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Großer Andrang: Streetfood-Festivals, wie hier in Penzberg, liegen im Trend.

Kein Festival der Köstlichkeiten 

Zu viel spricht dagegen: Streetfoodmarkt in Murnau abgelehnt

Ein Festival der Köstlichkeiten hätte es werden sollen. Doch der Murnauer Hauptverwaltungsausschuss lehnte einen Streetfoodmarkt einstimmig ab. Der Veranstalter hat dafür kein Verständnis.

Murnau – Ein Markt mit vielen kleinen Essständen, Garküchen und Foodtrucks, dazu Live-Musik und Drinks. Solche Streetfood-Veranstaltungen gibt es mittlerweile in vielen Gemeinden. „Hier findet jeder etwas nach seinem Geschmack, und es besteht die Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren oder sich einfach überraschen zu lassen“, heißt es in einem Antrag, mit dem sich jetzt der Murnauer Hauptverwaltungsausschuss befasste. Marcel Harsanyi und Marco Wanke hätten gerne am Wochenende 1./2. September einen Streetfoodmarkt mit rund 20 Ausstellern in Murnau aufgezogen. Und zwar im nördlichen Bereich der Bahnhofstraße zwischen der Griesbräu- und der Kellerstraße. Zusätzlich hätte ein anderer Veranstalter am 1. September noch einen Nachtflohmarkt abhalten wollen.

Doch dazu wird es nicht kommen. Der Ausschuss lehnte die Anträge einstimmig ab. Damit folgte das Gremium der Argumentation, die das Ordnungsamt vorlegte. Die wesentlichen Gründe: Die Bahnhofstraße müsste in dem besagten Teilstück zwei komplette Tage gesperrt werden. Dadurch würden die Geschäfte und die Anlieger beeinträchtigt. Auch auf die Geruchsbelästigung verweist das Ordnungsamt. Zudem erachtet es die Öffnungszeit bis 23 Uhr und tags drauf bis 20 Uhr als zu lange für die Anwohner. Weiterer Punkt: Es handle sich um eine rein kommerzielle Veranstaltung, bei der die Anlieger kein Verständnis hätten, dass die Grundstücke nicht erreichbar sind. Auch Stromanschlüsse müssten vom gemeindlichen Elektriker gelegt werden. Kurzum: Es würde „zu Problemen kommen“, fasste Ordnungsamtschef Florian Krammer zusammen. Auch die Tourist-Info und das Ressort Wirtschaftsförderung sahen den Streetfood- und den Nachtflohmarkt kritisch. Bereits in den vergangenen Jahren hatten Murnauer Gewerbetreibende einen Nachtflohmarkt beantragt – ohne Erfolg. 

Organisator Harsanyi kann das Nein der Räte zum Streetfoodmarkt nicht nachvollziehen. „In anderen Orten wird das als Bereicherung gesehen.“ Es kämen rund 2000 Leute. „Davon profitiert auch der Einzelhandel. Wir nehmen niemandem ein Geschäft weg.“ Und überhaupt: „Autos produzieren mehr Abgase als einer, der Würstl brät.“ Es wären auch regionale Hersteller vor Ort. Damit widerspricht der Penzberger, der früher in Murnau wohnte, Aussagen der Tourist-Info. Diese erklärte, dass „keine lokalen beziehungsweise regionalen Produkte verkauft und regionale Erzeuger ebenfalls nicht einbezogen werden“.

Harsanyi glaubt, die Gemeinde suche Gründe, „damit die Veranstaltung nicht stattfindet“. Murnau sei die erste Kommune, „die das so skeptisch sieht“. Sie habe nicht den Dialog gesucht, um etwaige negative Punkte zu besprechen. Harsanyi hat derartige Festivals schon in Penzberg, Garmisch-Partenkirchen, Kaufbeuren und Starnberg organisiert. „Egal, wo ich mit dem Streetfood-Festival bis jetzt war, es war immer ein Erfolg und ein reges Treiben.“ In Penzberg wird es ihm zufolge mit dem Marktsonntag verbunden.

Das nächste Festival steht in Kürze in Holzkirchen an. Weitere sind in Bad Aibling und Miesbach geplant. Im Holzkirchner Rathaus freut man sich über das erste Streetfood-Festival im Ort. Eine schöne Ergänzung zum arrivierten Veranstaltungskalender, erklärte eine Sprecherin gegenüber dem Holzkirchner Merkur.

Roland Lory

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