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Die Maschine: Der Asphaltrecycler erzeugt am Murnauer Bahnhof intensive Dämpfe.

Klagen über Geruchsbelästigung am Murnauer Bahnhof

Deshalb stinkt‘s am Murnauer Bahnhof

Selbst wenn man mit dem Zug vorbeifährt, kann man es riechen. Südlich des Murnauer Bahnhofs steht seit einigen Wochen ein Asphaltrecycler. Dieser produziert Dämpfe. Manchem Anwohner stinkt das.

Murnau/Seehausen – Seit mehreren Wochen herrscht im Bereich des Murnauer Bahnhofs buchstäblich dicke Luft. Denn eine Firma recycelt dort Asphalt. Dadurch entstehen Dämpfe. Die Rauchschwaden sorgen jetzt für Kritik in der Bürgerschaft. Einer, der sich aufregt, ist Reinhold Gesser, der am Seeblickweg in Seehausen lebt. „Es stinkt zum Himmel.“

Er hat die Murnauer Verwaltung und auch das Landratsamt kontaktiert. „Es gibt hier im Umkreis Ferienwohnungen mit Gästen, die aus Großstädten kommen und hier durchatmen wollen.“ Auch er hat eine – und fragt sich: „Was soll ich diesen Gästen nach einer Woche Urlaub erzählen?“ Gesser kann es nicht fassen: „Wenn das kein Umweltfrevel ist, muss der Begriff neu definiert werden.“

Der Asphaltecycler steht auf einer Fläche, die dem Markt Murnau gehört. Die Arbeiten verrichtet eine Firma im Auftrag der Telekom, die im Ort gerade den Breitbandausbau vorantreibt. Der Asphalt wird auf 180 bis 200 Grad erhitzt und dann gleich wieder verwendet.

„Die Maschine ist immissionsrechtlich zugelassen“, betont Norbert Schwarz, Mitarbeiter des örtlichen Tiefbauamts. Die Dämpfe „sind nicht gesundheitsschädlich“. Das Gerät sei auch ganz neu. Außerdem ist es ihm zufolge „nicht immer im Einsatz“. Der Standort am Bahnhof sei ausgewählt worden, „um die Belästigung für die Bürger so gering wie möglich zu halten. Diese Fläche hat sich angeboten“. Denn in der Umgebung befinden sich wenige Wohnhäuser.

Vorher stand die Maschine am Eichholz, was unter den dortigen Bewohnern auch keine Freudenstürme auslöste. Das Gerät wurde schließlich auf das freie Gelände südlich des Bahnhofs verlegt – wo es wieder Ärger gibt. Gesser ist laut Schwarz nicht der einzige Bürger, der sich beschwert.

Patrick Fierhauser, der bei der Kommune das Umweltreferat leitet, teilte dem Seehauser mit: „Dieses Asphaltrecyclingverfahren vor Ort ist grundsätzlich wesentlich umweltschonender als herkömmliche Verfahren zur Asphaltwiederaufbereitung.“ Dass dabei dennoch Dämpfe entstehen, sei leider nicht zu vermeiden.

Doch es besteht Hoffnung. Schwarz sagt, dass die Arbeiten bis Mitte November abgeschlossen sein sollten. Allerdings bleiben Zweifel. Denn „die hätten eigentlich schon im September fertig sein sollen. Wir haben leider wenig Einfluss drauf“, verdeutlicht der Rathausmitarbeiter.

Roland Lory

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