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Hier am Längenfeldweg soll der kommunale Wohnungsbau umgesetzt werden.

Architektenwettbewerb auf den Weg gebracht

Kommunaler Wohnungsbau: Gemeinde gibt Gas

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Die Marktgemeinde Murnau macht ernst mit dem kommunalen Wohnungsbau am Längenfeldweg: Jetzt wurde als erster Schritt der Architektenwettbewerb dazu auf den Weg gebracht.

Murnau – In Murnaus Ortspolitik herrscht Konsens darüber, dass bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden muss. Vergangenes Jahr wurde daher im Zuge der Haushaltsberatungen vereinbart, dass der Markt selbst aktiv wird und am Längenfeldweg auf einem eigenen Grundstück ein größeres Wohnbauprojekt realisiert. 6,5 Millionen Euro sind dafür laut einer Prioritätenliste vorgesehen, wobei ein ordentlicher Teil davon in Form eines staatlichen Zuschusses fließen soll.

Der Gemeinderat fällte jetzt in der jüngsten Sitzung eine wichtige Entscheidung und segnete einen Auslobungstext für einen Architektenwettbewerb ab. Das ist für die beteiligten Büros eine Art Richtschnur mit Vorgaben und Wünschen. Die zentrale Aufgabe ist klar: Auf dem etwa 3500 Quadratmeter großen Areal sollen in architektonischer Qualität möglichst viele bezahlbare Mietwohnungen entstehen. Angestrebt werden insgesamt mindestens 1800 Quadratmeter Wohnfläche, verschiedene Größen (Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen) sowie moderate Kaltmieten. Im Gespräch waren zuletzt 8 bis 9 Euro pro Quadratmeter – was für Murnauer Verhältnisse in der Tat günstig wäre. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) ist es wichtig, dass eines Tages in dem Quartier eine bunte Mischung lebt – vom Single bis zur Familie.

In den nächsten Monaten soll nun der besagte Wettbewerb stattfinden. Im Herbst kürt dann ein Preisgericht, dem auch Vertreter der Fraktionen und der Verwaltung angehören, die besten Vorschläge. Im Zuge der Gemeinderatssitzung wurden bereits Detailfragen bezüglich der konkreten Bauausführung angesprochen. Doch es setzte sich die Sichtweise durch, die Architekten nicht zu sehr einzuengen. „Wir müssen nicht zentimetergenau unser Wunschhaus planen“, meinte etwa Zweite Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler). So soll etwa eine Tiefgarage nicht verbindlich vorgeschrieben werden. Die Planer haben die Freiheit, die Stellplätze auch anderweitig nachzuweisen.

Eine kontroverse Debatte gab es in der Frage, ob – wie vom Bauausschuss empfohlen – ein kleiner Laden, etwa für eine Bäckerei, vorgesehen werden soll. „Das gehört zur Wohn- und Lebensqualität dazu“, meinte etwa Veronika Jones (Grüne). Solch ein Shop sei zudem ein sozialer Treffpunkt. Doch diese Argumentation überzeugte offenbar nicht. „Da draußen wird sich kein Betreiber finden“, sagte Michael Hosp (CSU). Es gehe doch darum, Wohnungen zu schaffen. Das Gremium entschied sich schließlich gegen das Geschäft.

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