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Behörden haben Bedenken: Kein Hüttendorf in Murnaus guter Stube

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Von: Roland Lory

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Solche Bilder wird es heuer nicht geben: Ein Blick ins Hüttendorf im Jahr 2018. Im Normalfall kann man dort Kunsthandwerk und vieles mehr erstehen.
Solche Bilder wird es heuer nicht geben: Ein Blick ins Hüttendorf im Jahr 2018. Im Normalfall kann man dort Kunsthandwerk und vieles mehr erstehen. © Wilz-Archiv

Nach dem Christkindlmarkt der Vereinsgemeinschaft und demjenigen der Hobbykünstler fällt auch das traditionelle Murnauer Hüttendorf der Corona-Pandemie zum Opfer. Eine entzerrte Variante wäre zwar möglich, aber der Verein zur Wirtschaftsförderung hält eine solche nicht für sinnvoll.

Murnau – Normalerweise ist es so: Vom Ersten Advent bis 24. Dezember werden im Murnauer Hüttendorf allerlei traditionelle und ausgefallene Geschenkideen sowie künstlerisches Handwerk, Schmuck und kulinarische Spezialitäten angeboten. Doch wir leben nicht in normalen Zeiten. Das Hüttendorf, ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt, fällt der Corona-Pandemie zum Opfer. Am vergangenen Wochenende hätte es eigentlich losgehen sollen.

Ein richtiges Verbot haben Behörden zwar nicht ausgesprochen. Sie machten allerdings klar, dass es in der bewährten Form nicht möglich sei, also, dass Hütte an Hütte steht, wie in einem Dorf. „Es geht, wenn alles etwas entzerrt wird und die Hütten etwas auseinander stehen“, sagt Stephan Scharf, Sprecher des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen. Das Ganze dürfe nicht den Charakter eines Weihnachtsmarkts haben. Diese sind bekanntlich verboten.

Ins selbe Horn stößt Nina Herweck-Bockhorni, stellvertretende Geschäftsleiterin im Murnauer Rathaus. So wie die Hütten bisher aufgestellt waren, sei es „nicht erlaubt“. Und weiter: „Es darf nicht zusammenhängend sein.“ Die Murnauer Verwaltung stimmte sich in der Sache eng mit dem Landratsamt ab. „Grundsätzlich hätten wir das Hüttendorf gut gefunden“, betont Herweck-Bockhorni. „Es wäre schön gewesen, aber so macht es keinen Sinn.“

Gattner: Macht nicht viel Sinn

Organisiert wird die Veranstaltung vom Verein zur Wirtschaftsförderung. Mehrere Hütten im Ortszentrum verstreut aufzustellen – der Vorsitzende Guntram Gattner bezweifelt, „dass das viel Sinn macht“. Der Buchhändler findet: „Es lebt davon, dass die Leute von einem Stand zum anderen gehen können.“

Auch der finanzielle Aspekt spielt eine Rolle. Der Vereinschef schließt nicht aus, dass es zu einem weiteren Lockdown kommt. Mit noch mehr Kontaktbeschränkungen hätten die Hütten eventuell wieder verschwinden müssen. „Es kostet einen Haufen Geld, das auf- und wiederabzubauen“, betont Gattner.

So richtig überraschend war die Entwicklung für Gattner nicht. Denn auch der Christkindlmarkt der Vereine und derjenige der Hobbykünstler wurden abgesagt (wir berichteten).

Keine Kesselhüttn

Eine beliebte Anlaufstelle im Hüttendorf ist stets die Kesselhüttn der Staffelseewirte. Die Vereinigung hat sich dagegen entschieden, die Bude aufzubauen. Angesichts der derzeitigen Situation wolle man das „immense Risiko“ nicht eingehen, betont der stellvertretende Vorsitzende Christian Bär. Denn die Organisation hätte tausende Liter Glühwein und tausende Würste bestellen müssen. Bei einem etwaigen Lockdown wären die Wirte möglicherweise darauf sitzen geblieben. Solche Verluste wollte man vermeiden.

Bär bedauert die Absage. „Es ist für Murnau schade. Uns tut es leid und im Herzen weh. Aber wir haben auch eine Verantwortung, die wir übernehmen müssen.“ Es gab die Überlegung, die Kesselhüttn im Kurpark zu platzieren. Aber die Wirte nahmen davon Abstand.

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