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Erscheint das „Platzl“ bald in neuem Glanz? Oder steht hier demnächst ein Container?

Bauausschuss stimmt (fast) einstimmig dafür

Kiosk „Platzl“: Container statt Holzhütte

Der Kiosk „Platzl“ an der Murnauer Bucht bedarf einer Erneuerung. Und zwar einer kompletten. Drei Varianten hat Marktbaumeister Mark Tworek nun dem Gremium des Bauausschusses vorgeschlagen. Unter anderem die Aufstellung eines Containers mit Komplettausstattung. Die Gemeinderäte befürworteten diese Idee – alle, bis auf einen.

Murnau -Wenn es nach den Mitgliedern des Bauausschusses geht, wird der Kiosk „Platzl“ in naher Zukunft durch einen verkleideten Container mit aufgesetztem Satteldach ersetzt. Allerdings stellt dies nur eine Übergangslösung dar, zumal die Murnauer Bucht in absehbarer Zeit komplett überplant werden soll. Dies hat das Gremium am vergangenen Dienstag mit der Gegenstimme von Josef Gramer (CSU) beschlossen. Das Vorhaben muss allerdings noch in der nächsten Sitzung des Marktgemeinderates abgesegnet werden.

Dass der bestehende Kiosk, dessen Grundstruktur aus den 1950er Jahren stammt, einer Erneuerung bedarf, steht für Marktbaumeister Klaus Tworek außer Frage. „Die amtliche Lebensmittelkontrolle hat bereits 2013 darauf hingewiesen, dass das Bestandsgebäude in einem unguten Zustand ist, und nicht mehr zu der Nutzung passt, wie es betrieben wird“, eröffnete er den Räten. „Das hat nichts damit zu tun, wie die Wirte das Haus pflegen“, betonte er. „Die Lebensmittelkontrolle hat uns nahe gelegt, dass der Betrieb mit den Sitzplätzen nur aufrecht erhalten werden kann, wenn sehr stark an der Baulichkeit gearbeitet wird – verbunden mit intensiven Investitionen.“ Ansonsten müsse der Betrieb auf einen reinen Verkauf von Fertigprodukten zurückgefahren werden.

Das Kiosk ist nach seinem Dafürhalten nicht sanierungsfähig und muss komplett erneuert werden. „Der Boden besteht aus einem Lattenrost, der auf Einzelfundamenten steht, und die Wände sind in einem schlechten Zustand.“ Für Gaststätten bis zu 40 Plätzen sei vorgeschrieben, dass es dort eine getrennte Spülküche mit eigener Abluftanlage vorhanden sein müsse, sagte er weiter. Zudem sei ein Personal-WC Pflicht.

Für den neuen Kiosk stellte der Marktbaumeister drei Varianten vor: einen konventionellen Neubau mit Wirtschaftshof und Keller, die Aufstellung eines Containers mit Komplettausstattung, sowie die Möglichkeit, einen Container zu mieten. Letztere Lösung stellte sich als die weitaus teuerste heraus und wurde sofort verworfen: Die Anmietung würde die Gemeinde in nur drei Jahren 193 000 Euro kosten. Den konventionellen Bau, und auch die Containervariante mit Satteldach bezifferte Tworek mit jeweils rund 72 000 Euro, den Rückbau des alten Kiosks mit 22 000 Euro. Mit einer Ausnahme votierten die Gremiumsmitglieder für die Containerlösung – nicht zuletzt deshalb, weil man den Container auch für andere Zwecke, wie etwa beim Weihnachtsmarkt, einsetzen könne. Zudem bestünde die Möglichkeit, ihn später wieder zu verkaufen.

„So ein Container ist leicht sauber zu halten, das ist in der Gastronomie ein großer hygienischer Vorteil“, befand etwa die Zweite Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler). Auch Johann Scherrer (CSU), Ernst Ochs (SPD), Veronika Jones (Grüne/Bündnis 90), Franz Fischer („Mehr bewegen“) und Holger Poczka (ÖDP/Bürgerforum) machten sich für diese Variante stark. Nur Gramer war mit dieser Lösung nicht einverstanden: „Am schönsten Platz von Murnau können wir doch keinen Container aufstellen. Ich verstehe das nicht. Denn auch einen Holzbau könnte man wieder verwenden.“

Einig waren sich die meisten Ratsmitglieder, dass sich die Platzl-Betreiber – Kurt und Christian Höller – an den Kosten für die getrennte Spülküche und das Personal-WC beteiligen sollen, falls sie sich für die 40 Sitzplätze entscheiden. Nur Stewens war der Meinung, dass am Kiosk keine Gäste verweilen sollten, zumal dies Kurgäste oder Spaziergänger stören könne. Doch wie sieht der Betreiter Kurt Höller die Sache? Gegenüber dem Tagblatt betonte er: „Ich kann dazu noch nichts sagen, bevor ich von offizieller Seite nichts gehört habe.“ Über das weitere Vorgehen müsse er sich erst mit der Marktgemeinde besprechen.

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