht, dass es auch „ein intensives Monitoring im 1000-Meter-Umkreis“ um einen Garten- und Pflanzenbetrieb an der Unfallklinik geben wird. Und weiter: „Ziel der Quarantäneauflagen ist es, zu verhindern, dass sich der Schädling weiter ausbreitet und ihn im Befallsgebiet auszurotten.“

Roland Lory

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kultursommer Oberammergau: Große Gefühle, hohe Auslastung
Die Passionstheater GmbH zieht nach einem erfolgreichen Kultursommer Bilanz: Auch wenn der „Holländer“ weniger Anziehungskraft hatte als „Nabucco“, gab es 2017 eine …
Kultursommer Oberammergau: Große Gefühle, hohe Auslastung
Bürgerbegehren abgelehnt
Überraschend hat der Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat das Bürgerbegehren zum Erhalt von „Zitzmann Spielzeugland“ am Richard-Strauss-Platz 2 mit 12:11 Stimmen für …
Bürgerbegehren abgelehnt
Bozner Markt: Sicherheitskonzept geht auf
Einige Nachtschwärmer, die nicht heimfanden, ein kaputter Holzzaun und gut 50 Parksünder – das sind die Vergehen, die die Mittenwalder Polizei beim Bozner Markt …
Bozner Markt: Sicherheitskonzept geht auf
Der Mittwochabend ist heilig
Seit 40 Jahren treffen sich die „Posthocker“ in einem Garmisch-Partenkirchner Hotel. Im Mittelpunkt stehen dabei Spaß und Diskussionen über Gott und die Welt.
Der Mittwochabend ist heilig

Kommentare