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Der verrostete Rechen und die kaputte Gießkanne sind noch da: „Die waren den Dieben nicht gut genug“, sagt Hortleiter Franz Buchberger.

Seit eineinhalb Jahren geht das schon so

Kinderhort Bienenhaus: Unbekannter klaut Sackkarren und Blumenerde

Ein Unbekannter bedient sich regelmäßig auf dem Anwesen des Murnauer Kinderhorts „Bienenhaus“. Dabei hat er es vor allem auf Gartenutensilien abgesehen. Die Polizei ist noch nicht eingeschaltet - die Leitung hofft auf ein Einsehen des Täters. 

Murnau – Erst am Freitag ist es wieder passiert. Barbara Schauer und ihre Kollegen haben einfach nicht dran gedacht. Sie haben den neuen Sackkarren draußen stehen lassen. Im Garten des Kinderhorts Bienenhaus in Murnau. Einfach vergessen, ihn in die Scheune zu sperren. Am Sonntag, als Schauer zum Blumengießen gekommen ist, ist das Malheur aufgefallen. Doch da war es bereits zu spät. Der Karren war weg. Geklaut. „Und das ist nur ein Beispiel von vielen“, sagt Schauer, die als Erzieherin in der Einrichtung arbeitet. In den letzten eineinhalb Jahren ist nämlich schon einiges weggekommen. Holzscheitel, Blumenerde, ein teuer Rechen sowie ein Besen, um nur einiges zu nennen. „Wir müssen wahnsinnig aufpassen“, sagt Schauer. „Wenn man nicht alles wegsperrt, ist es am nächsten Tag nicht mehr da.“

Eine Anzeige hat gefruchtet - Gegenstände tauchten wieder auf

Sehr gut kann sie sich noch daran erinnern, als sie im Winter mit den Hort-Kindern Christbäume aus Holzstämmen ausgeschnitten hatte. Die sollten auf dem Weihnachtsmarkt verkauft werden. „Wir stellten sie draußen ab.“ Dann waren sie am Morgen verschwunden. „Daraufhin haben wir eine Anzeige in der Zeitung aufgegeben“, sagt die Erzieherin. Das hat gefruchtet. Einer der Christbäume stand am nächsten Tag wieder vor der Haustüre. Zwei weitere wurden am nahegelegenen Friedhof gefunden. „Das Ganze ist schon sehr merkwürdig“, sagt Schauer. 

Das findet auch der Hortleiter Franz Buchberger. Einen Verdacht, wer für all die kuriosen Vorfälle verantwortlich sein könnte, hat er nicht. Buchberger kann es sich einfach nicht erklären, warum jemand überhaupt einen Kinderhort bestehlen sollte. Und das immer wieder. Mit Diebstahl hat er schon Erfahrung gesammelt: 2015 wurde in der Einrichtung eingebrochen. Ein 33-jähriger Mann hatte sich damals an der Geldkassette bedient. Vor Gericht wurde eine Gefängnisstrafe verhängt – auch weil er bereits mehrere Vorstrafen hatte.

Wer der Dieb ist, bleibt ein Rätsel -  klar ist, dass er es auf Gartenutensilien abgesehen hat

Der damalige Fall wurde also aufgeklärt. Was nun vor sich geht, ist Buchberger ein Rätsel. Alles, was er weiß ist, dass es der Täter scheinbar auf Gartenutensilien abgesehen hat. Sogar zwei Spalierbäume, die die Erzieherinnen mit den Kindern eingepflanzt hatten, fielen ihm zum Opfer. „Sie wurden ausgegraben“, sagt der Hortleiter. Auch die Mädchen und Buben fragen sich, wer der Unbekannte sein könnte. „Sie wollten schon Fallen bauen, um ihn zu stellen“, sagt Buchberger augenzwinkernd. Die Polizei habe er noch nicht informiert. Dabei würde der Angelegenheit, käme sie zur Anzeige, auf jeden Fall nachgegangen, betont der Polizeibeamte Harry Schleuder. „Das ist eindeutig Diebstahl – und das ist strafbar.“ Buchberger hofft nun, dass die öffentliche Aufmerksamkeit den Täter wieder dazu bringt, dass er seine Raubzüge einstellt. „Sonst müssten wir den Garten zusperren“, sagt der Hortleiter. Er fände das schade, weil der bisher für Familien mit Kindern frei zugänglich war. „Ein Garten lebt bekanntlich von seinen Besuchern.“

Magdalena Kratzer

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