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Eintrag in Murnaus Goldenes Buch: Markus Söder mit Ehefrau Karin Baumüller-Söder (r.) und Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (vorne l.)

Knapp 10 000 Zuschauer verfolgen Festzug der Oberländer Trachtenvereinigung in Murnau

Lob für die unentbehrlichen Pfleger bayerischer Werte

Was für ein wunderbarer Feiertag bayerischer Tradition: Beim 73. Gaufest der Oberländer Trachtenvereinigung sind am Sonntagnachmittag rund 3500 Trachtler aus 31 Vereinen in einem prächtigen Zug durch Murnau marschiert. In einer der Kutschen saß ein hoher Gast: Ministerpräsident Markus Söder.

Murnau Hildegard Höller aus Rieden war an diesem Sonntag ganz besonders früh aufgestanden. „Mein Schwiegersohn fährt den Wagen mit der Marienstatue darauf. Und meine Enkelkinder fahren auch mit“, erzählte die Seniorin stolz. Sie selbst sei zwar nicht Mitglied im Murnauer Trachtenverein, der das Gaufest 2018 ausrichtete. „Aber ich habe beim Schmücken der Pferde geholfen.“

Wie so viele andere Zuschauer und Teilnehmer des Festzugs hatte sich Höller um kurz vor 14 Uhr am Platz vor dem Murnauer Kultur- und Tagungszentrum (KTM) eingefunden. Hier sollte er starten, der große Festzug den Burggraben hinab und über Unter- und Obermarkt hinauf zum Festzelt. Zuvor wollte sich der Schirmherr des Gaufests, Ministerpräsident Markus Söder, noch ins Goldene Buch der Marktgemeinde eintragen. Er hatte zuvor schon Miesbach besucht, das gestern 100 Jahre Stadterhebung und 150 Jahre Feuerwehr beging. Mit leichter Verspätung kam Söder schließlich vorgefahren, ging – umringt von Politikerkollegen und Kameras – ins KTM. Dort schüttelte er zunächst dem Hausmeister freundlich die Hand, bevor er sich niederließ, um das Goldene Buch nach den Persönlichkeiten durchzublättern, die sich vor ihm eingetragen hatten. Dass er selbst es nun tun dürfe, sei ihm eine Ehre, sagte Söder an Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) gerichtet. Dieser überreichte dem CSU-Ministerpräsidenten im Namen der Marktgemeinde einen Geschenkkorb mit Murnauer Kaffee – für mögliche durchwachte lange Nächte, wie Beuting anmerkte. „Dann werde ich an Euch denken“, erwiderte Söder, ging hinaus und ließ sich in der bereitstehenden Kutsche nieder, die ihn an der Spitze des Festzuges durch den Markt fahren sollte.

Bilder: Trachtler-Gaufest in Murnau war ein strahlender Feiertag

Als sich der Zug, den knapp 10 000 Menschen verfolgten, in Bewegung setzte, war der kleine Mathys einer, der ganz vorne am Straßenrand stand und staunte. „Die Trompeten sind am tollsten“, kommentierte der Fünfjährige den schier endlos erscheinenden Tross vorbeimarschierender Trachtler, Fahnenträger, Taferlbuam und Musiker. Seine Mama Leonie Couret aus Murnau begeisterte sich mehr für die feschen Trachtlerinnen: Die Plattler-Madln mit ihren roten Röcken, die Frauen im schwarz-weißen Kirchengwand oder in der Alten Tracht. „Ich finde das total schön. Das ist heute einfach der größte Festtag für Murnau.“

Dieser hatte bereits am Vormittag mit einem Kirchenzug durch den Ort zum Festgottesdienst oberhalb der Kirche begonnen. Der Umzug am Nachmittag endete am Festzelt, in dem Bürgermeister Beuting die Bedeutung der Murnauer Trachtler für das Leben im Ort hervorhob. Landrat Anton Speer (Freie Wähler) betonte, dass die Trachtenvereine „trotz der Flüchtlingskrise und wo die halbe Welt im Aufbruch ist“ die bayerischen Werte pflegten und erhielten. Und das sei wichtig, „wenn wir alle wollen, dass unsere bayerische Heimat so lebenswert bleibt“. Söder stellte in seiner kurzen Rede klar, dass ehrenamtliches Engagement auch weiterhin belohnt werden müsse. „Wir sind das schönste Land und das stärkste Land. Das wollen wir bleiben“, sagte Söder. Und dafür seien die Trachtenvereine unverzichtbar. In Bayern, so der Ministerpräsident, gingen die Uhren wirklich anders – nämlich richtig.

Franziska Seliger

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