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Kampf ums Murnauer Rathaus: Beuting und Zoepf ziehen in Stichwahl

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Von: Andreas Seiler

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Strahlender Gewinner des ersten Wahlgangs: Bürgermeister Rolf Beuting, hier mit Frau Karin. © Mayr

Der Kampf ums Murnauer Rathaus geht erwartungsgemäß in die Verlängerung: Der amtierende Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) fährt zwar im ersten Wahlgang mit 41,46 Prozent einen klaren Sieg ein, muss aber in die Stichwahl. Sein Gegner heißt Phillip Zoepf (Mehr Bewegen), der deutlich abgeschlagen auf 19,03 Prozent kommt.

Update, 27. März: Am 29. März ist Stichwahl in mehreren Kommunen im Landkreis. Alle Ergebnisse, News und Reaktionen am Wahltag lesen Sie hier live im Ticker für die Region Garmisch-Partenkirchen.

Murnau – Trotz der Coronakrise haben sich einige Murnauer Bürgermeisterkandidaten zusammen mit ihren Mitstreitern und Anhängern in den Lokalen im Rathaus-Umfeld versammelt. Als ob sie den gewünschten zukünftigen Arbeitsplatz nicht aus den Augen verlieren möchten. Im Foyer des historischen Verwaltungssitzes im Herzen des Marktes herrscht nach der Schließung der Wahllokale gähnende Leere. Der Aufruf, soziale Kontakte zu meiden, zeigt Wirkung.

Nur wenige Besucher verfolgen die Ergebnisse aus den Wahllokalen, die nach und nach auf einem Bildschirm erscheinen. Es zeichnet sich ab: Amtsinhaber Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) ist der haushohe Gewinner der Bürgermeisterwahl, zu der rund 9600 Murnauer aufgerufen waren. Für einen Durchmarsch mit einem Traumergebnis von über 50 Prozent reicht es allerdings nicht. Der ÖDP-Mann muss sich am 29. März einer Stichwahl gegen Mehr-Bewegen-Chef Phillip Zoepf stellen.

Als alle Stimmen ausgezählt sind, bestätigt sich der Trend: Beuting kommt auf 41,46 Prozent – und lässt seine vier Herausforderer weit hinter sich. Sein Stichwahl-Kontrahent Zoepf kann nur 19,03 Prozent verbuchen. Bei Rudolf Utzschneider, der als Parteifreier für die CSU angetreten war, sind es 16,64 Prozent. Abgeschlagen sind auch Welf Probst (Freie Wähler) mit 13,58 Prozent und Veronika Jones (Bündnis 90/Die Grünen) mit 9,29 Prozent.

Beuting, der privat im kleinen Kreis feiert, ist zufrieden: In den vergangenen Wochen habe er viel Zuspruch erfahren, erklärt er. Der Grund für das gute Resultat liegt seiner Ansicht nach auf der Hand: „Ich habe geliefert, was ich versprochen habe. Ich bin kein Sprücheklopfer.“ Dies hätten die Wähler honoriert. Bis zur Stichwahl will es der Rathauschef, der 2014 die einstige CSU-Hochburg Murnau eroberte, ruhig angehen lassen: „Es wird keinen großen Wahlkampf geben.“ Er gibt sich zuversichtlich, auch in den kommenden sechs Jahren im Rathaus das Sagen zu haben.

Bei Zoepf wirkt die Freude hingegen etwas gedämpft: „Dass Beuting auf über 40 Prozent kommt, damit hat keiner gerechnet.“ Er sei aber froh, in die Stichwahl gekommen zu sein – das Ziel Nummer eins von Mehr Bewegen. Nun setzt er darauf, die konservativen Wähler zu mobilisieren und auf seine Seite zu ziehen. Der Gemeinderat spricht vorsichtig von einem „Stückchen Hoffnung“ – und kündigt an: „Wir geben in den kommenden zwei Wochen nochmal richtig Vollgas.“ Dies werde jedoch angesichts des gesellschaftlichen Stillstands schwierig, räumt Zoepf ein. Mehr Bewegen werde sich daher vor allem auf die Sozialen Medien konzentrieren.

Bei den Verlierern des Abends ist indessen der Katzenjammer groß. „Wir hatten ein viel anderes Ergebnis erwartet“, räumt CSU-Kandidat Utzschneider ein, der auf einen Platz in der Stichwahl gehofft hatte. Schließlich hätten er und sein Team einen engagierten Wahlkampf geführt. Eine Erklärung für die Schlappe hat Utzschneider nicht: „Keine Ahnung.“

Bei Probst, der niedergeschlagen wirkt, klingt es ähnlich: „Ich finde das schade. Das ist sehr enttäuschend.“ Und auch Jones hätte sich nach eigenen Angaben ein besseres Abschneiden gewünscht. Aber die Grünen hätten mit Beutings ÖDP eine starke Konkurrenz gehabt.

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