Blick auf die Unfallstelle: Der rote Lkw, der die Frau erfasste, wird abgeschleppt, weil noch gutachterliche Untersuchungen anstehen.
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Blick auf die Unfallstelle: Der rote Lkw, der die Frau erfasste, wird abgeschleppt, weil noch gutachterliche Untersuchungen anstehen.

Kein Unfallschwerpunkt

Nach Unglück an Reschstraße in Murnau: Rufe nach Umfahrung werden lauter

Der tödliche Unfall an der Reschstraße, bei der eine 81-jährige Frau von einem Lastwagen überfahren wurde, hat die Rufe nach einer Umfahrung lauter werden lassen. Als Unfallschwerpunkt ist die Stelle jedoch bislang nicht bekannt.

Murnau - Der Unfall an der Reschstraße, bei dem am Donnerstag eine 81-jährige Frau von einem Lastwagen überfahren wurde und gestorben ist, hat zu Diskussionen in den Sozialen Medien geführt. Unter anderem wurde gefordert, dass sich nun endlich bei der geplanten Murnauer Umgehungsstraße etwas tun solle. Die Reschstraße sei zu gefährlich. Dem widerspricht zumindest Anton Schmidhuber von der Polizeiinspektion Murnau. Der Dienstgruppenleiter sieht „keinen Zusammenhang“ des tödlichen Unfalls mit einer Umfahrung, die zur Verkehrsentlastung führen soll. Dagegen findet Vizebürgermeisterin Dr. Julia Stewens schon einen Bezug: „Durch eine Umgehungsstraße würde der Schwerlastverkehr weniger durch den Ort führen.“

Zum Unfallhergang kann die Polizei keine abschließenden Aussagen treffen. „Die Abklärung der Ursache wird Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Schmidhuber. Wie berichtet, kam es gegen 10.20 Uhr zur tödlichen Kollision im Bereich der Fußgänger-Querungshilfe auf Höhe der Einmündung Am Kreuzfeld. Die Fußgängerin aus dem südlichen Teil des Landkreises Weilheim-Schongau querte die Reschstraße, vermutlich benutzte sie die vor Ort befindliche Verkehrsinsel. Am Steuer des italienischen Sattelzugs, der die Seniorin erfasste, saß ein Südtiroler. Der 48-Jährige fuhr das Gespann samt Zugmaschine und Muldenkipper von der Kellerstraße kommend in Richtung Resch-Kreuzung. Die Frau starb noch an der Unfallstelle.

Keine Unfallhäufung an der viel befahrenen Reschstraße

„Ein derartiger Unfall ist natürlich ganz schrecklich. Unser Mitgefühl gilt allen Unfallbeteiligten“, sagt Stewens. Auch Polizei-Pressesprecher Alexander Huber spricht dieses Thema an und bedauert den traumatisierten Lkw-Fahrer, der sich mit einer fahrlässigen Tötung konfrontiert sieht. Zur genauen Klärung des Vorgangs wurde unter anderem ein Gutachter hinzugezogen. Fest steht, dass es an der viel befahrenen Reschstraße keine Unfallhäufung gibt. „Diese Stelle ist uns seit Errichtung der Querungshilfe im Jahre 2016 nicht als Unfallschwerpunkt bekannt“, bestätigt Stewens. Und Schmidhuber betont, dass es in diesem Bereich schon länger keine Unglücksfälle gegeben habe.

Am Ort des Geschehens spielten sich laut Polizei unschöne Szenen ab. „Unerfreulicherweise mussten an der Unfallstelle mehrere Gaffer festgestellt werden. Einer davon fertigte mit seinem Handy Bilder von der Unfallstelle“, berichtet Schmidhuber. „Gaffen geht gar nicht“, schimpft der Dienstgruppenleiter. Das Mobiltelefon des Seniors wurde sichergestellt. Den 82-Jährigen aus Seehausen erwartet ein Strafverfahren. Im Einsatz waren drei Kräfte des Rettungsdienstes, ein Notarzt, 20 Feuerwehrkameraden aus Murnau und zwölf Polizisten der Murnauer Polizei und der umliegenden Dienststellen. Zur Ermittlung der Unfallursache bittet die Polizei Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, sich unter Telefon 0 88 41/6 17 60 zu melden.

Text: Alexander Kraus

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